Cantabile verabschiedet sich von „seiner“ Kirche

Von: zsa
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Der Kammerchor Cantabile bereitete der Herz-Jesu-Kirche mit seinem Frühjahrskonzert einen würdigen musikalischen Abschied. Foto: Sandra Ziemons

Eschweiler-Ost. In nur wenigen Tagen findet in der Herz-Jesu-Kirche in Eschweiler-Ost der letzte Gottesdienst statt, das Gebäude wird dann entwidmet. Die zukünftige Nutzung des bald ehemaligen Gotteshauses ist ungewiss. Mit gemischten Gefühlen bereitete der Kammerchor Cantabile daher am Sonntagabend „seiner“ Kirche einen würdigen und gelungenen musikalischen Abschied.

Zum Frühjahrskonzert des Chors kamen zahlreiche Zuhörer.

„Am Ende ist es immer die Liebe, die gewinnt“, so beschrieb Peter Adrian, Sprecher des Kammerchors Cantabile, zu Beginn des Konzerts die Renaissancelieder, die die sieben Sängerinnen und fünf Sänger des Chores einem interessierten Publikum präsentierten. Die Lieder seien zwar im wahrsten Sinne alt, aber sie seien dennoch lebhaft und modern, erklärte Adrian außerdem. Er stellte auch klar, dass Cantabile trotz der Schließung der Kirche weiterhin Musik machen wird und alle Freunde und Gönner rechtzeitig über neue Räumlichkeiten für Konzerte informieren wird.

Unter Leitung von Gregor Josephs begeisterten die Frauen und Männer mit sowohl melancholischen als auch fröhlicheren A-cappella-Stücken. Mit viel Leidenschaft und Ausdrucksstärke trugen die Mitglieder von Cantabile über 400 Jahre alte Lieder vor. Das Publikum kam dabei in den Genuss von italienischen Stücken beispielsweise von Carlo Gesualdo, Orlando di Lasso und Giovanni Gastoldi.

Aber auch französische Lieder wie „Je ne l’ose dire“ von Pierre Certon und englische Stücke wie „Fair Phillis I saw“ von John Farmer gehörten zum Repertoire, das Cantabile zum Besten gab. Ob eine alte Liebe, Spott über Ehemänner, ein Trinklied oder verzweifeltes Werben – die Auswahl an Liedinhalten war vielfältig. Jeder einzelne Beitrag wurde von Cantabile dabei sehr gefühlvoll und präzise dargeboten.

Zum Abschied und als Dank für die jahrelange Treue der immer sehr zahlreichen Besucher hatte Cantabile zudem den Aachener Jazzchor „sing-A-pur“ als weiteren Programmpunkt zum Konzert eingeladen. „Sing-A-pur“ hat sich der Interpretation von Jazz- und Pop-Klassikern verschrieben. Die 16 Frauen und Männer sangen ebenfalls a-cappella und unter Leitung von Gregor Josephs.

Mit Liedern wie „Mercy, mercy“, „Both sides now“ oder „Walking on the moon“ präsentierte der Chor unter anderem Stücke von Joe Zawinul, Joni Mitchell und Sting auf eine ganz neue Art und Weise. Dem Publikum von Cantabile gefiel auch diese Darbietung sehr.

Das Highlight des Abends war der gemeinsame Auftritt beider Chöre, die voller Elan den Jazzsong „Java Jive“ sangen. Die vermutlich letzten Klänge in der katholischen Herz-Jesu-Kirche waren daher zum einen der fröhliche Gesang und zum anderen der tosende Applaus des Publikums, welches das Lied nochmals als Zugabe forderte und erhielt.

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