Eschweiler - Big Bandits: Bekannte Sounds in neuem Gewand

Big Bandits: Bekannte Sounds in neuem Gewand

Von: psi
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Die Big Bandits, hier mit Bandleader Werner Hüsgen (links) am Sopransaxofon. Foto: Paul Santosi
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Gastsängerin Sabine Kühlich in ihrem Element auf der Bühne des Talbahnhofs.

Eschweiler. In der Tat ein ganz anderer Konzertbeginn: den Livemusik-Fans, die im Kulturzentrum Talbahnhof trotz des strahlend schönen Wetters den Weg zu Werner Hüsgens Big Bandits gefunden hatten, zollten die Musiker zu Beginn erstmal einen kräftigen Willkommensapplaus. Was dann folgte, war ein Auftritt, der auch gut und gerne das zehnfache an Publikumszuspruch verdient gehabt hätte.

Werner Hüsgen entwarf ein Programm-Konzept mit Sounds aus allen Erdteilen und Stücken vornehmlich junger Arrangeure, die auch Bekanntes in einen neuen, ungewohnten Klangrahmen stellen. Wann bekommt man schon mal ein Stück von „Radiohead“ aus den 90ern in Form eines Big-Band-Arrangements zu hören? Oder Tangos des argentinischen Komponisten Astor Piazzolla?

Die Big Bandits legten offensichtlich Wert auf zwei Aspekte, die in der Musikbranche ansonsten eher stiefmütterlich behandelt werden, nämlich Qualität und Bandbreite. Erwähnenswert auch die geschmackvolle Wahl von Peter-Herbolzheimer-Stücken, den die meisten wohl nur aus seichten TV-Produktionen der vergangenen Jahrzehnte oder durch seine Zusammenarbeit mit dem jungen Udo Lindenberg kennen.

Dabei hat Herbolzheimer als Komponist und Arrangeur wesentlich interessantere Facetten aufzuweisen, wie die Big Bandits mit Stücken wie „Comes Love“ zeigten. Mit diesem Song begann auch Gast-Sängerin Sabine Kühlich ihren Beitrag.

Ihren Scat-Gesang fügte sie als improvisierendes „Stimm-Instrument“, solistisch begleitet von Peter Radmacher am Tenorsaxofon, nahtlos in die dichte Gebläse-Umgebung der Big Bandits ein. Mit „Libertango“, in der Version von Grace Jones vielleicht noch ein Begriff, hatte Gitarrist Jan Doveren schließlich Gelegenheit bei einer weiteren Piazzolla-Komposition sein jazz-rockiges Spiel in den Fokus zu stellen.

Die Big Bandits leben insgesamt von der Ausgewogenheit zwischen ausgezeichneten, erfahrenen Solisten, jungen Nachwuchskräften und dem guten Zusammenspiel des Klangkörpers. Wir fragten Bandleader Werner Hüsgen in der Pause, was ihm nach der Halbzeit zum Konzert im Talbahnhof selbst einfiel. „Aufregende Musik“ war sein kurzes wie ehrliches Statement. Dem Dirigenten gehört an dieser Stelle mal Anerkennung.

Ein Mammut-Projekt wie eine Big Band lebendig und klingend zu erhalten, ist eine künstlerische und logistische Meisterleistung, von der der Musikkonsument in der Regel nur recht wenig mitbekommt. Nachdem die Big Bandits im vergangenen Jahr schon mit Gastsängerin Melane Nkounkolo ein tolles Konzert im Talbahnhof abgeliefert hatten, begeisterten sie ihr Publikum auch jetzt mit einem gelungenen Kontrastprogramm und einer bestens aufgelegten Sabine Kühlich.

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