Biber nagen an Bäumen in der Eschweiler Innenstadt

Von: tob
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Nicht nur die Enten betrachten das Werk des Bibers. In der Innenstadt sind Bäume von den Tieren angeknabbert worden. Foto: Tobias Röber

Eschweiler. Wer diese Tage in der Nähe der Brücke an der Grabenstraße einen Blick auf die Inde wirft, stellt (verwundert) Biberspuren fest. Zwei Bäume haben die Nager gefällt. Dass Biber in der Inde vorkomme, sei nichts ungewöhnliches, sagt Marcus Seiler, Pressesprecher des Wasserbandes Eifel-Rur (WVER).

Der Biber sei ein gewöhnungsfähiges Tier und wage sich auch durchaus bis in Innenstädte vor, wie in diesem Fall. Bereits im Sommer des Jahres 2011 waren Biber in der Innenstadt aktiv.

Es kann gut sein, dass es sich bei den Tieren um Nachfahren der zwölf polnischen Biber handelt, die in den 1980er-Jahren im Hürtgenwald ausgesetzt wurden. Von dort haben sich die Tiere innerhalb von zwei Jahrzehnten in die Nordeifel und entlang der Rur bis in die Niederlande ausgebreitet. In den Kreisen Jülich, Heinsberg und Euskirchen wurden die Nager ebenso gesichtet.

Im Wesentlichen erfolgt in dieser Gegend zunächst die Ausbreitung im Flusssystem der Rur und an der Wurm. Betrachtet man das Ganze großräumiger, so ist die Einordnung folgendermaßen vorzunehmen: Im belgisch-deutsch-niederländischen Grenzgebiet erstreckt sich das Bibervorkommen inzwischen von den Höhenlagen der Schnee-Eifel über die Gewässersysteme von Rur, Inde und Maas bis an den Niederrhein. Dort treffen die Biber bereits auf Artgenossen, welche aus einer niederländischen Wiederansiedlungsaktion im „Gelderse Port“ stammen.

Sicher und ungestört

Es kann sein, dass die Biber auf Wanderschaft sind und nach einiger Zeit weiterziehen. Prinzipiell besteht jedoch auch die Möglichkeit, dass sich die Tiere in der Innenstadt niederlassen. Lautstärke – etwa wegen der Autos – stört den Biber nicht. Solange sich die geschützten Tiere unten im Flussbett sicher und ungestört fühlen, ist es dem Biber ziemlich egal, was um ihn herum geschehe. Allerdings ist der Straßenverkehr für die Tiere natürlich gefährlich.

Biber sind reine Vegetarier. Wenn sie die richtige Wassertiefe vorfinden, legen sie gerne einen Bau an. Wichtig ist, dass sie schwimmend entkommen können. Tiefe Stellen gibt es entlang der Inde einige.

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