Eschweiler - Bleibende Erinnerung an verschwundene Straßen

Bleibende Erinnerung an verschwundene Straßen

Von: ran
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Nach jahrelanger Arbeit stellte Armin Gille sein 289-Seiten-Werk „Eschweilers verschwundene Straßen“ vor. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Der 24. April 1961 stellte eine Zäsur in der jüngeren Geschichte Eschweilers dar: An diesem Tag erfolgte der Spatenstich zur Verlegung der Inde. Der erste Schritt zur Entstehung der Indestraße, die bis heute die nördliche „Altstadt“ von der südlichen „Neustadt“ trennt und damals zur massiven Veränderung des Stadtbildes führte.

Denn nicht weniger als fünf Straßenzüge fielen diesem städtebaulichen Großprojekt zum Opfer. Die Mühlenstraße, der Knickertsberg, die Judenstraße, die Bachstraße sowie der nördliche Teil der Uferstraße wurden abgebrochen und verschwanden somit von der Landkarte. Diesen Straßenzügen (und zusätzlich der Kochsgasse sowie der Graben-, Markt- und Wollenweberstraße) hat der Eschweiler Autor Armin Gille nun ein bemerkenswertes Buch gewidmet.

Auf 289 Seiten, die mit 480 Fotografien, Abbildungen und Karten gespickt sind, widmet sich der ehemalige Bauingenieur unter dem Titel „Eschweilers verschwundene Straßen“ der Geschichte dieses nur noch in den Erinnerungen der älteren und langjährigen Bewohner existierenden Bestandteils der heimatlichen Historie. Dabei schenkt Armin Gille aber bei weitem nicht nur den Steinen Aufmerksamkeit, sondern erzählt ebenso die Geschichte(n) der Menschen, die dort lebten.

Vor zahlreichen Gästen stellte der Autor nun sein Buch, dessen Herausgabe im Auftrag des Eschweiler Geschichtsvereins mit Unterstützung der Kulturstiftung der Sparkasse Aachen, der Städteregion Aachen sowie des Landschaftsverbands Rheinland erfolgte, in den Räumen der Sparkassen-Geschäftsstelle Marienstraße vor.

„Der heutige Tag ist außergewöhnlich für mich, denn mit der Herausgabe dieses umfangreichen Bildbandes markiert er ein Ereignis, auf das ich seit vielen Monaten beziehungsweise einigen Jahren mein Augenmerk gerichtet hatte“, begrüßte Armin Gille erfreut eine beachtliche Zahl an Gästen.

Nicht zuletzt sein Vortrag „Von der Mühlenstraße zur Indestraße“, dem im Jahr 2013 zahlreiche Geschichtsinteressierte im proppenvollen Talbahnhof beiwohnten, habe ihn inspiriert, das Buch über „Eschweilers verschwundene Straßen“ zu vollenden. „Mein Ziel war es, eine begreifbare Gegenüberstellung des alten und des neuen Eschweilers zu liefern“, so der gebürtige Aachener, der in Hastenrath aufwuchs.

„Während dieser Arbeit sind mir zahlreiche Bilder vor Augen gekommen, die auch bei mir Geschichte und Geschichten zusammenfügten“, berichtete der Autor, der seit 1983 Mitglied des Eschweiler Geschichtsvereins ist und seit 2006 dem Vorstand des größten kulturtreibenden Vereins der Indestadt angehört, bevor er sich bei Haro von Laufenberg für dessen fachhistorische Hilfe sowie bei weiteren Mitstreitern bedankte.

Zuvor hatte Kurt Manthey die Arbeit von Armin Gille gewürdigt: „Der Anstoß erfolgte während der Jahreshauptversammlung 2012. Seitdem hast du dich annähernd vier Jahre lang mit Akribie dem Thema gewidmet“, blickte der Vorsitzende des Eschweiler Geschichtsvereins zurück. Bei einem Gewicht von 1411 Gramm warte auf den Leser allerdings „schwere“ Literatur und definitiv „ein Werk“.

Dabei sei die Herausgabe von „Eschweilers verschwundene Straßen“ das erste von drei zeitnahen Projekten des Geschichtsvereins zum Thema. Den zweiten Teil stellt der Vortrag „Mit der Tram durch Eschweiler“ dar, den Armin Gille am Donnerstag, 10. Dezember, ab 19.30 Uhr im Talbahnhof hält. Vollendet werden soll die „Trilogie“ mit einem Bronzeabbild der Eschweiler Innenstadt der 50er Jahre.

Lobende Worte gab es auch von Hausherr Lothar Müller als Leiter der Sparkassen-Geschäftsstelle Marienstraße. Simon Küpper, Ehrenvorsitzender des Eschweiler Geschichtsvereins, unterstrich, wie sehr sich Armin Gille in den vergangenen Jahrzehnten um den Verein sowie die Erforschung der Eschweiler Historie verdient gemacht habe und überreichte ihm zum Dank ein Schöffensiegel Eschweilers aus dem Jahr 1490.

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