Blutspenden für HUS-Betroffene

Von: Nadine Preller
Letzte Aktualisierung:
Blut spenden für Ehec-Betroff
Blut spenden für Ehec-Betroffene: In der nächsten Woche gibt es allein in Stolberg zwei Termine. Foto: dapd

Stolberg/Eschweiler. Die Tage, in denen Gemüsekisten - prall gefüllt mit fleischroten Tomaten, knackigen Gurken und frischem Salat - unberührt ihr Dasein in den Supermarktregalen fristeten, scheinen gezählt. Und doch: Kommt das Aufatmen der Bevölkerung nach der Ehec-Entwarnung vielleicht doch ein wenig verfrüht?

Denn während die Unsicherheit so langsam aus den Köpfen der Verbraucher schwindet, wächst die Furcht und Sorge bei einem anderen Teil der Bürger - den bereits Erkrankten. Die Zahl der Betroffenen steigt, wenn auch nicht so rapide, wie zu Anfang des Skandals. Auch in der Städteregion ist die Zahl der Ehec-Patienten auf neun Personen gestiegen, von denen jedoch keiner vom hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS) betroffen ist, so die Aussage von Detlef Funken, Pressesprecher der Städteregion.

Blut sichert Leben

Dass das Personal in Kliniken und Krankenhäusern trotz der Ausnahmesituation alles Menschenmögliche unternimmt, davon zeugen dieser Tage zahlreiche Berichte in den Medien. Doch ohne die Mithilfe aus der Bevölkerung müsste selbst der beste Arzt an der Grundversorgung der Patienten scheitern. Blut, insbesondere Blutplasma, sichert den HUS-Betroffenen das Überleben.

Und große Mengen sind es, die gebraucht werden. Wie groß diese sind, das weiß Heinz Kapschak, Pressereferent beim Deutschen Roten Kreuz (DRK): „Betroffene brauchen bis zu zehn Liter täglich, und das drei bis vier Tage am Stück. Da ist es nicht mit einem Beutel getan”, erklärt er. „Wenn Sie bei einer regulären Blutspende 500 Milliliter spenden, können Sie sich vorstellen, wie lange es dauert, die benötigte Menge für alle Erkrankten zusammen zu bekommen.”

Spendenbereitschaft steigt

Das Thema Blutspenden erfährt damit durch den Ehec-Fall eine neue Bedeutung. Zur Freude von Kapschak ist die Spendenbereitschaft in der Bevölkerung im gleichen Zuge gestiegen. „Auch in Stolberg wachen die Menschen auf, immer mehr sind bereit, Blut zu spenden und die Angst vor dem Piks schwindet. Das freut uns vom Roten Kreuz natürlich sehr.”

Dennoch kann Kapschak nicht sorglos aufatmen. „Sorgen macht uns die anstehende Urlaubssaison. Da sind viele, die regelmäßig spenden, in den Ferien. Wir brauchen jetzt die Unterstützung der Bevölkerung, damit wir auf Vorrat sammeln können.”

Reines Blutplasma bis zu zwei Jahre haltbar

Umso besser, dass gerade das dringend benötigte Blutplasma problemlos über einen längeren Zeitraum aufbewahrt werden kann. „Reines Blutplasma ist bei richtiger Lagerung bis zu zwei Jahren haltbar - im Gegensatz zu Blut, das so schnell wie möglich zu den Patienten muss.” Plasma werde streng auf HIV, Hepatitis A, B und C, Syphilis sowie weitere Krankheiten geprüft. „Beim Plasma nutzen wir die lange Haltbarkeit sozusagen zu einer Doppelt-dreifach-Prüfung”, erklärt der Pressereferent des DRK. Die erste Plasma-Spende werde demnach erst an die Krankenhäuser weitergeleitet, wenn der Freiwillige ein weiteres Mal zur Spende erscheint; die zweite Spende erst beim dritten Erscheinen weitergegeben und so fort.

Da es nur erlaubt ist, alle 56 Tage zu spenden, braucht man also viel Zeit, um genügend Plasma zu sammeln. Doch die haben die Erkrankten leider nur begrenzt.

Gesundheitskurs über Ehec macht Schule

„Mit neuer Dienstkleidung und aktuellem Angebot ist Ehec Null Problemo” - so das Motto der Ganztagshauptschule Kogelshäu­serstraße. Kiosk-Mitarbeiter und Schüler entdecken dort gemeinsam leckere Alternativen zu Gurken, Salat und Tomaten. Auf den Pausentisch kommen jetzt zum Beispiel Brötchen mit Nutella und Banane. Den Schülern schmeckt s, und Ehec ist auch kein Thema mehr.

Blutspendetermine in der nächsten Woche

Am Montag, 20. Juni, können Freiwillige von 16 bis 20 Uhr im Jugendheim Münsterbusch, Rotdornweg 2, Blut spenden. Am Dienstag, 21. Juni, öffnet das Pfarrheim „Goldener Stern”, Alt Breinig 46, von 16.30 bis 20 Uhr seine Pforten.

Alle Personen über 18 Jahren mit einem Mindestgewicht von 50 Kilogramm können spenden. Bitte den Personalausweis mitbringen.

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