„Blues meets Rock“: Tony-Vega-Quartett begeistert Zuhörer

Von: psi
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Die Tony Vega-Band eroberte das Publikum bei „Blues meets Rock“ Foto: Santosi

Eschweiler. Einen wahrhaft furiosen Auftritt legte das Tony-Vega-Quartett am Dienstagabend in der Clubkonzert-Reihe „Blues meets Rock“ vor. Vega, der vor rund zehn Jahren schon einmal in Eschweiler im Talbahnhof zu Gast war, spielte sich, seine Mitmusiker und das Publikum im Rio in der Schnellengasse phasenweise nahezu schwindlig.

Man kann die Band nicht gerade als Multikulti-Gruppe bezeichnen, aber was US-Gitarrist und Sänger Vega, der aus Lengerich stammende Kai Strauss und die beiden Dänen Mads Andersen (Schlagzeug) und Hendrik Poulsen (Bass) gemeinsam an harmonischem Zusammenspiel, Druck und Spielwitz herbeizauberten, ist schon ein länderübergreifender musikalischer Höhepunkt eigener Güteklasse in Sachen Bluesrock.

Das treue Rio-Publikum erhielt sozusagen gleich zwei phantastische Sänger und Leadgitarristen zum Preis von einem, was in dieser Form verhältnismäßig selten ist. Üblicherweise nehmen sich Frontleute auf der Bühne ungern gegenseitig die Aufmerksamkeit weg. Aber die tolle Teamarbeit von Vega und Strauss war in jeder Beziehung begeisternd. Der fabelhafte Poulsen am Bass lieferte dazu mit seinem Kollegen Andersen am Schlagzeug einen kompakten Rhythmus-Teppich, auf dem die Gitarristen sich ordentlich austoben konnten.

Es dauerte nach drei, vier Nummern zum Start nicht lange, bis das Publikum voll auf der Seite der Band stand. Das Repertoire mögen Puristen als „Old School Bluesrock“ bezeichnen, aber das ist vielleicht genau die Sorte Musik, die ideal dazu geeignet ist, direkt aus den Gehörgängen ins Tanzbein vorzudringen. Denkt man an etwa an den berühmten Titel „Dark Night“ von den Blasters aus dem Tarrantino-Film „From Dusk til Dawn“, kommt man dem Sound der Tony-Vega-Band sehr nahe.

Das war zu Beginn des zweiten Sets auch eine der ganz wenigen gecoverten Stücke aus dem Repertoire der Combo. Ansonsten hatten sowohl Kai Strauss als auch Tony Vega genügend selbstkomponiertes Material zur Verfügung, das mindestens genauso aufregend und rockig klang. Viele Stücke stammten aus der neuen Vega-CD „Black Magic Box“. Hier seien sowohl die mitsingfähige Getränke-Lobeshymne „Drinking Beer“ wie auch die Jazz-Swing-Perle „Begin the Blues“ hervorgehoben.

Die Bandbreite der Tony Vega-Band am Dienstag abend war erstaunlich. Jazz- und Swing-Anleihen, RocknRoll, wie ihn auch die Herren von Status Quo kaum rollender hinbekommen, dazu exzellenter Blues und das alles ohne irgendwelche Star-Ticks oder Instrumental-Attitüden. Über die übliche Sterilität eines Studio-Albums hinaus lieferten Vega und seine Bandkollegen genau die Sorte intimer Liveatmosphäre, die die Besucher von „Blues meets Rock“ so schätzen. Angesichts dieses echten Höhepunktes im Veranstaltungskalender bleibt es schleierhaft, warum die Unmittelbarkeit und tolle Stimmung der Clubkonzerte nach wie vor ein Geheimtipp für ein verhältnismäßig kleines Publikum bleibt.

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