Bundeswehr bleibt und streicht 330 Stellen

Von: Patrick Nowicki
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Ein Bild aus der Vergangenheit
Ein Bild aus der Vergangenheit: Im März wurden die letzten Rekruten in der Donnerbergkaserne vereidigt, jetzt wird die Rekrutenkompagnie 6 aufgelöst. Foto: A. Röchter

Eschweiler/Stolberg. Seit Mittwochmorgen herrscht auf dem Donnerberg Gewissheit: Die Kaserne befindet sich nicht auf der Streichliste von Verteidigungsminister Thomas de Maizière. Dennoch wird es Änderungen geben.

Durch die Umwandlung der Bundeswehr in eine Freiwilligenarmee wird die Rekrutenkompagnie 6 aufgelöst, was auch deutliche Konsequenzen für die Personalstärke hat: Das Stammpersonal sinkt auf dem Donnerberg von 490 Menschen auf 160. Allerdings wurde noch nicht festgelegt, zu welchem Zeitpunkt die Vorgabe umgesetzt werden soll. Dies könne sich noch bis 2013 hinziehen, hieß es.

Mit dieser Entscheidung des Verteidigungsministeriums hat Kasernenkommandant Oberstleutnant Thomas Menikheim, der am Mittwoch informiert wurde, gerechnet. Der Diplom-Ingenieur weiß um die Stärken des Standortes und die Qualitäten der Technischen Schule Landsysteme (TSL) und Fachschule des Heeres für Technik (FSHT), die er leitet. Am Donnerberg werden Soldaten hauptsächlich in der Nutzung elektronischer Waffensysteme unterwiesen. Die Zahl der Teilnehmer an den Lehrgängen schwankt zwischen 500 und 800 Menschen.

Die Entscheidung bringt allerdings den nächsten Stein ins Rollen: Die Organisation innerhalb der Ausbildungseinheit kommt auf den Prüfstand. Man wolle Abläufe weiter optimieren und die Strukturen verfeinern, sagt Oberstleutnant Menikheim. Allerdings sei es noch zu früh, über Details zu sprechen. Ebenfalls noch nicht klar ist, wie der Personalabbau bewältigt wird und was mit den Betroffenen geschieht. Dies soll in den nächsten Wochen geschehen. „Wir haben die Entwicklung in etwa so eingeschätzt, wie sie jetzt eingetreten ist”, war der 45-Jährige nicht überrascht von der Entscheidung des Bundesverteidigungsministeriums.

Aufatmen herrschte bei den Politikern: „Dies ist eine für Eschweiler, Stolberg und die ganze Städteregion wichtige Entscheidung”, urteilte der Bundestagsabgeordnete Helmut Brandt (CDU). Der Standort habe eine gute Zukunftsperspektive, die Bundeswehr sei dort modern und leistungsstark aufgestellt.

Eschweilers Bürgermeister Rudi Bertram paarte die Freude über den Standorterhalt mit der Furcht über wirtschaftliche Auswirkungen für die Stadt: „Die etwa 200 Rekruten werden fehlen”, weist er auf den Wegfall der Rekrutenkompagnie 6 hin. Er stehe in ständigem Kontakt mit den Verantwortlichen und wolle beobachten, wie der Standort sich weiter entwickele.

Die Technische Schule Landsysteme und Fachschule des Heeres für Technik unterhält drei Standorte in Aachen, nämlich die Lützow-, Gallwitz- und Körner-Kaserne, und einen in Eschweiler. Sie ist verantwortlich für die Aus- und Weiterbildung sowie Weiterentwicklung aller Instandsetzungskräfte insbesondere des Heeres. Auch die Kaiserstadt muss Kürzungen hinnehmen: In Aachen soll das Personal von 950 auf 800 reduziert werden.
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