Eschweiler - Bundeswehr-Musikkorps glänzt bei Benefizkonzert

Bundeswehr-Musikkorps glänzt bei Benefizkonzert

Von: Joachim Peters
Letzte Aktualisierung:
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Das Musikkorps der Bundeswehr, geleitet von Oberstleutnant Walter Ratzek, erfreute beim Benefizkonzert in der Festhalle von Dürwiß viele hunderte Zuhörer.

Eschweiler. „Die Bundeswehr”: Das ist mehr als die momentane Hinterfragung von Auslandseinsätzen oder die in einer Demokratie wichtige Kritik an logistischen und menschlichen Problemen bei der Truppe. Nein, dahinter steckt auch neben der unbestreitbaren Tatsache jahrezehntelanger Friedenssicherung die Pflege von Kultur - und nicht nur jener des Vaterlandes.

Ein wichtiger kultureller Botschafter der „Bürger in Uniform” ist seit 1957 das damals noch unter anderem Namen firmierende „Musikkorps der Bundeswehr”: exzellente Berufsmusiker im Offiziersrang unter der Leitung von Oberstleutnant Walter Ratzek. Seine Musiker sind nicht nur musikalische Botschafter, sondern eine „Truppe” mit sozialem Engagement.

Einer ihrer Benefiz-Auftritte führte sie jetzt in die dichtbesetzte Festhalle Dürwiß. Dort spielten sie in einem von unserer Zeitung präsentierten Konzert zugunsten der Caritas-Behindertenwerkstatt Eschweiler. Deren Geschäftsführer Michael Doersch bedankte sich herzlich bei den Militärmusikern und begrüßte in einer ganzen Reihe von Ehrengästen auch MdB Helmut Brandt (Alsdorf).

Und dann brannten die rund 60 Blasinstrumentalisten ein beeindruckendes musikalisches Feuerwerk mit Werken unterschiedlicher Epochen und Genres im Wechsel von großen Orchestersuiten und „schmissigen” Intermezzi ab. Ob „Deutscher Kaisermarsch” - ein kurz „hingeworfener” Geniestreich von Friedrich Zikoff aus Freude über die Krönung Wilhelms I. im Jahre 1871 - oder „Alte Kameraden”: Brillante Marschmusik lässt kaum jemanden kalt.

Von Wagner zu Winnetou

Nicht ganz unmilitärisch ging es auch bei der Interpretation von „Morgenlied und Aufzug der Heere” aus der Oper „Lohengrin” von Richard Wagner zu. An zwei Ausgängen der Festhalle waren je zwei Fanfaren posiert, die in Dialog mit dem Orchester auf die Bühne traten.

Die Zuhörer waren „mittendrin” im von Wagner wiederbelebten mittelalterlichen Geschehen: dem feierlichen Aufzug des Heeres am Fuße der Schelde und seine Meldung vor König Heinrich dem Vogler. Der „Stereo-Effekt” weckte auch Erinnerung an einen Besuch im Kino, der dann vollends durchschlug bei der großen Suite aus dem Film „Winnetou”. Musikkorps-Mitglied Guido Rennert hatte die Martin-Böttcher-Filmmusik glänzend für großes Blasorcheser arrangiert.

Vor fast einem Jahr folgte Michael Jackson dem Apachen-Häuptling Winnetou in die „ewigen Jagdgründe” nach. Das Musikkorps der Bundeswehr erwies dem „King of Pop” seine Reverenz mit „Thriller”, wobei erneut Guido Rennert mit einem bemerkenswerten Arrangement das Schöne dieses Ohrwurms hinter der bombastischen Elektronik des Originals hervorlockte.

Sein ganzes Können an prächtigem Bläsersound, individuellem Können und „Rhythmus im Blut” versprühte das Musikkorps der Bundeswehr beim „West-Side-Story”-Potpourri von Leonard Bernstein und der Quintessenz aus Filmmusiken des legendären Henry Mancini: Köstlich, wie sich die Grundmelodie des „Rosaroten Panthers” zuerst durch das Tenor-Saxophon und dann durch alle anderen Instrumentengruppen „schlich”.
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