Eschweiler - Bienenfreunde: Das Leben im Bienenstock ist Natur pur

Bienenfreunde: Das Leben im Bienenstock ist Natur pur

Von: Patrick Nowicki
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Sieht gefährlich aus, ist es aber laut Wolfgang Zylus nicht: Die Bienenfreunde Eschweiler achten darauf, dass die gezüchteten Völker friedlich und ertragreich sind. Das Hobby sei auch für Jugendliche wie den zwölfjährigen Devid Dondorf interessant, meint Zylus. Bis zu 50000 Bienen und eine Königin umfasst ein Volk. Foto: Patrick Nowicki
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Sieht gefährlich aus, ist es aber laut Wolfgang Zylus nicht: Die Bienenfreunde Eschweiler achten darauf, dass die gezüchteten Völker friedlich und ertragreich sind. Das Hobby sei auch für Jugendliche wie den zwölfjährigen Devid Dondorf interessant, meint Zylus. Bis zu 50000 Bienen und eine Königin umfasst ein Volk.
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Sieht gefährlich aus, ist es aber laut Wolfgang Zylus nicht: Die Bienenfreunde Eschweiler achten darauf, dass die gezüchteten Völker friedlich und ertragreich sind. Das Hobby sei auch für Jugendliche wie den zwölfjährigen Devid Dondorf interessant, meint Zylus. Bis zu 50000 Bienen und eine Königin umfasst ein Volk.

Eschweiler. Bei Hundebesitzern hört man diesen Satz immer wieder: „Die tun nichts.“ Dass dies auch für Bienenfreunde gilt, ist sicherlich für viele eine neue Erfahrung. „Wir schauen, dass wir friedliche Völker züchten“, sagt Wolfgang Zylus. Entscheidend dafür ist der Charakter der Königin. Sie bestimmt schließlich das Erbgut eines Schwarms, der bis zu 50.000 Tiere umfassen kann.

Jedes Ei wird von der Königin gelegt, um die Aufzucht kümmern sich Mitglieder des Volkes. Deswegen schauen der Vorsitzende der Bienenfreunde Eschweiler und die anderen 24 Mitglieder immer ganz genau hin, aus welchem Volk sie eine Königin ziehen und wie sich das Oberhaupt verhält, bevor nachgezüchtet wird.

Etwas mulmig ist einem schon zumute, wenn man die Hütte am Dürwisser Feld betrifft, wo derzeit zwölf Bienenstöcke aufgebaut sind. Von dort aus schwärmen die Tiere während der Tracht, also während der Hauptblütezeit, für ihre Nahrungssuche im Umkreis von bis zu zwei Kilometern aus. Diese Aufgabe übernehmen die weiblichen Tiere, die Arbeiterinnen.

Die männlichen Exemplare sind ausschließlich für die Fortpflanzung zuständig, besitzen keinen Stachel und müssen sogar gefüttert werden. Endet die Schwarmzeit, ist es auch um sie geschehen, denn die Weibchen verweigern ihnen nicht nur die Nahrung, sondern werfen sie auch aus dem Bienenstock.

„Wo kann man pure Natur so nah erleben, wie bei der Bienenzucht?“, nennt Zylus einen Reiz dieses Hobbys. Und es sei auch ungefährlich. Zum Beweis greift er sich eine Wabe aus dem Stock, auf dem Hunderte Biene krabbeln. Gestochen wird er dabei nicht. Die Hütte in Dürwiß teilt er sich mit Guido Dondorf, der erst seit einigen Monaten seine Passion Bienenzucht entdeckt hat.

„Ich habe mit einem Bienenvolk im eigenen Garten angefangen – seitdem hat es mich gepackt“, gesteht er. Inzwischen kümmert er sich um deutlich mehr Bienenkästen, darunter sechs in der Hütte. Etwa 100 Völker sind beim Verein gemeldet. In ganz Eschweiler dürften jedoch mehr Tiere beheimatet sein, denn nicht jeder Imker hat sich auch dem Verein angeschlossen.

Viel Zeit muss man bei diesem Hobby nicht opfern, denn vieles erledigt die Natur alleine. Einmal in der Woche müssen die Imker nach dem rechten sehen. Meistens kontrollieren sie den Gesundheitszustand der Tiere und die Entwicklung des Volkes. Nimmt die Zahl der Blüten an den Bäumen ab, stellen sie ein Wasser-/Zuckergemisch in jeden Bienenstock. Dieses wird fertig in Kanistern gekauft, denn die Flüssigkeit selbst anzurühren, würde sich nicht lohnen. Sinken die Temperaturen, wird es auch in den Bienenstöcken deutlich ruhiger. Jedes Volk ist im Winter auf etwa 10.000 bis 15.000 weibliche Exemplare geschrumpft, die sich alle um die Königin scharen.

Deren Zucht bezeichnen die Bienenfreunde passend als „Königsdisziplin“. Dabei ist nämlich nicht nur Fachwissen, sondern auch Fingerfertigkeit gefragt. Das Verfahren ist relativ kompliziert. Vereinfacht dargestellt, werden junge Eier, die zwischen einem und drei Tage alt sind, vom Imker in künstliche Weiselzellen, die mehr Platz für die Larve bieten, gesteckt und von anderen Königinnen entfernt in einen Bienenstock gesteckt.

Vor dem Schlüpfen müssen sie mit einem kleinen Käfig umgeben werden, ansonsten gibt es für die Züchter ein böses Erwachen: Die erste Königin sticht die Zellen der anderen kaputt. Läuft alles glatt, lautet der Wahlspruch: drei, fünf acht – die Königin ist gemacht. Dies bedeutet, dass die Eiphase drei Tage dauert, fünf Tage eine Larve in der Zelle lebt und diese schließlich acht Tage verdeckelt ist, ehe das neue Oberhaupt schlüpft.

Einmal im Jahr erhalten Imker eine süße Belohnung für ihre Arbeit: den Honig. In diesem Jahr war der Ertrag allerdings nicht besonders hoch. Dies sei dem Wetter geschuldet, sagt Dondorf. Pro Volk hat er sechs Kilogramm gewonnen. Sein Sohn, der zwölfjährige Devid, ist inzwischen das jüngste Mitglied der Bienenfreunde. Auch er kümmert sich um die Tiere, deren Stöcke im Garten der Familie und am Dürwisser Feld stehen. Ob er Angst hat, gestochen zu werden? „Nö“, sagt er kurz und knapp.

Wer nun Honig geleckt hat und selbst einmal die Imkerei ausprobieren möchte: Jeden ersten Dienstag im Monat treffen sich die Bienenfreunde Eschweiler um 19.30 Uhr zum Erfahrungsaustausch im Brauhaus Peltzer, Dürener Straße 96. Auch Probe-Imkern ist möglich.

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