Brachflächen wiederbeleben: Der Indestadt geht das Bauland aus

Von: Rudolf Müller
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Partner im Flächenpool: Franz Meiers, Stefan Kämmerling, Guido Eßer, Rud Bertram und Hermann Gödde (von links). Foto: Rudolf Müller

Eschweiler. „Wir haben Flächen in der Stadt, die geradezu nach einer Entwicklung schreien!“ Eschweilers Technischer Beigeordneter Hermann Gödde hat da einiges an Erfahrung: Die sechs Standorte, die er im Auge hat, liegen teils schon Jahre brach – und die insgesamt gut 52 Hektar gehören 113 Eigentümern.

Deren Interessen und die der Stadt unter einen Hut zu bringen, ist oft nicht einfach. „Da hilft oft ein frischer Blick von außen“, weiß Franz Meiers, Geschäftsführer des Flächenpools NRW. Den hat das Landesministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr ins Leben gerufen. Zielsetzung: Ein Expertenteam lotet Eigentümerinteressen aus, erarbeitet kommunale Entwicklungsperspektiven, tritt als Moderator zwischen den beteiligten Parteien auf und sorgt so für eine flächenschonende Stadtentwicklung durch die Revitalisierung von Brachflächen.

Ein Programm, an dem die Indestadt seit Jahren teilhaben wollte. Jetzt, im dritten Jahr, ist es gelungen. Mittwoch  Nachmittag fiel der Startschuss: Meiers und Pool-Projektleiter Guido Eßer, Bürgermeister Rudi Bertram und Beigeordneter Hermann Gödde unterzeichneten im Rathaus den „Konsensvertrag“ zwischen Stadt und Flächenpool. Ein Vertrag, von dem sich Rudi Bertram und seine Mitstreiter einiges erhoffen. „Der Pool tritt als neutraler Dritter auf“, betont Gödde. „Bei hier über 100 Eigentümern kann ein neutraler Dritter hoffentlich die eine oder andere Tür öffnen, die uns als Stadt bisher verschlossen blieb.“

Daran zu arbeiten, wirtschaftlich tragfähige und städtebaulich verträgliche Nutzungen zu finden, wird die Aufgabe von Guido Eßer, dem als Projektleiter für Eschweiler ein Team von Planern, Ingenieuren und Kaufleuten zur Seite steht. Die Kosten für das Programm trägt das Land – bei einem geringen Eigenanteil der Stadt. Im Fall Eschweiler sind dies etwa 11.000 Euro. Die Planungshoheit liegt dabei natürlich bei der Stadt. Dafür, dass die Bewerbung der Stadt mit den sechs Projektstandorten Jülicher Straße, Feldenendstraße, Grachtstraße, Kiefernweg, Talstraße und Königsbenden/Dürener Straße im dritten Anlauf zum Zuge kam, dankt Bürgermeister Rudi Bertram nicht zuletzt dem Landtagsabgeordneten Stefan Kämmerling, der in Düsseldorf wertvolle Arbeit im Interesse Eschweilers geleistet habe.

Noch in diesem Jahr will Pool-Projektleiter Guido Eßer – wie berichtet – die ersten Gespräche mit den Eigentümern der Flächen an Jülicher Straße, Gracht- und Fel-denendstraße führen. Und gleichzeitig eruieren, ob die drei Standorte für eine Wohnbebauung geeignet sind. Ab Mitte nächsten Jahres sollen dann auch die übrigen Flächen in Angriff genommen werden.

Die Zeit, um Brachland neu zu nutzen, drängt: „Wir sind in Sachen Wohnbau- wie auch Gewerbeflächen am Ende der Fahnenstange angekommen“, sagt Gödde. „Wir haben keins mehr!“

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