„Blues meets Rock“: Zwei Energiebündel treffen aufeinander

Von: psi
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Auch auf kleinen Bühnen eine absolute Größe seines Faches: der britische Gitarrist Innes Sibun. Foto: Paul Santosi

Eschweiler. Wenn zwei absolute Energiebündel sich auf der Bühne treffen, dann steht einem unterhaltsamen Livemusikabend nichts im Wege. So geschehen am Dienstagabend im „Rio“ in der Schnellengasse.

Bei der Juni-Auflage von „Blues meets Rock“ sorgte die aus New York stammende Sängerin und Songwriterin Sari Schorr gemeinsam mit dem britischen Gitarristen Innes Sibun und der Band „The Engine Room“ zur großen Freude des Publikums für beeindruckende musikalische Momente. Dies war zum großen Teil darauf zurückzuführen, dass Schorr und Sibun Stimme und Gitarre gekonnt miteinander verwoben, dem jeweils anderen immer genug Spielraum zur Entfaltung ließen und dennoch ihre Talente geschickt in Szene setzten.

Die geglückte Verbindung der beiden entstammt der Initiative des gemeinsamen Produzenten Mike Vernon, der Innes Sibun und die Band zur Unterstützung für ein Album von Sari Schorr motivieren konnte. Immerhin hatte Sibun bis zu diesem Zeitpunkt schon erfolgreich mit Led-Zeppelin-Legende Robert Plant und vielen weiteren namhaften Künstlern zusammengearbeitet. Bei einem seiner früheren Auftritte in Eschweiler demonstrierte Innes Sibun noch vornehmlich den Hochgeschwindigkeits-Instrumentalstil seines Idols Rory Gallagher.

Am Dienstagabend im Rio zeigte er sich allerdings von einer angenehm vielfältigen Seite, kombinierte Blues, Rock und Funk und erinnerte mit einigen Nummern an den großen Freddie King. Bei dessen Song „Stumble“ bewies seine Band mit Ian Jennings (Bass), Kevin O‘Rourke (Schlagzeug) und Anders Olinder (Keyboards), wie sich auch als vermeintlich geradtaktiger Bluesrocker ein begnadetes, jazziges Swing-Feeling auf die Bühne zaubern lässt.

Die Konzertbesucher wurden darüber hinaus Zeugen der seltenen Kunst, wie man mit einem sukzessiven Herunterfahren der Gesamtlautstärke während des Solos einen geradezu andächtig lauschenden, stillen Zuschauerraum erschaffen kann.

Da konnte man für einige Momente im Saal fast die sprichwörtliche Stecknadel fallen hören. Natürlich nur, um danach mit umso explosiverem Stil wieder in Wallung gebracht zu werden. Wenn Innes Sibun mit wehender Haarmähne zu einem seiner kurzweiligen Griffbrett-Ausflüge ansetzt, darf man froh sein, dass er nur eine Gitarre in der Hand hält und keine Motorsäge. Der nicht gerade hochgewachsene Herr aus Großbritannien fegt dann geradezu wie ein Derwisch über die Bühne und signalisiert: „Ich hab jede Menge Spaß.“ Und das wirkte ansteckend.

Absolut hörenswert war zudem, wie die Combo den T-Bone-Walker-Klassiker „Stormy Monday“ in Szene setzen konnte. Schwierig, zu entscheiden, wer denn jetzt bei all diesen hervorragenden Musikern eigentlich der Star in der Besetzung war. Sari Schorr erzeugte mit ihrer tollen Rock-Röhre nicht nur bei leisen Balladen ihre großen Momente, sondern auch beim Led-Zeppelin-Klassiker „Rock‘n‘Roll“.

Dieses Stück ist dank seines berühmten Schlagzeug-Intros einfach ideal dafür geschaffen, um schon innerhalb weniger Takte eine Art virtueller Gute-Laune-Verbindung zwischen Band und Publikum zu kreieren. Und diese Verbindung hielt über annähernd zwei Stunden.

Anders als die meisten Bands spielten Schorr, Sibun und „The Engine Room“ ihr Programm nahtlos ohne Pause durch. Das allerdings hielt die begeisterten Fans im Rio nicht davon ab, lautstark Zugaben einzufordern.

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