Big Bandits entführen Gäste nach Afrika

Von: kaba
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Die musikalischen Gäste Pascal Salimou (links) und Melane Nkounkolo (rechts) gestalten gemeinsam mit den Big Bandits einen Abend mit afrikanischen Jazzklängen. Foto: Katja Bach

Eschweiler. Gewohnt klanggewaltig spielten die Big Bandits am vergangenen Wochenende im Talbahnhof auf und begeisterten ihr Publikum. Das Programm „Mama Africa“ überzeugte dabei auf ganzer Linie. „Wir waren auf der Suche nach den Wurzeln des Jazz und die werden bekanntlich in Afrika vermutet“, erklärte Bandleiter Werner Hüsgen.

Er berichtete von einer spannenden Recherche, die unter anderem nach Amerika und nach Köln geführt hatte.

Eröffnet wurde das gut besuchte Konzert jedoch mit einem Klassiker der afrikanischen Musik, dessen Rhythmen sofort in den Körper gingen und das Publikum mitrissen. So wurde auch die Stimmung im Verlauf des Abends immer ausgelassener. Für ein absolut afrikanisches Gefühl hatten die Big Bandits zwei Gäste eingeladen:

Pascal Salimou aus dem Senegal überzeugte an der Percussion und Melane Nkounkolo aus dem Kongo lieh der Band ihre wunderbare Stimme. Teils glockenklar, dann wieder stimmgewaltig und tief sang sie viele Songs des bunten Programms.

Allgegenwärtig die Mischung aus afrikanischen Klängen und dem Sound der Big Band, was dem Publikum besonders gut gefiel. So auch Werner Backes und seiner Frau Gerda, die aus Alsdorf nach Eschweiler gekommen waren, weil ihnen der Titel des Programms sehr gut gefallen hatte. „Wenn man das hört, werden Erinnerungen an die eigene Zeit in Afrika wach“, verriet er und erfreute sich sichtlich an den Darbietungen der Bandits. Die legten sich auf der Bühne mächtig ins Zeug und spielten mit Spaß, Hingabe und Präzision.

Das entging auch einem Musiker im Publikum nicht. „Sie spielen unglaublich tolle Arrangements, die zum Teil richtig schwer sind“, erklärte dieser und meinte damit vor allem ein Stück eines Kölners mit dem Titel „Good morning Africa“, bei dem Werner Hüsgen persönlich zum Saxophon griff und dafür tosenden Applaus erntete.

Besonders beeindruckend war zudem, wie der Bandleiter es schaffte, nahezu jedem Musiker einen Solopart einzuräumen. Abwechselnd traten die Künstler dafür in die erste Reihe und die Leidenschaft, mit der sie spielten, war förmlich zu spüren. Da war es nicht verwunderlich, dass das Publikum ihnen gebührenden Applaus schenkte. Bereits die erste Halbzeit war ein voller Erfolg und man hörte allseits begeisterte Stimmen.

Für die zweite Hälfte des Abends hielten die Big Bandits allerdings noch einige Highlights bereit. So kündigte Hüsgen ein weiteres Stück eines Kölner Komponisten an, bevor er dann stolz bekannt gab, dass Hainer Wiberny, langjähriges Mitglied der WDR-Big-Band, höchst persönlich im Publikum saß. Mit ihm auch seine Frau Ulla, für die er den Song geschrieben hatte, den die Big Bandits ihm nun widmeten.

Und auch Melane Nkounkolo sorgte noch einmal für Gänsehaut-Momente. So zum Beispiel, als sie das bekannte König-der-Löwen-Stück „Im ewigen Kreis“ mit einer unglaublich kraftvollen Stimme sang, bevor sie dann bei „The sleeping giants“ mit den ganz hohen, zarten Tönen überzeugte. Und auch Pascal Salimou präsentierte noch einmal sein ganzes Können. Mit einem Solo, bei dem ihm die Freude sichtlich ins Gesicht geschrieben war, riss er das Publikum mit und wurde mit Applaus gekrönt.

Zum Abschluss gab es noch einen Klassiker. „Der offizielle Titel lautet: Wenn dieses Lied gespielt wird, stehen alle auf und tanzen mit!“, scherzte Werner Hüsgen und freute sich, dass das Eschweiler Publikum seiner Einladung folgte und gemeinsam mit den Musikern noch einmal für eine großartige Stimmung sorgte. Einer dieser Musiker war Darius Heid. Der 16-Jährige hatte am vergangenen Samstag seinen ersten Auftritt mit den Bandits und wurde deshalb bei der Vorstellung eines jeden Musiker noch einmal besonders von Hüsgen vorgestellt.

Zum Schluss gab es minutenlang Standing Ovations für die gesamte Band. „Sie klatschen wie 200“, stellte Werner Hüsgen erfreut fest und konnte gar nicht genug bekommen: „Mehr davon! Das ist das Brot des Jazzkünstlers.“ Ein Brot, dass sich die Big Bandits und ihre musikalischen Gäste vor allem nach einer weiteren Zugabe absolut verdient hatten.

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