Eschweiler - Bundespolizei nimmt ihr neues Revier in Betrieb

Bundespolizei nimmt ihr neues Revier in Betrieb

Von: Rudolf Müller
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Rund um die Uhr besetzt: die Wache der Bundespolizei an der Rue de Wattrelos 29. Hier tun seit Freitag fast 100 Beamte Dienst. Foto: Rudolf Müller
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Weihten das Dienstgebäude ein: Oberpfarrerin Anne Henning und ihr katholischer Kollege Oberpfarrer Pater Georg Herr aus St. Augustin. Foto: Rudolf Müller

Eschweiler. Sie ist da. Am Freitag hat die Bundespolizei ihr neues Domizil an der Rue de Wattrelos offiziell bezogen und in Betrieb genommen. Fast 100 Polizeibeamte werden ab nun hier in fünf Schichten ihren Dienst tun. Zum Auftakt gab es aufmunternde Worte und Würstchen vom Grill. Und den Segen zweier Kirchen.

Eigentlich hätte die Bundespolizei schon vor Jahresfrist hier eine neue Heimat finden sollen. Doch manchmal laufen die Dinge eben nicht so, wie man möchte. Die Mietverträge lagen schon zur Unterschrift bereit, da starb die alte Dame, der das Gebäude an der Rue de Wattrelos, einst Sitz der Autobahnpolizei, gehörte. Neuer Besitzer wurde eine evangelische Kirchengemeinde aus Essen. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, kurz BImA, kam auch mit der Kirche zurecht, aber Probleme mit Firmen und ähnliches trugen dazu bei, dass sich Umbauarbeiten und Modernisierung des Gebäudekomplexes am Rand der Autobahn über rund zwei Jahre hinzogen.

Dennoch: Das Warten hat sich gelohnt. Die Beamten fühlen sich wohl in dem „neuen“ Gemäuer, wie Wolfgang Wurm, Präsident der Bundespolizeidirektion West in St. Augustin, betont. Besonders freute er sich über das herzliche Willkommen, das Eschweilers Bürgermeister Rudi Bertram ihm und den hier tätigen Kollegen aussprach. „Eine Behördenstadt zu sein, das wertet den Standort auf“, betont Bertram.

„Deshalb war ich ja auch zunächst sauer, als die Bundespolizei sich plötzlich verabschiedete.“ Was sich im Nachhinein als Glücksfall für Eschweiler herausstellte: Die rund um die Uhr von der Rue de Wattrelos aus eingesetzten Beamten der Bundespolizei sorgen für eine deutlich erhöhte Polizeipräsenz auf Eschweilers Straßen und somit für ein höheres Sicherheitsempfinden der Bürger. „Wir sind dazu da, mit Leib und Leben für diese Gesellschaft einzustehen“, sagt Wolfgang Wurm. „Da freuen wir uns umso mehr, wenn wir anerkannt werden.“ Und natürlich werde keine Streife der Bundespolizei, wenn sie in Eschweilers Straßen Gefahren sehe, daran vorbeifahren, sondern handeln.

Die meisten der im neuen Revier eingesetzten Beamten stammen aus Aachen, viele auch aus der Eifel und dem Raum Heinsberg, einige aus Köln. Ihnen bot Rudi Bertram an, in Eschweiler heimisch zu werden. Die Stadt werde gerne mit der Vermittlung von Grundstücken oder Wohnraum helfen. Ein Angebot, auf das in Zukunft gerne zurückgegriffen werde, ist sich Polizeipräsident Wurm sicher: „In den nächsten zehn Jahren geht ein Drittel unserer Leute in Rente. Junge Kollegen rücken nach. Und die haben einen anderen Blick auf Lebensqualität. Die wollen lieber vor Ort eingebunden sein als weit zu pendeln. Und Eschweiler liegt ja sehr attraktiv“, so Wurm.

Rund 17 Prozent der Bundespolizeibeamten sind übrigens Frauen. Tendenz: deutlich steigend. Dabei werden Frauen erst seit Ende der 80er Jahre bei der Bundespolizei eingestellt. Bei den Jüngeren sieht das Verhältnis bereits anders aus: Unter den nachrückenden Kollegen beträgt der Frauenanteil bereits 30 Prozent.

„Das neue Bundespolizeirevier wird neben der Bundespolizeiinspektion Aachen eine der Schaltzentralen des operativen Dienstes zur Bekämpfung der Schleuserkriminalität und der illegalen Migration an den Grenzen zu Belgien und den Niederlanden sein“, betont Bundespolizeisprecher Bernd Küppers. Auch die Fahndungskomponente „REFT“, ein im Pilotprojekt befindliche Fahndungsgruppe der Bundespolizeiinspektion Aachen, wird ihren Einsatz von dem neuen Bundespolizeirevier Aachen-Nord in Eschweiler versehen.

REFT steht für Rückführungs-Einsatz-Fahndungsteam und ist spezialisiert auf die Rückführung von Personen in Drittländer, die eine besondere Kenntnis europäischen Rechts erfordert. „REFT kümmert sich um begleitende Maßnahmen bei Kontrollen und entlastet so den normalen Kontroll- und Streifendienst, der sich so stärker der Grenzüberwachung widmen kann“, sagt Küppers.

Eine der wichtigsten Aufgaben der Beamten unter Inspektionsleiter Martin Hartmann ist die Betreuung unbegleiteter jugendlicher Flüchtlinge, bei der die Bundespolizei auf die Zusammenarbeit mit Stadt Eschweiler und dem Haus St. Josef zählt.

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