Blitzmarathon: Die Raser nehmen ab

Von: Rudolf Müller
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Nicht nur auf der Aachener Straße wurde am Dienstag Tempo gemessen. Ergebnisse des „Blitzer-Marathons“ lesen Sie in unserer morgigen Ausgabe. Foto: Rudolf Müller

Eschweiler. Harald Schirra tritt von einem Fuß auf den anderen: Es ist ganz schön kalt hier oben in Röhe. Eine Stunde lang steht der Polizeikommissar auf der Stelle und schaut durch sin Lasermessgerät. Immer auf der Suche nach Temposündern. Die zurückliegende Stunde hat Schirra mit seinen Kollegen Fahrer auf der Jülicher Straße unter die Lupe genommen.

Mit einem hervorragenden Ergebnis: Nur drei Fahrern mussten die Beamten ein „Knöllchen“ verpassen; wirkliche „Raser“, die sich eine Anzeige, Punkte, ein Fahrverbot eingehandelt hätten, waren nicht darunter.

„Die Autofahrer zeigen sich wirklich vernünftig“, lobt Hauptkommissar Franz-Josef Hahn. „Die Warnungen vor unserem Blitzermarathon haben offensichtlich gefruchtet. Damit ist unser Ziel erreicht.“ Und auch Schirra bekräftigt, dass es hier nicht ums Kassieren geht, sondern darum, dem Killer Nr.1, überhöhter Geschwindigkeit, Einhalt zu gebieten und Unfälle zu verhindern. „Es ist ein Sch...gefühl, zu Leuten fahren zu müssen, um ihnen zu sagen: ,Ihr Mann oder Ihr Vater kommt nicht mehr nach Hause...“

Gemessen wird an diesem „Marathon-Tag“ mit Lasergeräten, Radarfahrzeugen und „Eso“-Sensor-Anlagen. Letztere haben den Vorteil, dass sie über zwei Kameras verfügen und Fahrzeuge also auch von hinten ablichten. Da haben auch Motorradfahrer keine Chance mehr, unerkannt zu entkommen. Franz-Josef Hahn, Harald Schirra und ihre „Abfangjäger“ auf der gegenüberliegenden Straßenseite, 200 Meter oberhalb der Röher Kirche, sind mit einem Lasermessgerät unterwegs. Das schießt auf Distanzen zwischen 50 und 1000 Meter Laser-Impulse gegen reflektierende Flächen entgegenkommender Fahrzeuge – bevorzugt Kennzeichen. Werden genügend dieser Impulse ans Gerät zurückgesandt, gibt dies das Tempo des nahenden Fahrzeugs an. Gemessen wird im Tempo-50-Bereich ab 59 km/h. Abzüglich 3 km/h Kulanz, macht 15 Euro. Nach oben offen. Vor Beginn der Kontrolle macht Schirra eine „Null-Messung“ zur Überprüfung, ob das Gerät, das jährlich neu geeicht wird, korrekt arbeitet.

Eine Stunde lang nimmt Harald Schirra alle Fahrzeuge, die stadtauswärts die Aachener Straße hochrollen, ins Laservisier. Achtmal gibt das Gerät Alarm: Acht Fahrzeuge sind mindestens „netto“ 6 km/h zu schnell unterwegs. Doch die Geschwindigkeit, die auf dieser gerade Ausfallstraße gefahren werden, sind noch moderat. Der schnellste der „Raser“ fährt gerade mal 65 km/h; die meisten liegen bei 60 km/h. Samt und sonders Fälle für Verwarnungsgelder. Wer ist häufiger zu schnell unterwegs – Mann oder Frau? „Das hält sich die Waage“, sagt Franz-Josef Hahn.

Dumme Ausreden oder freche Bemerkungen müssen sich Hahn und seine Kollegen an diesem Tag nicht anhören: „Die Resonanz auf unsere Aktion ist durchweg positiv“, berichtet der Hauptkommissar. „Auch die von uns angehaltenen und zur Kasse gebetenen Fahrer zeigen sich sehr einsichtig.“

Ein Grund zur Freude für die Männer des Verkehrsdienstes. Grund zum Ärger gab‘s am Dienstag aber auch. Daran war die Post nicht ganz unschuldig. Die parkte nämlich einen Lieferwagen am Straßenrand und blockierte so für ein paar Minuten die Messstrecke. Zwangspause für Harald Schirra. Und kaum steht das Lasergerät arbeitslos auf seinem Stativ, da fliegt ein roter Kleinwagen unmessbar an den Beamten vorbei. „Der wäre unser Spitzenreiter gewesen“, ärgert sich Schirra. „Der war ganz klar im Bereich des Fahrverbots!“

Es wird weiter geblitzt: Radarwagen der Städteregion stehen heute in Röthgen und Bergrath, morgen in Hücheln.

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