Bodenständige Software testet Fräsarbeiten

Von: Paul Santosi
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Mit einer Fünf-Achs-Desktop-Prototypenfräsmaschine testet Camaix-Chef Andreas Grimm seine Software im Industrie- und Gewerbepark. Foto: Paul Santosi

Eschweiler. Eigentlich kommt Andreas Grimm aus Aachen. An der dortigen RWTH hat der Ingenieur sein Studium absolviert, bevor er sich Anfang der 90er Jahre nach einer einjährigen Erfahrung als technischer Entwicklungshelfer in Thailand als Unternehmer mit seiner eigenen Firma in der Region niederließ.

Heute wohnt und arbeitet Andreas Grimm in Eschweiler. Im Industrie- und Gewerbepark etablierte er im Januar 2009 sein Unternehmen Camaix.

Noch legen die Bauarbeiter den letzten Schliff ans Firmengebäude in der Hermann-Hollerith-Straße, von wo aus Camaix bereits Kunden in Deutschland und ganz Europa mit gefragten Softwareprodukten beliefert.

Bevor heute ein modernes Industrieprodukt in Serie gefertigt wird, geht dem meist eine lange Entwicklungszeit voraus. Formen für Metall- oder Kunststoffprodukte etwa sind aufwändige Bauteile, die jede Menge Vorausdenken erfordern.

Beim Fräsen komplexer Bauteile, die zum Beispiel in der Luft- und Raumfahrt benötigt werden, gilt ausnahmsweise die gute alte Weisheit nicht, dass Probieren besser sei als Studieren.

Hier setzt die Software von Camaix an: Sie simuliert komplette Fräsvorgänge im Rechner, erkennt eventuelle Probleme bei der Herstellung schon im Voraus und spart somit wertvolle Zeit für Kunden.

Und davon hat Camaix etliche auf der Referenzliste: darunter Werften, Chemieunternehmen, Spezialisten in der Kunststoff- und Metallherstellung und der Strömungstechnik.

Als Teil einer regionalen Initiative für die internationale Raumstation ISS wird ab 2010 auch ein Detektor durchs All schweben, der auf der Suche nach Antimaterie-Teilchen sein wird. Bauteile dieses Detektors wurden mit Hilfe von Camaix-Software entwickelt.

Extrem herausfordernd wird es auch, wenn die Industrie gefräste Metallelemente wie „Impeller” benötigt. Die Herstellung solcher Stücke erfordert ein Höchstmaß an Präzision und Schnelligkeit.

Zum „Ausprobieren” hat der Lieferant heutzutage nur sehr wenig Zeit. Da hilft nur noch die Simulations-Software.

Was sich zunächst nach abgehobener High-Tech anhört, ist in Wirklichkeit sehr erdbezogen. Auch ganz profane Produkte wie Türen zum Beispiel lassen sich mit Software von Camaix besser produzieren.

Dazu Geschäftsführer Andreas Grimm: „Wir sind keine Software-Schmiede im herkömmlichen Sinne. Unsere Kunden sind vor allem auch Handwerker und keine selbstverliebten Programmierer.

Viele mittelständische Firmen nahezu aller Betriebsgrößen in der Region und in ganz Deutschland nutzen daher unsere Produkte für die tägliche Arbeit.”

Der Umzug aus der Aachener Ritterstraße ins IGP war eine notwendige Idee, wie Andreas Grimm berichtet: „Ein schönes Grundstück, ein guter Preis und eine nahezu problemfreie Kommunikation mit der Stadt haben mich seinerzeit zu diesem Schritt bewogen.”

Offensichtlich eine richtige Entscheidung, denn Camaix wächst: Nachdem Andreas Grimm 1994 seinen ersten Mitarbeiter eingestellt hatte, spezialisierte er sich 1997 mit Fünf-Achs-Software und verfügte 2003 schon über drei Unternehmensschwerpunkte, darunter die Software-Entwicklung, einen Vertrieb sowie Schulung und Kundenunterstützung.

Das Team der Firma Camaix ist sicher, auch für die kommenden Maschinengenerationen die vom Markt geforderten Produkte anbieten zu können.

Nicht nur seinen neuen Firmenstandort hat Andreas Grimm in Eschweiler gefunden, mit seiner Familie wohnt er jetzt auch in der Indestadt.

Seine beiden Söhne spielen Fußball bei der ESG, daher engagiert er sich auch in der Jugend- und Sportförderung. Einem Team der heutigen D-Jugend der ESG sponserte der Unternehmer im vergangenen Jahr einen mehrtägigen Kurs in der renommierten Sportschule Hennef.
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