Blausteinsee: 350 Hechte sollen im See jagen

Von: Robert Baumann
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Setzten im Auftrag der Städte
Setzten im Auftrag der Städteregion Aachen 350 Hechte und 3000 Schleien im Blausteinsee aus, um die Fischzusammensetzung zu regulieren: (v.l.) Fischzüchter Andreas Pilgrim, Gewässerökologe Patrick Tigges und Hans-Ulrich Tiepelt, Pächter der Fischereirechte des Blausteinsees. Foto: Robert Baumann

Eschweiler. Ein Hecht im Karpfenteich wäre bei weitem zu wenig. Gleich 350 an der Zahl hat Andreas Pilgrim auf seinem Anhänger an den Blausteinsee gekarrt. Dazu noch 3000 Schleien - eine weitere Fischsorte.

In großen weißen Eimern ließ der Fischzüchter aus Lohmar bei Siegburg gemeinsam mit dem Gewässerökologen Patrick Tigges und Hans-Ulrich Tiepelt, Pächter der Fischereirechte des Blausteinsees, die Fische am Südufer ins Wasser gleiten.

Eine gute Stunde dauerte es, bis alle Fische in ihre neue Heimat entlassen waren. „Die Hechte müssen sich jetzt erst mal entwickeln. Bei den Schleien, die es noch nicht im Blausteinsee gibt, haben wir verschiedene Jahrgänge ausgesetzt. Die ersten könnten schon im Frühjahr laichen”, erklärt Pilgrim.

Der Grund für die Aktion: Die Zusammensetzung der Fischsorten im Blausteinsee ist nicht natürlich. Das hat ein Gutachten aus dem vorigen Jahr ergeben. „Es gibt zu viele Karpfen im See”, erklärt Dr. Bernd Hartlich, technischer Prokurist der Blausteinsee GmbH. „Die Hechte sollen die Karpfen fressen und wieder für ein gesundes Gleichgewicht sorgen.”

Auftraggeber für diese sogenannte Besatzungsmaßnahme ist die Städteregion Aachen. „Die Hechte und Schleien werden eingesetzt, um den Friedfischbestand im See zu regulieren. Sollte die Anzahl nicht ausreichen, werden wir nachbessern”, sagt Robert Flader, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit bei der Städteregion Aachen.

In regelmäßigen Abständen sollen die Populationen wissenschaftlich kontrolliert werden. Der Eingriff in die Fischpopulation des Sees erfolgt nach einem Bewirtschaftungskonzept der unteren Fischereibehörde der Städteregion Aachen.

Neben der Aussetzung von Hechten und Schleien, fischen zusätzlich rund 100 Angler gezielt nach Karpfen, um den Bestand zu dezimieren.

Die derzeitige, unnatürliche Fischzusammensetzung beeinträchtigt auch das Wachstum der Armleuchteralgen, eine geschützte Algenart, die Sauerstoff produziert und Nährstoffe aufnimmt. „Die Karpfen wühlen den Sand am Boden auf. Dadurch dringt das Sonnenlicht nicht bis unten durch, und die Algen wachsen schlechter”, erläutert Hartlich.

Warum es im Blausteinsee kein natürliches Gleichgewicht gibt, ist unklar. „Der Blausteinsee ist ein recht junger See und wir wissen nicht, wie die Fische in den See gekommen sind”, sagt Richard Bollig von der unteren Fischereibehörde der Städteregion. Damit aber ein junges Gewässer ein Gleichgewicht entwickeln kann, müsse man Regulatoren einsetzen, sagt Bollig. Und das seien in diesem Fall Raubfische wie der Hecht.

Vor einem Jahr hatte man am Blausteinsee bereits rund 1000 Hechte ausgesetzt. Über einen Zeitraum von fünf Jahren sollen Besatzungsmaßnahmen stattfinden, um die Zusammensetzung der Fischsorten in einem gesunden Gleichgewicht zu halten.
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