Eschweiler - Bösen Buben entführen das Publikum an den Zuckerhut

Bösen Buben entführen das Publikum an den Zuckerhut

Von: Andreas Röchter
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Ihr Heimspiel genossen die Inde-Singers. Foto: Andreas Röchter
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Das Tanzpaar Dalia Grüttner und Oliver Königs ließ keine Wünsche offen. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Traumhaft! Rio in der Indestadt! Der Zuckerhut, die Copacabana, der Christus-Berg und das Maracana-Stadion auf der Bühne der proppenvollen Delio-Arena! Und wer ist dafür verantwortlich? Natürlich die Bösen Buben (und selbstverständlich auch einige gar nicht so Böse Mädchen) der Eschweiler Kolpingsfamilie, die am Freitagabend eine große Zahl Eischwiele Fastelovendsjecke in das sonnendurchflutete Land des Sambas entführten.

Und mit brasilianischem Temperament empfingen die Narren im Saal, viele von ihnen brasilianisch gewandet, dann auch die Karnevalsgesellschaft, die angeführt von Sitzungspräsident Guido Kuth in neuen Uniformen die Bühne im Haus Flatten eroberte. Dort angekommen, konnte Guido Kuth gleich eine weitere Neuigkeit verkünden. Schließlich verfügen die Bösen Buben mit Patrick Kahnert über einen neuen Standartenträger. Dieser und Zeremonienmeisterin Ute Henrotte empfingen die ersten Orden des Abends.

Ein junger Wirbelwind

Kurz darauf dürfte so manchem Jeck im Publikum Hören und Sehen vergangen sein: Böse-Buben-Kindertanzmariechen Julia Lenzen wirbelte nämlich mit einer sagenhaften Geschwindigkeit über die Bühne und erntete vollkommen verdient die ersten Begeisterungsstürme. Einen Programmpunkt, ohne den seit mehr als zwei Jahrzehnten keine Sitzung der Bösen Buben komplett wäre, boten einmal mehr die „Glühwürmchen“. Die durch „Hahn im Korb“ Marcel Jungbluth verstärkte Damentanzgruppe präsentierte einen fulminanten „Samba de Janeiro“. Nachdem dieser verklungen war, wurde die Stimmung dann etwas wehmütig. Mit Annette Brandenburg erklärte nämlich ein „Glühwürmchen-Urgestein“ nach 23 Jahren ihren Abschied.

Zu den Klängen von „Schnaps, das war sein letztes Wort“ stieg anschließend Jonas Wintz alias der „Penner von nebenan“ in die Bütt. „Statt Kakerlaken und Getier bleibe ich lieber bei Schnaps und Bier“, ließ er in Anspielung auf das Dschungel-Camp wissen. Bei seinem letzten Arztbesuch wurden allerdings schlechte Leberwerte festgestellt. „Das könnte am Alkohol liegen“, analysierte der Mediziner messerscharf. „Gut! Dann komme ich wieder, wenn sie nüchtern sind“, zeigte sich der „Penner von nebenan“ durchaus schlagfertig.

Ganz schön eng auf der Bühne der Delio-Arena wurde es, als mit der KG Lätitia Blaue Funken Weisweiler eine nicht nur zahlenmäßig beeindruckende Gastgesellschaft einmarschierte. Unter der Moderation von Vizepräsident Marcel Römer und Kommandant Lothar Kerinnis präsentierten sich das Tanzpaar Kerstin Sevenheck und Manuel Hauck, die Blue Dance Girls und die Höppe Kröetsch temperamentvoll. Für musikalische Highlights sorgte darüber hinaus der Spielmannszug „Schwarz-Rot“.

In lupenreinem „Eischwiele Platt“ begeisterte Steffi Bücher als „De Brejmuhl van Bersch“ das jecke Publikum. Deren rasante Anfahrt zum Auftritt hatte der Polizei so gut gefallen, dass diese gleich ein Video drehte. „Das gibt Punkte“, meinten die Freunde und Helfer. „Kein Problem! Ich habe meine Payback-Karte dabei“, so die Antwort der Brejmuhl, die vor kurzen auch bei den „Weight-Watchers“ anrief: „Dort hat aber keiner abgenommen.“

Dann zeigten wiederum Böse-Buben-Eigengewächse, was in ihnen steckt: Tanzmariechen Annika Braun verzückte mit ihrem Charme die Zuseher und nahm nach ihrem Tanz Ovationen entgegen. Da wollten Dalia Grüttner und Oliver Königs als Tanzpaar in nichts nachstehen. Das Duo ließ mit akrobatischen Einlagen ebenfalls absolut keine Wünsche offen. Ihre Heimstärke spielten in einmal mehr großartiger Manier die „Inde-Singers“ aus: Die Klassiker „Nä, wat is et leäve schön“ und „De Mädcher“, der neue Hit „Loss mer singe“ sowie ein „Kölsches Potpourrie“ trieben das närrische Volk auf die Stühle.

Und dort waren die Jecken auch gut aufgehoben, kündigten Fanfarenklänge doch höchsten Besuch an: Prinz Christian III., Zeremonienmeister Frank und der gesamte prinzliche Hofstaat hielten triumphal Einzug. Da hieß es für das Duo, nicht lange zu fackeln: Stimmgewaltig und unter großartiger Unterstützung des Publikums erklang „Manni, der Esel“, bevor die Audienz ihr Ende fand. Die von Martina Jansen trainierte Tanzgruppe der „Bösen Mädchen“ zählt inzwischen 13 junge Damen. Diese rissen das Publikum von den Sitzen.

Auch zu inzwischen später Stunde reihte sich Höhepunkt an Höhepunkt. So erklommen mit Willi (Naumann) und Ernst (Schneider) zwei „Rentner-Sahneschnittchen“ aus Köln-Süd-Süd-Süd-Süd, also Koblenz, die Bühne. Diese machten den Damen im Saal gleich Hoffnung: „Sie hätten bei uns alle Chancen.“ Nach kurzen sprachlichen Irritationen in Sachen Amnesie, Amnestie, Annemie und Bigamie musste Ernst schließlich feststellen: „Als gestern Nacht um drei Uhr der Nachbar klingelte, wäre mir vor Schreck beinahe die Bohrmaschine aus der Hand gefallen.“ Mehrere Zugaben waren fällig.

Einen wahren Augenschmaus in Sachen Ästhetik, Anmut, Grazie und Bewegungstalent lieferten dann die „Sambarinchen“ der Bösen Buben. Einige Jecke im Saal schworen jedoch, in den braungebrannten Schönheiten in Wirklichkeit das Männerballett erkannt zu haben. Einen musikalischen Rundumschlag lieferte zum Abschluss eines grandiosen fast fünfstündigen Rio-Tripps die Band „Brass & Spass“.

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