Bremsschwellen am Lotzfeldchen: Es geht um Millimeter

Von: Friedhelm Ebbecke-Bückendorf
Letzte Aktualisierung:
hubbel2_
Der dickste Hubbel: Zehn Zentimeter misst Rathaus-Mitarbeiter Ralf Mommer hier in der Baustelle Hehlrather Straße. Fahrer tiefergelegter Autos sollten hier seeeehr langsam fahren. Foto: Ebbecke-Bückendorf

Eschweiler. Leser beschweren sich über die Bodenschwellen im Neubaubereich der Hehlrather Straße/Lotzfeldchen. Weil dort die Verschleißschicht der Fahrbahn noch fehlt, seien die Hubbel so hoch, dass tiefergelegte Fahrzeuge aufsetzen. Die Stadt hat nachgemessen - die Höhe ist grenzwertig, aber noch okay. Und außerdem soll noch in diesem Monat die letzte Asphaltschicht draufkommen.

In Holland sagt man „Drempel”, Amerikaner nennen sie „sleeping policeman”, Straßenbauer sprechen von Bremsschwellen oder, bei größeren Flächen, von Plateauaufpflasterung. Gemeint sind die Hubbel, die in Wohnstraßen eingebaut werden, um allzuschnelle Autofahrer zu bremsen. Auch der Straßenzug Hehlrather Straße/Lotzfeldchen, der seit Monaten erneuert wird, bekommt solche Hubbel. Fünf Zentimeter hoch sollen sie werden.

Auf dem Lotzfeldchen ist die Straße allerdings noch nicht fertig. Da fehlt noch die letzte Asphaltschicht. Sie wird vier Zentimeter dick. Weil eine unfertige Straße auch etwas uneben ist, und weil vor und hinter den Hubbeln meist noch kleine Kuhlen in der Straße sind, erleben Autofahrer, die etwas flott in den Baustellenbereich fahren, eine heftige Überraschung. Selbst Fahrern ganz gewöhnlicher Familienkutschen kann es hier vor Schreck fast das Steuer aus der Hand schlagen. Ihr Fahrzeug federt in der Kuhle ein, wird dann vom Hubbel hochkatapultiert - der Ruck reißt schon mal Handschuhfächer auf, und Sonnenbrillen fliegen aus ihrer Halterung.

Keine Vorschrift

Nun ist, wer in einem erkennbaren Baustellenbereich zu schnell unterwegs ist, selbst schuld. Im Schritttempo machen die Hubbel normalerweise kein Problem.

Gemeinsam mit unserer Zeitung hat Ralf Mommer von der Stadtverwaltung, Abteilung Straßenraum und Verkehr, jetzt nachgemessen, wie hoch die Hubbel tatsächlich sind. Die Ergebnisse lagen zwischen sieben und zehn Zentimetern, einmal waren es 10,5 Zentimeter. Das ist sozusagen im grünen Bereich. Normale Pkw haben eine Bodenfreiheit um die 15 Zentimeter.

Anders allerdings ist es bei Autos, deren Fahrwerk tiefergelegt ist. Sie müssen zentimeterweise über die Hubbel kriechen, damit die Karosserie nicht aufsetzt. Wer ein Fahrzeug mit weniger als zehn Zentimetern Bodenfreiheit hat, sollte um die Baustelle einen Bogen machen.

Nun gibt es in Deutschland kein Gesetz, das vorschreibt, wie viel Platz zwischen Straße und Auto sein muss. Als Orientierung hat sich allerdings eine TÜV-Empfehlung durchgesetzt, das VdTÜV-Merkblatt 751. Darin steht im Anhang II, Absatz 5.1.9: „Tiefer gelegte Fahrzeuge, besetzt mit einem Fahrer, vollen Kraftstofftanks, müssen ein Hindernis von 800 mm Breite und einer Höhe von 110 mm mittig berührungslos überfahren können.”

11 Zentimeter? Da fängt für viele Fans sportlicher Autos das Tieferlegen erst an. Acht Zentimeter sind eine beliebte Höhe. Für diese Fahrzeuge dürfte es auch im Schneckentempo nicht möglich sein, ohne Kratzer durch die Baustelle Lotzfeldchen zu kommen. Jedenfalls nicht in den nächsten Tagen.

Ralf Mommer signalisiert ein Ende der Schleichtour: „Der genaue Termin steht noch nicht fest, das hängt auch vom Wetter ab, aber bis Ende dieses Monats soll die Schwarzdecke dort drauf sein.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert