Bluttat in Eschweiler Altenheim: Gewalttätiger Senior soll in Klinik bleiben

Von: Wolfgang Schumacher
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10634526.jpg Symbolbild: imago/Ralph Peters
Symbolbild: imago/Ralph Peters

Aachen/Eschweiler/Düren. Versuchter Mord in einem Eschweiler Altenheim? In der Tat muss sich seit Donnerstag der 79-jährige Heinrich H. aus Eschweiler vor dem Aachener Schwurgericht verantworten. Allerdings habe der mutmaßlich äußerst gewalttätige Senior, der zur Tatzeit im Mai des vergangenen Jahres Insasse im Haus Maria in der Oberstraße war, den blutigen Angriff auf einen gleichaltrigen Mitbewohner des Altenheims „im Zustand völliger Schuldunfähigkeit“ begangen.

Dies jedenfalls teilte die Staatsanwaltschaft im Unterbringungsverfahren mit, das am Donnerstag vor der Schwurgerichtskammer des Aachener Landgerichts startete. Der demente und anscheinend des Öfteren aggressive Heinrich H. war am 20. Mai des vergangenen Jahres spät nachts in das Zimmer seines ebenfalls 79 Jahre alten Mitbewohners gegangen, der dort friedlich schlafend in seinem Bett lag.

Als die Nachtschwester – das berichtete sie am Donnerstag im Zeugenstand dem Vorsitzenden Richter Roland Klösgen – Lärm aus einem Zimmer hörte, schaute sie hinein und sah Heinrich H. mit erhobenen Fäusten vor dem Bett des Zimmernachbarn stehen. Dieser lag in seinem Blut mit Kopfwunden und Blutergüssen im Bett. Sie habe sich furchtbar erschrocken, berichtete die Schwester, und habe Heinrich H. trotz seiner Drohungen auch gegen sie beiseite geschoben.

Als sie das Opfer befragte, wer ihn denn geschlagen habe, zeigte der alte Mann kraftlos auf den stehenden Mitbewohner, den die Schwester dann energisch in einen Sessel bugsierte. Sie rief eine Kollegin zu Hilfe, die den Krankenwagen anforderte. Das Opfer wurde mit erheblichen Kopfverletzungen ins Krankenhaus eingeliefert.

Erst am Morgen benachrichtigte der Pflegeleiter die Polizei, die mit ihren Ermittlungen begann und die Sache als ein Kapitalverbrechen einstufte. Der Beschuldigte wurde nach der Tat in der Dürener LVR-Klinik untergebracht. Am Donnerstag brachten die Pfleger ihn im Rollstuhl in den Gerichtssaal. Auf Fragen des Vorsitzenden mochte Heinrich H. kaum etwas sagen. Sichtlich verwirrt und desorientiert sprach er mal lauter, mal leiser vor sich hin, dem Geschehen im Prozess konnte er anscheinend nicht wirklich folgen.

Neben Rechtsanwalt Dieter Ferner war auch der gerichtlich bestellte Betreuer des Beschuldigten anwesend. Neffe Heinz-Jürgen K., 61 Jahre alt, berichtete der Kammer, dass sein Onkel seit einiger Zeit schon und immer öfter durch Aggressivität aufgefallen sei. Das habe sich etwa seit 2013 so entwickelt. Heinrich H. werde verbal „ganz schlimm ausfällig“ gegen Mitmenschen – eine Tatsache, die die Pflegerinnen bestätigten.

Nach umfangreichen Zeugenaussagen und den Gutachten der Psychiaterin Dr. Annette Rauch und des Kölner Rechtsmediziners Professor Markus Rothschild wird am 30. Januar eine Entscheidung erwartet.

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