„Blues Delivery”: Gelassen und doch voller Energie

Von: Andreas Röchter
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Stimmgewaltig und emotional: A
Stimmgewaltig und emotional: Andrea Porten, hier mit Werner Weber, Lothar Galle-Merkel und Jürgen Sturm (v. l.), interpretierte zahlreiche Blues-Klassiker. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. „Back to the roots” - zurück zu den Wurzeln - lautete am Freitagabend das Motto im „Sylvino” am Markt: Die Band „Blues Delivery” machte nämlich einmal mehr ihrem Namen alle Ehre und führte ihr Publikum zu den Ursprüngen dieser gefühlvollen und authentischen Musik zurück.

„Der Blues ist die Musik der schwarzen Landarbeiter der US-amerikanischen Südstaaten, und nicht Eric Claptons”, machte Band-Urgestein Werner Weber den Zuhörern noch vor dem ersten Ton deutlich, was sie in den folgenden zwei Stunden erwarten würde.

Handgemachter Blues, wie immer bei „Blues Delivery” ohne Schlagzeug, nostalgisch, aber ohne einen Hauch von Anachronismus

Der Startschuss fiel mit dem vor allem durch Louis Armstrong bekannt gewordenen „St.-Louis-Blues”, den die Band mit der wie immer stimmgewaltigen Indestädterin Andrea Porten, Riedel Diegel an der Bluesharp, Werner Weber und Jürgen Sturm an den Gitarren und Lothar Galle-Merkel am Bass, gleich in zwei unterschiedlichen Versionen interpretierte.

Wie für Andrea Porten gemacht ist der Evergreen „I must have that man”, den neben Louis Armstrong auch die Legende Duke Ellington zum festen Bestandteil seines Repertoires zählte. Ausdrucksstark und voller Emotionalität präsentierte sie diesen Klassiker, um wenig später, lediglich unterstützt durch Jürgen Sturm und Lothar Galle-Merkel, mit dem Gassenhauer „Georgia” tief in den im wahrsten Sinne des Wortes „heißen” Süden der Vereinigten Staaten von Amerika einzudringen.

Schlag auf Schlag

Auch nach der Pause ging es Schlag auf Schlag weiter. Energiegeladen, aber dennoch gelassen, stimmte das Quintett zunächst „Please Mister Jailer” an, um das Publikum kurz daruf mit dem „Fanny-Mae-Blues” auf ein musikalisches Naturereignis vorzubereiten. Denn Riedel Diegel setzte zu seinem minutenlangen Solo zur Melodie von „Room to move” an, bei dem so mancher Zuhörer aus dem Staunen nicht mehr herausgekommen sein dürfte, während die übrigen Musiker die Bühne verließen und das Feld so dem Bluesharp-Virtuosen überließen. Genau diesen „Raum, sich zu bewegen”, forderte kurz darauf Andrea Porten ein, als sie beim „Cajun-Blues” zu einer temperamentvollen Tanzeinlage ansetzte und (nach kurzer Aufforderung) auch einige Nachahmer fand. Zuvor ließen die fünf Publikumslieblinge mit dem Titel „You ain´t nothing but a hot dog” einen Titel erklingen, dem unter anderem kein Geringerer als Elvis Presley zu Ruhm verholfen hat.

Nach einer rund zweistündigen Reise in die Klangwelt und die Geschichte der Ur-Blues-Musik bog „Blues Delivery” auf die Zielgerade ein. Natürlich nicht ohne eine lautstark geforderte Zugabe zu gewähren: Der „Dirty Blues” war ein würdiger Abschluss eines Konzertes, bei dem „Blues Delivery” wie gewohnt unter Beweis stellte, dass die Musiker der Band zurecht seit Jahrzehnten zu den gefragtesten Interpreten der Region gehören.
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