Bezirksfrauenkonferenz setzt sich für Teilzeitbeschäftigte ein

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„Unsere Alternative heißt Respekt und Solidarität“ – die Delegierten und Gäste der Bezirksfrauenkonferenz stellen sich symbolisch hinter die Botschaft des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Foto: IG BCE
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BFA-Vorsitzende Eva Leusch (rechts) und ihre Stellvertreterin Anke Baumgarten (links) berichteten der Frauenkonferenz über die Arbeit der vergangenen vier Jahre (links). Foto: IG BCE
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Sie bringen ihre Botschaft musikalisch an Frau und Mann: die „Quoten-Queens“ des Bezirksfrauenausschuss Alsdorf. Foto: IG BCE

Alsdorf/Eschweiler. Die Schlechterstellung der Teilzeitbeschäftigten im Manteltarifvertrag der Chemischen Industrie soll aufgehoben werden – das fordern die Teilnehmerinnen der diesjährigen Bezirksfrauenkonferenz der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie (IG BCE) im Bezirk Alsdorf mit einem einstimmigen Beschluss.

In der aktuellen Fassung des Tarifvertrags werden Arbeitnehmer, die mehr als 2,5 Stunden unter der tariflichen Arbeitszeit von 37,5 Stunden liegen, von der Inanspruchnahme von Altersfreizeit ausgeschlossen. Diese – aus Sicht der Gewerkschaftsfrauen – diskriminierende Regelung trifft insbesondere weibliche Arbeitnehmer. Während nur neun Prozent der männlichen Arbeitnehmer in Teilzeit arbeiten, sind es bei den weiblichen Arbeitnehmern satte 58 Prozent, und damit kommen mehr als die Hälfte der Kolleginnen nicht in den Genuss von tariflicher Altersfreizeit. Nach dem einstimmigen Beschluss der Frauenkonferenz am Samstag im Ballsaal des Cinetowers geht die Forderung der Gewerkschafterinnen nun durch die Instanzen und soll nach ihrem Willen beim 6. Ordentlichen Gewerkschaftskongress der IG BCE im Oktober 2017 beraten und beschlossen werden.

In einem weiteren Antrag fordern die Frauen, dass sich die IG BCE für die Abschaffung der Sommerzeit einsetzt – auch dieser Antrag wurde einstimmig verabschiedet.

Begrüßt wurden die Teilnehmerinnen von Bezirksleiter Manfred Maresch, der sich für die Alsdorfer IG BCE bei den Frauen für die geleistete Arbeit bedankte und sie ermunterte, in Zukunft noch intensiver den Schulterschluss zu den Frauen in den Betrieben zu finden. Maresch bedankte sich bei der langjährigen Vorsitzenden des Bezirksfrauenausschusses (BFA), Angelika Enderichs, die vor einem Jahr gemeinsam mit ihrer Stellvertreterin, Heike Gasper, den Vorsitz abgegeben hatte.

Entsprechend wurde der Rechenschaftsbericht für die Arbeit der zurückliegenden Periode vom aktuellen Führungsduo des BFA, Eva Leusch (Vorsitzende) und Anke Baumgarten (stellvertretende Vorsitzende) vorgestellt.

Die Themen, mit denen sich die IG-BCE-Funktionärinnen in den vergangenen Jahren in Sitzungen, Klausurtagungen und Seminaren beschäftigt haben, waren vielfältig und reichten von der sozialen Stellung von Frauen über die Integration von Flüchtlingen, Pflegezeitgesetz, Altersarmut von Frauen, mehr Frauen in Führungspositionen, Entgeltgleichheit bis hin zum Thema Selbstbehauptung und Selbstverteidigung.

Wie vielfältig die Arbeit der IG-BCE-Frauen ist, bewiesen sie innerhalb der Konferenz mit mehreren Auftritten der „Quoten-Queens“, einer Gesangsgruppe aus dem Alsdorfer BFA, die sich zu aktueller Musik mit Themen wie dem allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz oder der Chancengleichheit beschäftigte. Ein inhaltlicher Schwerpunkt der Konferenz war das Thema „Psychische Belastung am Arbeitsplatz – Gesund trotz Beruf und Familie“.

Diplom-Psychologe Markus Schmitt vom Eichenberg-Institut in Koblenz machte den Teilnehmerinnen in seinem Vortrag deutlich, dass ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Anspannung und Entspannung die beste Grundlage für körperliches Wohlbefinden ist.

Im Verlauf der Konferenz wählten die Delegierten einen neuen 17-köpfigen Bezirksfrauenausschuss und beteiligten sich mit einem Gruppenbild an der DGB-Aktion „Unsere Alternative heißt Respekt und Solidarität“.

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