„Blues meets Rock“: Große Portion authentischer Rock-Energie

Von: psi
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Mit Sicherheit einer der Höhepunkte in der diesjährigen „Blues meets Rock“-Reihe: das Greg Koch-Trio aus den USA. Foto: Paul Santosi

Eschweiler. Greg Koch, Gitarrist und Sänger aus Milwaukee, hat sich in der Clubkonzert-Serie „Blues meets Rock“ mal wieder von seiner besten Seite gezeigt. Obwohl Koch bereits mehrfach in Eschweiler zu Gast war, schafft er es immer wieder, das Publikum zu langanhaltendem Applaus zu bewegen.

In der ersten Hälfte startete er mit seinem Trio für seine Verhältnisse noch eher zurückhaltend. Stücke aus seinen früheren Alben „Four Days In The South“ und „Radio Free Gristle“ legten den Grundstein für eine furiose Gitarren-Show, die in der zweiten Halbzeit tatsächlich noch intensiver und besser wurde.

Die Zuschauer merkten sehr schnell, was das Besondere an Greg Koch ist. Mit reiner Hardware, sprich mit Volumen-Poti und Plektron sowie seinen Fingernägeln produziert Koch eine Klangfülle verschiedener Sounds, für die andere vermutlich mehrere Hochleistungs-Rechner benötigten.

Auch diejenigen, die ihm einen etwas unterkühlten, technisch-orientierten Stil vorwerfen, strafte der unterhaltsame Entertainer Lügen. Die meisten seiner Songs im ersten Set waren geprägt von Leidenschaft für den Blues und jeder Menge authentischer Rock-Energie. Deutlich wurde, dass Fingerfertigkeit und Spielgefühl sich nicht gegenseitig ausschließen müssen.

Hilfreich ist es zudem, wenn man wie im Falle von Greg Koch weiß, ab welchem Takt ein Solo noch attraktiv für das staunende Publikum ist, bevor es gelangweilt abschaltet. Gefühl und Timing für sein Publikum hat der Mann jedenfalls. Das belegte er auch mit seinen humorigen Geschichten, die er zwischen den Songs feilbot: „Das nächste Stück ist einem meiner Kinder gewidmet. Ich habe für jedes meiner Kinder eins meiner 49 Stücke geschrieben.“

Greg Koch wechselte sich zudem harminisch-geschmackvoll mit seinem Schlagzeuger Gary Koehler am Gesangsmikrofon ab, der eine äußerst angenehme Stimme fernab des oft üblichen Blues-Geröhres anbot.

Man muss es einfach in aller Deutlichkeit erwähnen: So nah wie bei „Rock meets Blues“ kommt man außergewöhnlichen Musikern sonst kaum. Da blieb am sogar für einige Besucher Zeit und Raum, sich das Kochsche Instrumentarium und die benutzten Verstärker auf der Bühne anzuschauen und mit dem Meister in aller Ruhe kurze technische Fachgespräche zu führen.

Nach der Pause gab es zunächst mal einen langsamen Blues mit zum Niederknien schönen harmonischen Wechseln und schließlich eines der berüchtigten „Chicken Picking“-Feuerwerke, für die Greg Koch bekannt ist.

Der Künstler hält bei dieser Technik zwar oft noch ein Plektron zwischen Daumen und Zeigefinger, verwendet aber vor allem für Zusatzmelodien und Bassnoten außerdem noch Mittel- und Ring-Finger. Typisch für traditionelle Countrymusik, aber auch bekannt geworden durch Gitarren-Ikonen wie etwa Albert Lee oder Mark Knopfler.

Apropos „Country“: seit seinem Auftritt im WDR-Rockpalast zelebriert Greg Koch bei nahezu allen seiner Konzerte sein Rock-Speed-Medley, in dem er unter anderem Led Zeppelins zeitlose Hymne „Stairway To Heaven“ in die amüsanten Niederungen der Cowboy-Welt hineintransponiert. So auch an diesem Abend vor dem staunenden Rio-Publikum. Dieses verwöhnte der Mann aus Milwaukee in seinem Zugabenteil noch mit weiteren hörenswerten Kunstgriffen am Echo-Gerät und mit seiner imponierend ausgefeilten Slide-Technik.

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