„Büchercaching“: Auf der Suche nach dem richtigen Buch

Von: Sonja Essers und Annika Kasties
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Viel Spaß hatten Manuel, Nicole und Sergen (von links) beim Büchercaching. Das bot die Stadtbücherei im Rahmen der langen Nacht der Bibliotheken an. Foto: Sonja Essers
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Eng am biblischen Geschehen: Günter Kriegers Roman „Die neunte Stunde“. Foto: A. Kasties

Eschweiler. Mit einer Vielzahl von Angeboten lockte die Stadtbücherei zur „Langen Nacht der Bibliotheken“. „Büchercaching“ gehörte ebenso dazu wie eine Autorenlesung. Wissen Sie, was Geocaching ist?

Darunter versteht man eine moderne Form der Schnitzeljagd. Das Ziel: Die so genannten Caches (Schätze), die an den verschiedensten Stellen einer Stadt versteckt sein können, müssen gefunden werden. Was man dazu braucht? Ein GPS-Gerät, eine Beschreibung der Schätze, einen Stift und gesunden Menschenverstand.

Die beiden Indestädter Sergen und Manuel haben dieses Hobby längst für sich entdeckt und betreiben es mit viel Engagement und Leidenschaft. Die beiden Schüler sind jedoch nicht nur auf diesem Gebiet wahre Experten. Im Rahmen der langen Nacht der Bibliotheken stellten sie am Freitag in der Stadtbücherei das so genannte Büchercaching vor. Ziel war es ein bestimmtes Buch in der Bücherei zu finden. Die Aufgaben führten die Teilnehmer jedoch durch die verschiedenen Buchhandlungen der Indestadt.

Dort hatten die beiden Jungs Zettel hinterlegt, auf denen Fragen zu verschiedenen Büchern standen. Natürlich mussten diese von den Teilnehmern beantwortet werden. Erst dann ging es weiter zur nächsten Station.

Zurück in der Stadtbücherei wartete dann die schwierigste Aufgabe auf die Teilnehmer, zu denen auch die 15-jährige Nicole gehörte. Anhand verschiedener Zettel, die der 13-jährige Sergen und der 14-jährige Manuel zuvor in der Bücherei versteckt hatten, mussten die Teilnehmer ein bestimmtes Exemplar finden. Die Schwierigkeit: Das Buch befand sich nicht an seinem ursprünglichen Platz.

Für Nicole war dies allerdings kein Problem. Nach wenigen Minuten hielt die Schülerin das Exemplar triumphierend in ihren Händen. Die beiden Jungs waren begeistert. „Wenn du möchtest, kannst du ja bei uns mitmachen“, schlugen sie ihr vor. Auch Michaele Schmülling-Kosel war von dem Angebot angetan und versprach: „Beim nächsten Mal findet das wieder statt.“

Der Mann unter dem Kreuz

„Einer holte schnell einen Schwamm, tauchte ihn in Essig, steckte ihn auf eine Stange und wollte Jesus trinken lassen.“ Mit diesen Worten beschreibt Markus in seinem Evangelium die letzten Momente im irdischen Leben Jesu. Die Gegebenheiten der Passion Christi sind bekannt. Doch wer war der Mann, der Jesus am Kreuz einen letzten Akt der Barmherzigkeit leisten wollte? Welche Umstände führten ihn nach Golgota? Eine mögliche Antwort bietet Günter Krieger.

In seinem neuen Roman „Die neunte Stunde“ schildert der Schriftsteller aus Langerwehe die Passionsgeschichte aus der Perspektive eines Mannes, der in der Bibel namenlos bleibt. Erst seit dem neunten Jahrhundert erscheint er in der Ikonografie als Stephaton. „Es gibt keine Apokryphengeschichte von Stephaton, keine Legenden, man weiß nichts von ihm“, erklärt Krieger. „Da dachte ich mir, das ändere ich mal!“

Dass er den Sprung vom historischen Regionalroman aufs biblische Terrain gekonnt umgesetzt hat, bewies Krieger am Freitagabend in der Stadtbücherei. Seine Lesung bildete in Eschweiler den Abschluss der landesweiten „Nacht der Bibliotheken“. Unter dem Motto „eMotion – Bibliotheken bewegen“ hatte die Stadtbücherei ihren Besuchern ein buntes Programm bereitgestellt. „Es ist wichtig, darauf aufmerksam zu machen, was Bibliotheken heute leisten“, sagte Michaele Schmülling-Kosel, Leiterin der Stadtbücherei. „Bibliotheken haben Aufenthaltsqualität und bieten mehr als die Ausleihe von Büchern und E-Medien, wie zum Beispiel Recherche-Trainings, Medienkisten für Schulen und viele Aktionen für Kinder.“ Nachdem die Stadtbücherei im Laufe des Tages primär kleine Leseratten mit einem Puppenspiel, einem Manga-Zeichenkurs und einer Fitnessstunde in Bewegung gebracht hatte, sprach Krieger am Abend die Emotionen der Erwachsenen an. Verschwörungstheorien im Stile von Dan Brown dürften seine Leser nicht erwarten, so Krieger. Stattdessen halte sich die „Die neunte Stunde“ eng an die Geschichte des biblischen Geschehens.

„Ich empfand es als besondere Herausforderung, eine Geschichte zu schreiben, ohne ein bestimmtes Evangelium zu bevorzugen“, sagte der Schriftsteller, den seine Recherchen bis Jerusalem führte. Sein Ansatz scheint erfolgreich zu sein. „So spannend habe ich die Passionsgeschichte noch nie gehört“, betonte eine Besucherin.

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