„Blues meets Rock“: Mal atemberaubend schnell, dann sehr gefühlvoll

Von: psi
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Glänzender Solist und hervorragender Hendrix-Interpret: Marc Reece und seine Band zu Gast bei „Blues meets Rock“ im Rio. Foto: Santosi

Eschweiler. Zur Abwechslung mal ein Trio aus deutschen Landen gab sich am Dienstagabend die Ehre bei „Blues meets Rock“. Erfreulicherweise fanden sich ein paar Dutzend Livemusik-Fans im Rio in der Schnellengasse beim Marc-Reece-Trio ein. Sie wurden mit über zwei Stunden grundsolider Musik belohnt.

Marc Reece macht keinen Hehl aus seinen musikalischen Vorbildern. Dazu gehören neben Helden wie Rory Gallagher oder Stevie Ray Vaughan vor allem Jimi Hendrix, dessen Gitarrenstil zum festen Repertoire der Band zählt. Mit Guido Ludwig am Bass und Dennis Sarp am Schlagzeug verfügt er zudem über zwei ausgezeichnete Kollegen, die sein Spiel jederzeit perfekt unterstützen und ergänzen können.

Die Konkurrenz auf dem Clubsektor für sogenannte „Powertrios“ ist beachtlich. Da muss sich Marc Reece nicht nur in Eschweiler sondern in der gesamten grenzübergreifenden Region mit allerhand gestandenen Profis das Feld teilen. Dennoch hatte der Gitarrist und Sänger am Dienstagabend das Publikum voll auf seiner Seite. Er wunderte sich zwar, wie beinahe andächtig still es bei leisen Passagen im Rio zugehen kann, nahm dafür aber auch den wohlgemeinten und starken Applaus vor allem nach seinen ausufernden Solopassagen entgegen.

Es ist so ein Ding mit dem Nachlass von Jimi Hendrix. Einerseits hört man den Altmeister im Zuge der unendlichen Retrowelle zwar an jeder Ecke, andererseits muss wohl doch etwas dran sein an den zeitlosen Kompositionen des 1970 verstorbenen Künstlers. Hier wandelt Marc Reece auf dem dünnen Pfad zwischen bloßer Nachahmung und gekonnter Eigeninterpretation. Zu den positiven Aspekten des Dienstagabends zählten unter anderem seine Version von „Fire“. Hier agierte das Marc Reece Trio ganz im Sinne der schönen Definition von „Tradition“: besser das Feuer weitergeben, als die Asche bewahren. Die Besetzung zu Dritt eröffnete dem Solospiel von Marc Reece ausreichend Raum und Zeit für die Darstellung seines Könnens.

Ob atemberaubend schnell oder wie bei einigen langsameren Balladen betont gefühlvoll und soundorientiert: seine Gitarre hat der junge Mann technisch eindeutig im Griff, da braucht er den Vergleich mit anderen Genrekollegen nicht zu scheuen. Möglicherweise lag es an der Beschallungstechnik, aber für eine noch bessere Bühnenpräsenz fehlte es leider etwas an Gesangsdruck. Das kompensierte Marc Reece aber mit seinem starken Spiel vor allem im zweiten Konzertteil, als er tolle Klangwechsel zwischen rockorientierten, verzerrergeprägten und kristallklaren Stratocaster-Sounds hinbekam.

„Wir gehen wieder zurück in die 70er Jahre“ leitete Marc Reece gegen Ende des Konzertes eine furiose Version von „All Along The Watchtower“ ein. Natürlich hatte er mit seiner Band auch Eigenkompositionen seiner vergangenen CDs im Gepäck, aber vor allem die Hendrix-Klassiker dürften dem Publikum wohl in Erinnerung bleiben.

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