Eschweiler - Bürgerbegegnungsstätte: Lockeres Kennenlernen in Frauenrunde

Bürgerbegegnungsstätte: Lockeres Kennenlernen in Frauenrunde

Von: jlm
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Zahlreiche Flüchtlingsfrauen hatten das Angebot des Frauennetzwerkes angenommen und lauschten den Veranstalterinnen. Foto: Julia Meuser

Eschweiler. „Eschweiler ist eine Stadt mit einem großen Herzen“, machte Helen Weidenhaupt, stellvertretende Bürgermeisterin, den Frauen am Sonntagmittag Mut. Das Frauennetzwerk der Stadt Eschweiler unter dem Vorsitz der Gleichstellungsbeauftragten Sigrid Harzheim hatte sich nämlich zum Internationalen Frauentag etwas ganz Besonderes ausgedacht.

In Kooperation mit dem Integrationsrat, dem Multikulturellen Frauenbündnis „Frauenpower“ und dem Verein Bürgerbegegnungsstätte Eschweiler-Ost richtete es in der Bürgerbegegnungsstätte (BEO) unter dem Motto „Wir Frauen: Mit Frauen für Flüchtlingsfrauen“ von 11 bis 14 Uhr einen Brunch aus. Damit knüpfte das Frauennetzwerk unter dem Schwerpunkt „Frauen und Integration“ an das Thema „Frauenleben in kultureller Vielfalt“ aus dem Jahr 2012 an.

Kinderbetreuung garantiert

Mit einem Reisebus wurden die Flüchtlingsfrauen an ihren Unterkünften in der Hüttenstraße, der Grachtstraße und der Severinstraße abgeholt und zur BEO und am Nachmittag wieder zurück zu ihren Unterkünften gefahren. Die Kinderbetreuung übernahmen Mitarbeiterinnen der Spiel- und Lernstube sowie des Kinderschutzbundes. Die stellvertretende Bürgermeisterin Helen Weidenhaupt sowie Nora Hamidi, Vorsitzende des Integrationsrates der Stadt Eschweiler, und eben jene Gleichstellungsbeauftragte Sigrid Harzheim begrüßten die Frauen. Fatima Zayat und Fatiha Mirhom, Vorsitzende des Bündnisses „Frauenpower“, übersetzen ins Arabische.

Im Anschluss wurde dann erst einmal genüsslich gebruncht. Daniela Bosenius (Sopranistin) und der Mädchenchor der Gesamtschule Waldschule, am Klavier begleitet von Gisela Freialdenhoven, Musiklehrerin der Gesamtschule Waldschule, animierte die Frauen schließlich unter anderem mit dem bekannten Lied „Bruder Jakob“ zum Mitsingen.

Dieser Brunch solle ein Willkommensgruß und zugleich ein Angebot sein, sich gegenseitig kennenzulernen und auszutauschen, so die Veranstalterinnen. Viele der Frauen mussten auf Besitz, den Freundeskreis und ihre Familie verzichten, leben isoliert von ihrer Umgebung, weil diese durch Erziehung, Kultur aber auch Mentalität so ganz anders ist als ihre ursprüngliche Heimat. Die Sprache stellt ebenfalls eine Barriere dar. In den Eschweiler Unterkünften leben Frauen aus Somalia, Pakistan, dem Kosovo, Nigeria, Afghanistan, Guinea, Kongo, Mazedonien, Serbien, Syrien, Iran, Irak, Angola, Aserbaidschan, Armenien, Vietnam, Albanien, Libanon, Kirgistan, China und Eritrea. Die Verständigung finde da hauptsächlich „mit Händen und Füßen“ statt, berichtet die Gleichstellungsbeauftragte. Diese Unsicherheit der Frauen führt jedoch schnell dazu, dass sie sich in den Kreis ihrer Landsleute zurückziehen. Auf Dauer verhindert das aber eine Integration.

Am Sonntag bot sich den Frauen nun die Möglichkeit, diese Isolation zu durchbrechen und Kontakte zu knüpfen. Ebenfalls konnten sie nicht nur die Bürgerbegegnungsstätte als Ort der Begegnung, sondern auch Frauen verschiedener Nationen des offenen Frauentreffs „Frauenpower“ kennenlernen. Sie treffen sich jeden Freitag von 11 bis 17 Uhr in der BEO. Mariethres Kaleß, Vorsitzende des Kinderschutzbundes, überreichte den Frauen sogar eine großzügige Spende für das nächste Freitagstreffen.

Am Anfang sei es schwierig gewesen, erklärt Fatima Zayat von „Frauenpower“, da die Frauen Angst gehabt hätten. Nora Hamidi, Integrationsrat, kann das nur bestätigen. Sie habe das Treffen einmal besucht, als es noch ganz frisch gewesen sei. Die Frauen seien sehr zurückhaltend gewesen, hätten sich gefragt: „Was wollen die Leute von mir?“ Diese Treffen sollen jedoch den Frauen Hilfe leisten. Deswegen seien Vertreterinnen des Treffs auch per Telefon zu erreichen. Fatima Zayat rief ebenfalls dazu auf, das Angebot einfach einmal zu testen und auszuprobieren. Manche Frauen seien mittlerweile bereits zu Stammkunden geworden. Bei einem waren sie sich jedoch alle einig: „Integration muss gelebt werden – so wie hier heute“, fügte Sigrid Harzheim hinzu.

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