Eschweiler - „Blues meets Rock“: Hommage an Hendrix mit einigen Ausflügen

„Blues meets Rock“: Hommage an Hendrix mit einigen Ausflügen

Von: psi
Letzte Aktualisierung:
9997244.jpg
Gitarrist Markus Wienströer in seinem Element auf der Bühne bei „Blues meets Rock“. Foto: Paul Santosi

Eschweiler. Großes Jimi-Hendrix-Kino bei „Blues meets Rock“ erlebten ein paar unverwüstliche Livemusik-Fans am Montagabend in der Schnellengasse. Grand Jam ist eine fünfköpfige Formation, die sich aus gestandenen Musikern mit ebenso viel Erfahrung wie Spielfreude rekrutiert.

Mindestens ein Hendrix-Klassiker gehört ja bei nahezu jedem Konzert von „Blues meets Rock“ zum Standardprogramm. Was aber die fünf Herren am Montagabend auf die Bühne stellten, darf man, wie die Presse-Kollegen der Ruhrnachrichten es früher bereits beschrieben haben, getrost als „grandios“ bezeichnen.

Direkt zu Beginn bei Songs wie „Stone Free“ und „Red House“ fiel angenehm auf, wie Gitarrist Markus Wienströer und Keyboarder Jürgen Dahmen das nicht immer einfach zu reproduzierende Hendrix-Klanggeflecht geschickt aufzuteilen wussten. Einen ersten Höhepunkt setzte Grand Jam mit dem eigentlich aus der Feder des Schlagzeugers Buddy Miles stammenden „Them Changes“. Sei es „Foxy Lady“ in gebremstem Tempo, „Fire“ oder „Burning oft the Midnight Lamp“ – Sänger Pete Longstocking verstand es jederzeit, den richtigen Ton für die Stücke hervorzuzaubern, die vielleicht deswegen so schwer darzubieten sind, weil der geneigte Fan fast immer das tausendfach gehörte Original eins zu eins in den Ohren hat. „Grand Jam“ spielt zwar verdammt nah an diesem Original, lässt sich aber stets durch geschickte Improvisationen die Tür zur gekonnten Eigeninterpretation auf.

Wirklich außergewöhnlich war die Grand-Jam-Version von „If Six was Nine“. Dieses Stück wurde vor allem durch die Verwendung im Kultkino-Klassiker „Easy Rider“ berühmt und ist durch die vielen Stil- und Tempowechsel vielleicht nicht das gängigste aller Hendrix-Stücke. Mit Sicherheit aber eines der interessantesten und abwechslungsreichsten, das sowohl den einzelnen Musiker wie auch das Zusammenspiel der Band bis ins Letzte fordert.

Schlagzeuger Nicky Gebhard sorgte taktsicher wie ein gut funktionierendes Uhrwerk dafür, das die Band fast lückenlos in „3rd Stone from the Sun“ hinüberdriften konnte. Wie die Band dieses Stück mit Fragmenten aus dem Pink-Floyd-Klassiker „Any Colour You Like“ verband, war schon atemberaubend.

Wie geschrieben, halten sich Grand Jam eben nicht nur sklavisch an ihr Vorbild, sondern zeigen zwischendurch ihr Können auch durch solche Ausflüge in die erweiterte Musikgeschichte. Zusätzliche prima Gesangsharmonien, Conga-Einlagen und der durchgehend überzeugende Pete Longstocking machten den Grand-Jam-Gig wirklich zu etwas Besonderem.

Vor dem Auftritt äußerte sich Jürgen Dahmen angesichts des eher ungünstigen Montages als Konzerttag zwar noch etwas skeptisch, aber die Band bedankte sich beim wirklich faszinierten Publikum mit klassischen Zugaben wie „Hey Joe“ und „Little Wing“ für einen starken gemeinsamen Livemusik-Abend. Sollte einer der nächsten Acts von „Blues meets Rock“ ebenfalls Hendrix im Gepäck haben, es dürfte angesichts des Auftrittes von „Grand Jam“ nicht gerade einfach werden.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert