Bürger wegen russischer Gaststätte beunruhigt

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Wird von den Bürgern in Oberröthgen skeptisch gesehen: Die Stadt hat die Sperrzeit für das „Savok” bereits um vier Stunden verkürzt.

Eschweiler. Eine Gaststätte für ein russischstämmiges Publikum mitten in einem Wohngebiet - das „Savok” hat in der Vergangenheit für Diskussionen gesorgt. Beim „Oberröthgener Dorfklatsch” gab es im „Burghof” heftige Beschwerden über das Anfang Oktober an der Feldstraße eröffnete Lokal.

Von Lärm bis in den frühen Morgen berichten die 24 Bürger, die zur „Dorfklatsch”-Runde gekommen sind. Von Gläsern und Flaschenscherben in Vorgärten, von Situationen, in denen sie sich bedroht fühlten. 77 Anwohner der umliegenden Straßen haben bereits ein Protestschreiben an die Stadtverwaltung unterzeichnet.

An einem friedlichen Miteinander - auch der Kulturen - ist Walter Rauchenberger gelegen. Er, der Organisator der „Dorfklatsch”-Runde, versichert ein ums andere Mal, es gehe nur um die Lebensqualität der Anwohner: „Wir wollen in Ruhe und Frieden hier leben, sonst gar nichts”. Aber genau so häufig redet er von der Angst, die die Menschen in dem Viertel rund um Feldstraße, Fischerstraße und Von-der-Horst-Straße haben.

Gleich am Eröffnungstag hatte es Beschwerden aus der Nachbarschaft gegeben, wie Dieter Kamp vom Rechtsamt der Stadt bestätigt. Die Verwaltung hat sofort reagiert und die Verkürzung der Sperrzeit von fünf auf ein Uhr verfügt. „Danach sind die Beschwerden weniger geworden.”

Wilde Spekulationen kursieren derweil über den wahren Charakter der Lokalität. Die Konzession ist laut Stadt für einen Restaurationsbetrieb erteilt worden. Das Ordnungsamt habe sich die Gaststätte auch angesehen und „nichts festgestellt, was schwerwiegender Natur” sei.

„Wir müssen da objektiv sein”, erklärt Kamp. Wenn Betrieb und Betreiber sauber seien, „müssen wir die Konzession erteilen”. Was nicht heißt, dass die Stadt wegschaue. Aber: „Da kann man nur reagieren.” Wenn es sein muss, auch mit einer weiteren Vorverlegung der Sperrstunde. „Wir werden weiter ein Auge darauf haben”, verspricht Kamp.

Genau dieselbe Formulierung gebraucht Polizei-Pressesprecherin Iris Wüster. Im Umfeld des „Savok” habe es bisher nur einen aktenkundigen Einsatz gegeben. Eine Anwohnerin der Von-der-Horst-Straße, in die die Feldstraße mündet, hatte die Polizei alarmiert, weil sie annahm, dass sich eine Schlägerei unter mehreren Männern anbahnte. Als die Polizei eintraf, stieß sie nur noch auf einen Mann und zwei Frauen. Offenbar habe es sich um einen „verbalen Streit zwischen Brüdern” gehandelt, berichtet Iris Wüster. Eine Straftat habe nicht vorgelegen, insofern auch keine Rechtsgrundlage dafür, die Personalien der Beteiligten festzustellen.

In der Versammlung beim „Dorfklatsch” war davon die Rede gewesen, dass die Polizei zu einer Prügelei gerufen worden sei und „vor Angst nicht mal die Personalien aufgenommen” habe. Die Sprecherin der Polizei: „Angst haben wir nicht.”
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