Blut spenden, Leben retten: Hilfe nur noch gegen Bares?

Von: kaba
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Sie retten Leben: bei der Jahreshauptversammlung des Deutschen Roten Kreuzes Ortsverband Dürwiß e.V. wurden sowohl langjährige Mitglieder als auch wiederholte Blutspender geehrt. Foto: Katja Bach

Eschweiler. Gut organisiert, kompakt aber mit „lebenswichtigen“ Themen hielt der Ortsverband Dürwiß des Deutschen Roten Kreuzes seine Jahreshauptversammlung ab. Im Mittelpunkt standen dabei Rückblicke auf das Jahr 2013, Ehrungen der Mitglieder und vor allem Ehrungen von langjährigen Blutspendern.

Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Dr. Heinz-Peter Emons begann Bereitschaftsleiterin Gaby Schlösser mit dem Tätigkeitsbericht des vergangenen Jahres. Hier stand an erster Stelle der Dank an alle Helfer. Insgesamt schenkte jeder aktive Helfer dem Ortsverband und vor allem seinen Mitmenschen 320 Stunden seiner Freizeit. Wer dem Deutschen Roten Kreuz beitritt, widmet sich hilfsbedürftigen Menschen und versucht so gut er kann, Not zu lindern und Unterstützung zu geben, wo sie gebraucht wird. So zum Beispiel bei großen Katastrophen oder aber auch bei Sicherheitsmaßnahmen.

Das Deutsche Rote Kreuz Eschweiler Dürwiß e.V. hatte 2013 viele Einsätze. Die Sanitätsdienste sicherten Judoturniere, unterstützten am Familientag am Blausteinsee und waren natürlich auch bei Festen wie dem Vatertag in Nothberg, Karneval und dem Eschweiler Musikfestival vor Ort. Auch „Rock am Pool“ und das CHIO in Aachen mussten auf die Dürwißer Helfer nicht verzichten. Aber für den Ernstfall gerüstet zu sein setzt auch eine gute Ausbildung voraus.

So war die große Übung in der Eifel nicht nur ein Highlight für die Mitglieder, sondern auch Training. Aufgabenstellung für die Übung war ein simulierter „Chemieunfall in der Schule“, der zwar vielleicht selten ist, aber dennoch denkbar. Die Übung war für alle Beteiligten ein großer Erfolg, zumal eine solche Erprobung des Ernstfalls mit realistisch dargestellten Verletzten noch einmal eine ganz besondere Herausforderung bot.

Aber nicht nur Retten will gelernt sein. Auch das Einsatzmaterial und somit auch der Funk müssen beherrscht werden. Und da in der Städteregion Aachen der Digitalfunk aktiviert werden soll, nahmen die Helfer auch an Funklehrgängen teil. In diesem Jahr streben zudem einige Mitglieder die Ausbildung zum Rettungshelfer, Rettungssanitäter und Rettungsassistenten an. Auch eine „Dozentin im Gesundheitswesen“ soll 2014 ausgebildet werden und den Ortsverband weiter unterstützen.

In Eschweiler sind die Ehrenamtler des Roten Kreuzes aber auch für den erweiterten Rettungsdienst unverzichtbar. Sobald der öffentliche Rettungsdienst zu einem Einsatz mit mehr als 7 Verletzten ausrückt, besetzen sie die Rettungswachen für den Fall, dass ein weiterer Notruf eintrifft. Doch das DRK lernt nicht nur selber, es lehrt auch. 2013 absolvierten erneut viele Eschweiler ihren Erste-Hilfekurs bei der Organisation. „Insgesamt war es für uns ein erfolgreiches Jahr“ schloss Gaby Schlösser ihren Bericht.

Aktive Jugendgruppe

Aber nicht nur für die Erwachsenen war das Jahr erfolgreich, auch die Kinder und Jugendlichen waren sehr aktiv, wie Soraya Widjaja Wong, die stellvertretende Jugendleiterin, berichtete. Zurzeit besteht die Jugendgruppe aus zehn Mitgliedern zwischen 11 und 19 Jahren. Die „Kleinen“ waren so zur Unterstützung der „Großen“ mit beim St.-Martins-Umzug und beim Karnevalsumzug in Dürwiß sowie beim Familientag am Blausteinsee eingesetzt. Auch bei der Blutspendenbetreuung übernahmen sie wichtige Aufgaben.

Nicht nur die Erwachsenen verbringen einen Großteil ihrer Zeit mit Theorie und praktischen Übungen, vor allem der Nachwuchs muss von Anfang an einiges lernen. Unter dem Titel „Heute gemeinsam lernen, morgen gemeinsam helfen“ trafen Rotes-Kreuz- und THW-Jugendliche aufeinander und wurden mit den Aufgaben der jeweils anderen Hilfsorganisation bekannt gemacht. Auf dem Plan standen Grubenrettung, Höhenrettung, Fahrzeugerkundung und auch ein Nachtorientierungslauf. Wie bei den Erwachsenen gab es auch einen realgetreuen Übungsteil, der von den Teilnehmenden gut bewältigt wurde, wie Wong berichtete. Aber sie erklärte auch, dass es schwer sei, Jugendliche für das Rote Kreuz zu begeistern.

Das bemerkte auch Vorsitzender Dr. Heinz-Peter Emons. Doch es ist nicht nur schwer, für die Mitarbeit in einer Organisation zu motivieren, „das Problem haben wir vor allem auch bei der Blutspende“, weiß er. Viele junge Leute wollen ihr Blut nicht zu Verfügung stellen und wenn, dann nur gegen Bezahlung hat er erfahren. „Da bleibt einem immer nur, daran zu erinnern, dass sie auch einmal in die Situation kommen könnten, fremdes Blut zu benötigen“, erklärt er, erscheint aber dennoch ein wenig hilflos. Das Problem ist, dass viele Stammspender bald aus Altersgründen nicht mehr spenden dürfen und dann fehlt Blut. Deshalb werden er und seine Mitglieder weiterhin alles daran setzen, junge Leute fürs Blutspenden zu gewinnen.

Vorbilder können ihnen vor allem Menschen wie Peter Dünninghaus, Anneliese Kastenholz oder Marga Braun sein. Sie wurden jetzt für 50-faches Blutspenden geehrt. Hans-Werner Heckmann und Norbert Keutmann spendeten bisher sogar 75 Mal ihr Blut, und Dieter Nier unterstützte bereits 100 Mal in seinem Leben die Organisation und vor allem seine Mitmenschen. Für diese Bereitschaft erhielten sie eine Ehrennadel, eine Urkunde sowie einen Gutschein.

Ebenfalls geehrt wurden an diesem Abend aber auch langjährige Mitglieder. Für die ersten 5 Jahre als Helfer beim Deutschen Roten Kreuz wurden Lars Kretschmann, Sascha Fischer, Sascha Barberic, Eva Herzog und Melissa Fischer ausgezeichnet. Ursula Jussen und Marlene Esser erhielten eine Urkunde und eine Ehrennadel für 10 Jahre Mitgliedschaft.

Uwe Trautmann ist seit 30 Jahren dabei, Hans-Dieter Ullrich seit 35 und Heinz-Willi Esser seit 55 Jahren. Und so geht der Ortsverband Dürwiß e.V. des Deutschen Roten Kreuzes zuversichtlich in das neue Jahr. „Allerdings freuen wir uns über jedes neue Mitglied und vor allem über jeden neuen Blutspender“, erklärt Dr. Emons.

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