Eschweiler - Blick auf Geburtsstunde der Krankenpflege

Blick auf Geburtsstunde der Krankenpflege

Von: ran
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Stellte sein Werk in der Buchh
Stellte sein Werk in der Buchhandlung Librodrom vor: Ludger Petersmann.

Eschweiler. Als langjähriger Geschäftsführender Vorstand des St.-Antonius-Hospitals hat er die aktuelle Pflegesituation alter und kranker Menschen aus nächster Nähe erlebt. Doch wie sah diese eigentlich in der Vergangenheit aus? Gerade in der Indestadt? Mit diesem Thema beschäftigt sich Ludger Petersmann seit seiner Pensionierung. In der Schriftenreihe des Eschweiler Geschichtsvereins veröffentlichte der Diplom-Volkswirt bereits zwei Aufsätze.

Unter dem Titel „Über 150 Jahre Kranken- und Altenpflege - Zur Geschichte des Gesundheitswesens der Stadt Eschweiler” hat Ludger Petersmann nun ein Buch geschrieben.

Vor zahlreichen Gästen stellte der Autor am Donnerstag das 108 Seiten starke Werk, dessen Herausgeber der Eschweiler Geschichtsverein ist, in der Buchhandlung „Librodrom” vor.

„Während der Recherchen für mein Buch bin ich auf zahlreiche Aspekte gestoßen, die mir zuvor nicht wirklich bewusst waren”, machte der Autor die Zuhörer gleich zu Beginn seiner Ausführungen neugierig. Die Indestadt sei in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nämlich durch zwei unterschiedliche Seiten einer Medaille geprägt worden.

„Auf der einen Seite, der Goldenen, die Bedeutung Eschweilers als Standort der Schwerindustrie. Auf der anderen Seite die Situation zahlreicher Tagelöhner, die zum Sterben etwas zuviel, aber zum Leben viel zu wenig hatten.” Krankheiten wie die Cholera, Typhus, Ruhr oder Diph­terie seien an der Tagesordnung und typische Zeichen größter Armut gewesen.

„Bis 1850 bestimmten Infektionskrankheiten das Bild in den Städten”, so Ludger Petersmann. Diesen Leiden entgegenzutreten, sei der Antrieb von Menschen wie dem katholischen Seelsorger Anton Ackermann („Vater der Armen”), Pfarrer der Gemeinde St. Peter und Paul von 1821 bis zu seinem Tod 1840, Anna Josepha Helene Nickel (1848 bis 1894), die während einer schweren Erkrankung Pflege bei den Ordensschwestern der Cellitinnen in Düren fand und nach ihrer Genesung durch eine Schenkung an die Pfarrgemeinde St. Antonius in Röhe dort die Betreuung von armen, alten und kranken Menschen ermöglichte, oder der Ordensgründerin Franziska Schervier aus Aachen gewesen.

„Die Mitschwestern letztgenannter zogen am 18. Dezember 1858 in die zum Hospital hergerichtete Eschweiler Burg und übernahmen zwei Aufgaben: Die Betreuung und Pflege der stationären Patienten im Hospital sowie die ambulante Armen-, Kranken- und Altenpflege in der Gemeinde Eschweiler.

Dieser Tag stellt somit die Geburtsstunde der ambulanten Kranken- und Altenpflege in unserer Stadt dar”, blickte der Autor zurück. „Die Ordensfrauen waren bei Tag und Nacht unterwegs. Eine Leistung, die mit der aktuellen Pflege durchaus vergleichbar ist und bis heute zu wenig Würdigung erfährt”, erklärte Ludger Petersmann, der die Benennung von indestädtischen Straßen nach Anton Ackermann und/oder Franziska Schervier („die zu den Großen unserer Stadt gehören”) für geboten hält.

Das Interesse seiner Zuhörer hatte Ludger Petersmann mit seinen Ausführungen offensichtlich geweckt. Denn nur wenige Minuten nach Beendigung der Vorstellung seines Werks war die erste Auflage im „Librodrom” komplett vergriffen. Darüber hinaus durfte der Schriftsteller zahlreiche Widmungen schreiben.

Bis spätestens Mitte der Woche werden aber weitere Exemplare des Buchs „Über 150 Jahre Kranken- und Altenpflege”, das zum Preis von 12,90 Euro in den Eschweiler Buchhandlungen erhältlich ist, auch in der Bücherei an der Marienstraße wieder vorhanden sein.
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