Brennende Feuerzeuge und verträumte Blicke

Von: vr
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Er ist eine lebende Rock-Legen
Er ist eine lebende Rock-Legende und die Seele von Barclay James Harvest: Bassist und Sänger Les Holroyd. Foto: Volker Rüttgers

Eschweiler. „Valley´s deep and the mountains so high”, als die „Hymn” erklang, war es dann doch noch einmal so wie vor über 30 Jahren: Brennende Feuerzeuge, verträumte Blicke und jede Textzeile aus hunderten Kehlen widerhallend in Richtung der Bühne, auf der „Barclay James Harvest” stehen, die zu den Großmeistern des Siebziger-Art-Rocks gehören.

In der Weisweiler Festhalle ist aus dieser Zeit einzig Leadsänger und Songwriter Les Holroyd geblieben, der am Sonntagabend mit seiner Band und Versionen der großen „BJH”-Hits zwischen Gefühlstälern und -bergen bei den Fans wandeln sollte.

Bereits die ersten Takte von „Who do we think we are”, mit dem das knapp zweistündige Konzert von „Barclay James Harvest feat. Les Holroyd” am Sonntag eröffnete, transportierten den typischen „BJH”-Sound, jenen getragenen, orchestralen Klang. Dieser konnte sich vor allem im ersten Konzertteil in den hinteren Publikumsreihen leider nicht immer zur vollen Entfaltung entwickeln, was sehr bedauerlich war, sorgten Colin Browne und Steve Butler an den Keyboards doch für einen sehr atmosphärischen Klangteppich, der gemeinsam mit einer perfekt ausgeleuchteten Bühne im Schatten eines Vollmondes eine sehr stimmige Szenerie bot.

Spätestens als Les Holroyd den Bass einmal zur Seite legte und mit Gitarre „Sip of wine” anstimmte, sprang der Funke auf das Publikum in der nicht ausverkauften Festhalle über, welches allerdings auch feststellen musste, dass die hohe Stimme Holroyds, die einst im wunderbaren Kontrast zur tiefen von Bandmitbegründer John Lees stand, nicht mehr in jede Tonart hinein reicht. Bereits nach fünf Stücken verabschiedete sich die Band in eine kurze Pause, um dann aber im zweiten Set am Sonntagabend endlich aufzudrehen: Mit „Fly away” und „Tonight is gonna be the night”, zwei relativ jungen Songs, zog vor allem der hervorragende Gitarrist Michael Byron-Hehir das Rocktempo gehörig an, so dass allmählich auch Bewegung ins (noch sitzende) Publikum kam. „That was then...this is now”, der „BJH”-Song hätte als Überschrift über diesem Konzert stehen können, in dem so mancher Klassiker, angetrieben von Drummer Paul Walsham, in deutlich schnellerem Tempo daher kam.

So schien es auch bei dem größten Hit von „Barclay James Harvest”, denn bei den ersten Textzeilen von „Life is for living” musste sich Les Holroyd hörbar anstrengen, textlich hinter der Musik her zu kommen. Doch mit Hilfe seiner begeistert intonierenden Fans fand das Rockkonzert in Weisweiler einen würdigen Abschluss, natürlich nicht ohne den zweiten Gigant-Hit „Hymn”, den Holroyd bereits seit 34 Jahren auf der Bühne Abend für Abend singt. „He just loves his music”, lautet die einfache Begründung von Manager Alex Rose, warum diese Songs Les Holroyd nach der langen Zeit auf der Bühne immer noch ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Für seine Band ist es viel mehr: „Er ist unsere Inspiration”, ließ Background-Gitarrist Steve Butler das Eschweiler Publikum über Les Holroyd wissen, einer lebenden Rock-Legende, die dank Max Krieger am Sonntag den Weg an die Inde fand.
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