Blausteinsee: 49-Jähriger ohne Fremdeinwirkung ertrunken

Von: Patrick Nowicki
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Schilder am Ufer des Blausteinsees weisen darauf hin, dass man sich auf eigene Gefahr ins Wasser begibt. Eine Aufsicht erfolgt nicht. Die DLRG hat an Wochenenden vorrangig die Segelboote im Blick. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler/Stolberg. Der 49-jährige Stolberger, der am Sonntag im Blausteinsee zu Tode gekommen ist, ist nach derzeitigen Erkenntnissen ohne Fremdeinwirkung ertrunken. Die Behörden gehen von einem tragischen Badeunfall aus.

Dies bestätigt die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Aachen, Katja Schlenkermann-Pitts. Angehörige des Mannes haben vom Ufer aus beobachtet, wie er unterging, konnten ihm allerdings nicht mehr helfen. Eine Blutuntersuchung soll nun klären, ob der Verunglückte alkoholisiert war.

Fragen nach der Sicherheit

Dennoch wirft der Todesfall einige Fragen nach der Sicherheit am See auf, schließlich kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Unglücken. Auch in Zuge dessen wurde die See- und Uferordnung im vergangenen Jahr angepasst. Juristisch hat sich die Blausteinsee-GmbH als Betreiberin des Sees abgesichert.

Schilder weisen an vielen Stellen des Sees darauf hin, dass das Baden im See ausdrücklich nur auf eigene Gefahr und nur innerhalb der besonders gekennzeichneten Bereiche zulässig ist. „Eine Beaufsichtigung des Badebetriebs erfolgt zu keiner Zeit“, heißt es im Paragrafen 7 der See- und Uferordnung. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), die mit ihren Booten vor allem an Wochenenden vor Ort ist, ist für die Segler zuständig.

Hermann Gödde, einer der Geschäftsführer der Blausteinsee-GmbH, bedauert das Unglück vom Wochenende, verweist aber auch darauf, dass es eine absolute Sicherheit nicht geben könne: „Wenn sich wie am Wochenende täglich mehrere Tausend Menschen am See aufhalten, ist eine Aufsicht unmöglich.“

Der See umfasst eine Wasserfläche von 94 Hektar. An heißen Sommertagen halten sich auch Menschen in Bereichen auf, die eigentlich nicht für Schwimmer zulässig sind.

Am Sonntag, kurz nach 18 Uhr erreichte die Feuerwehr der Notruf. Bei einem Badeunfall am Blausteinsee löst dies eine festgelegte Alarmkette aus. So werden Boote, Rettungstaucher und die Wärmebildkamera angefordert.

Am Sonntag war das Technische Hilfswerk mit Tauchern vor Ort – es unterstützt die Feuerwehr auch damit, eine größere Fläche zu beleuchten. Dies war am Wochenende letztlich nicht erforderlich: Vier Freizeittaucher am See halfen spontan bei der Suchaktion – einer von ihnen fand den Mann schließlich in zwei Metern Tiefe etwa 20 Meter vom Ufer entfernt. Jede Minute längere Suche verringert die Überlebenschance.

Am Sonntag dauerte es 45 Minuten, bis der leblose Körper entdeckt wurde. Zwar gelang es den Rettern, den Mann kurzzeitig zu reanimieren, im Krankenhaus starb er jedoch wenig später.

Eingespielte Abläufe

„Die Abläufe sind eingespielt“, betont Paul Velten-Christopher, stellvertretender Wachleiter. Dies betrifft zumindest die Vorgehensweise der Retter. 50 Helfer waren am Sonntag am Blausteinsee. Ob man den Verunglückten letztlich noch retten kann, hängt auch von Zufällen ab. Schließlich müsse jemand sehen, an welcher Stelle einer verunglückt, damit man ihn schnell aus dem Wasser ziehen könne, sagt Velten-Christopher.

„Aber wer achtet genau darauf, wenn sehr viele Menschen im Wasser sind?“ Laut DLRG ereigneten sich in Nordrhein-Westfalen 70 tödliche Wasserunfälle im vergangenen Jahr. „Die meisten Opfer ertranken in unbewachten Gewässern. Selbstüberschätzung, gesundheitliche Vorschädigungen, Übermut, Leichtsinn und Unkenntnis über mögliche Gefahren sind oft Ursache für tödliche Unfälle im Wasser“, teilte DLRG-Präsident Hans-Hubert Hatje bei der Bekanntgabe der Zahlen mit.

Dabei sei das Risiko, in unbewachten Gewässern zu ertrinken, um ein Vielfaches größer als in Bädern und an Küsten, die von Rettungsschwimmern bewacht würden.

Die See- und Uferordnung des Blausteinsees, die am 1. März des vergangenen Jahres in Kraft trat, soll nicht geändert werden. Sie orientiert sich an den Vorschriften anderer Seen und geht nur im Paragrafen 7 in zwei Sätzen auf das Baden ein. Umfangreich nennt sie die Verbote und Gebote für Segler, Angler und Taucher und regelt den Umgang mit dem Naturschutzgebiet. „Der Vorfall vom Wochenende ist natürlich sehr traurig, deswegen appelliere ich an alle Nutzer des Sees, die Ordnung zu beachten und die Augen stets offen zu halten“, sagt Gödde.

Der See solle schließlich noch lange auch den Menschen mit kleinem Geldbeutel als Badegewässer dienen. Der Eintritt zum Badestrand ist frei, es wird lediglich eine Parkgebühr verlangt.

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