Eschweiler - Bürgermeister Bertram beim Neujahrsempfang zuversichtlich

Bürgermeister Bertram beim Neujahrsempfang zuversichtlich

Von: Rudolf Müller
Letzte Aktualisierung:
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Gut gefüllt war der Ratssaal beim Neujahrsempfang von Bürgermeister Rudi Bertram, der nach Vorträgen und Grußworten auch Raum und Zeit bot, untereinander Gespräche zu führen und Kontakte zu vertiefen. Foto: Rudolf Müller
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Verdiente sich ein Extralob vom Bürgermeister vor allem für den Weihnachtsmarkt: Citymanager Klaus-Dieter Bartholomy.
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Erläuterte die Bedeutung früher Hilfen für überforderte Eltern: Dr. Gabriele Trost-Brinkhues. Mehr dazu in Kürze.
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Zeigt sich trotz auch im Neuen Jahr großer Herausforderungen zuversichtlich: Bürgermeister Rudi Bertram.

Eschweiler. Es war wie stets eine bunte Mischung von Menschen, die dem Leben in der Indestadt auf die eine oder andere Weise ihren Stempel aufdrücken:

Vertreter von Landtag und Städteregion, von Betriebs- und Personalräten, von Banken, Handel und Unternehmen, von Bundeswehr und (Bundes-) Polizei, von Religionsgemeinschaften und Hilfsorganisationen, Feuerwehr und Technischem Hilfswerk, Karneval und ehrenamtlich Tätigen, Ratsfraktionen und Verwaltungsmitarbeitern, die Bürgermeister Rudi Bertram am Samstagmittag zum Neujahresempfang im Ratssaal begrüßte.

Unter ihnen auch einige Flüchtlingsfamilien, für die Eschweiler zur neuen Heimat werden soll, und 13 Kinder des Jugendparlaments des Hauses St. Josef. Vor ihnen allen ließ Bertram noch einmal die großen Herausforderungen Revue passieren, die Eschweiler im vergangenen Jahr zu schultern hatte, allem voran die Flüchtlingswelle. Sein Dank galt nicht nur den Ehrenämtlern, die sich für diese Menschen engagieren, sondern auch seinen Kollegen in der Verwaltung: „Deren Engagement ging bis an die Schmerzgrenze. Und, liebe Kollegen, ich kann Ihnen versichern: Das geht 2016 so weiter!“

Auch der noch immer anhaltende Strukturwandel beschäftigte den Bürgermeister. „Gemeinsam mit vielen Ehrenämtlern, Organisationen, Institutionen und Vereinen arbeiten wir Hand in Hand, um geflüchteten Menschen einen Schutz und eine neue Heimat in Deutschland und somit auch in Eschweiler zu geben. Diese Menschen mit ihren Familien werden die Zukunft unserer Stadt mitgestalten müssen“, betonte Bertram. „Denn auch Eschweiler und die Region werden sich in den kommenden Jahrzehnten verändern. Wir können heute davon ausgehen, dass die Braunkohleverstromung im Kraftwerk Weisweiler in circa 15 Jahren beendet ist.“

Bertrams Appell: die Herausforderungen des nötigen Strukturwandels als Chance nutzen. Ein Beispiel dafür sei die Vermarktung des interkommunalen Industriegebiets „Am Grachtweg“ neben dem Kraftwerk Weisweiler. In dem 31 Hektar großen Plangebiet seien Bauhöhen bis zu 47 m möglich. „Wir arbeiten daran, hier neue Industriefirmen und Gewerbe anzusiedeln, aber ich betone: Industrie, die auch Arbeitsplätze bringt!“

Als Herausforderung sieht Bertram auch die von der Bezirksregierung Köln verordnete Umweltzone in Eschweiler, die Eschweiler nach wie vor zu verhindern sucht: Sollte diese Umweltzone tatsächlich zur Umsetzung gelangen, würde dies trotz möglicher Ausnahmeregelungen für den Lkw-Verkehr anstatt einer Entlastung eine Belastung für die Bürger, aber auch Besucher unserer Stadt bedeuten.“ Dennoch gab sich Bertram optimistisch: „Wir Eschweilerinnen und Eschweiler packen an und werden auch die andauernden und aktuellen Herausforderungen gemeinsam meistern und für die auf uns zukommenden Aufgaben Lösungen finden!“

Nicht ganz so zuversichtlich zeigte sich, was ihren Fachbereich betrifft, Dr. Gabriele Trost-Brinkhues, die sich in ihrem Vortrag mit Weichenstellungen in frühester Kindheit befasste, die das gesamte Leben prägen. Die Referentin weiß, wovon sie spricht: Trost-Brinkhues ist Leiterin des Kinder- und Jugendärztlichen Dienstes des Gesundheitsamtes der Städteregion, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin sowie Medizinische Genetik, Mitglied der Steuerungsgruppe „Bundesinitiative Frühe Hilfen“ beim Bundesfamilienministerium, Mitglied im Fachbereich „Frühe Hilfen“ des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen, im Fachbeirat der Bundesarbeitsgemeinschaft „Mehr Sicherheit für Kinder“, im Fachbeirat „Gesundheitlicher Chancengleichheit“ in der Leitlinienkommission „Fetales Alkoholsyndrom“ und zahlreichen weiteren Kommissionen und Fachausschüssen.

Sie zeigte unmissverständlich auf, welche Zusammenhänge zwischen Kinderarmut, Erziehungsdefiziten und Chancenlosigkeit im späteren Leben bestehen, wies auf Erhebungen hin, denen zufolge die Folgekosten von Alkoholproblemen, fehlenden Schulabschlüssen, ausbleibenden Steuereinnahmen und reduziertem Wirtschaftswachstum sich innerhalb von 50 Jahren auf 2,8 Billionen Euro belaufen, und plädierte für die Einführung von „Elternführerscheinen“. Jeder Euro, der in „Frühe Hilfen“ investiert werde, bedeute Studien zufolge die Einsparung späterer „Reparaturkosten“ von bis zu 30 Euro.

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