Blutendes Pferd am Rosenmontag: Dem Tier geht es gut

Von: Rudolf Müller
Letzte Aktualisierung:
blutendes Pferd
Mit blutendem Maul im Rosenmontagszug: Der Anblick dieses verletzten Pferdes sorgte bei zahlreichen Zuschauern für Empörung. Foto: Tobias Röber

Eschweiler. Dem Pferd geht‘s gut. Von Tierquälterei kann keine Rede sein. Das bestätigten jetzt unabhängig voneinander zwei Tierärztinnen. Sie hatten am Mittwoch den Schimmel ausführlich begutachtet. Das Pferd, das im Rosenmontagszug durch Blut am Maul aufgefallen war, hatte bei zahlreichen Zugzuschauern für Empörung gesorgt.

In sozialen Netzwerken wurde der Karnevalsgesellschaft, in deren Reihen das Tier mitgetrabt war, Tierquälerei vorgeworfen. Eine Internet-Petition für ein Verbot von Pferden in Umzügen, gerichtet an das Veterinäramt der Städteregion und an die Stadt Eschweiler, fand binnen kurzer Zeit an die 3000 Unterzeichner.

Auch das Veterinäramt der Städteregion schaltete sich ein: Eine Amtstierärztin nahm das Tier unter die Lupe. Ergebnis: „Der Allgemeinzustand des Pferdes ist wirklich gut“, bestätigte am Donnerstag die Pressestelle der Städteregion aufn unsere Anfrage. Auch von einer Lahmheit, wie Internet-Nutzer sie in Kommentaren dem Tier unterstellt hatten, sei nichts festzustellen gewesen.

Wunde in der Mundschleimhaut

Eine Blutung sei nicht mehr gegeben gewesen; allerdings sei in der Mundschleimhaut eine etwa einen Zentimeter lange Wunde gefunden worden, die aufgrund ihrer Lage nicht vom Zaumzeug oder einer falschen Handhabung des Tieres stammen konnte, sondern die Aussage des Halters unterstrich, das Tier habe sich beim Kauen einer Möhre selbst auf die Lippe gebissen.

Dass das Tier den Rosenmontagszug nur unter heftigen Schmerzen habe absolvieren können, sei nicht der Fall gewesen. Der Besitzer des Tieres ließ dem Tier zudem eine Blutprobe entnehmen, um zu belegen, dass das Pferd nicht – wie von Internetkommentatoren behauptet – unter Medikamentenfluss stand. Das Veterinäramt sah nach der Untersuchung keine Veranlassung zu weiteren Maßnahmen.

Viel Lärm um nichts also? Reiter und Karnevalsgesellschaft wollen jedenfalls nicht noch einmal ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Sie erklärten inzwischen, bei derartigen Vorkommnissen die betreffenden Tiere sofort aus dem Zug nehmen zu wollen.

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