Bezirksbeamte geben Polizei ein Gesicht

Von: Patrick Nowicki
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Bezirksbeamte
Wolfgang Robioneck (links) heißt den „Neuen“ willkommen: Matthias Mertens tritt seinen Dienst als Bezirksbeamter in Ost, Weisweiler, Hücheln und Nothberg an. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Wenn Matthias Mertens durch Weisweiler und Hücheln spaziert, dann grüßen ihn viele Menschen dort. Der Mann in Uniform ist schließlich kein Unbekannter, obwohl er neu im Amt ist. Offiziell trat der 52-Jährige am 1. September seinen Dienst als neuer Bezirksbeamter der Polizei an, allerdings schaute er in der Vergangenheit schon häufiger über die Schulter seines Vorgängers Hubert Specks.

Und aus diesem Grund kennt man ihn in Eschweiler-Ost, Weisweiler, Nothberg und Hücheln. Polizeiarbeit als Bezirksbeamter ist so etwas wie Arbeit an der Basis. „Die Kollegen sind unmittelbar bei den Menschen in den Orten. Vertrauen spielt dabei eine wichtige Rolle“, sagt Wolfgang Robioneck, Erster Polizeihauptkommissar und Leiter der Wache Eschweiler. Deswegen tauchen die Bezirksbeamten bei allen wichtigen Veranstaltungen in jedem Dorf auf, als Begleiter bei Martinszügen und Schützenfesten, als Ansprechpartner für Vereine und Betriebe. „Manche Dinge finden unterhalb der Schwelle zur Straftat statt, dann können wir schon früh beschwichtigen“, berichtet Mertens aus dem Alltag eines Bezirksbeamten. In der Schule und in den Kindergärten klären die Polizisten über die Gefahren im Straßenverkehr auf. Auch bei der Fahrradprüfung helfen und kontrollieren die Beamten. Kurzum: Jeder im Ort kennt die Männer in Blau. Das schafft Vertrauen.

Alles andere als beschaulich

Dies alles klingt nach einem recht beschaulichen Job, ist er aber nicht. Wenn Haftbefehle vollstreckt werden, dann müssen die Gesetzeshüter fest zupacken. Häufen sich in einem Ort die Einbrüche, dann wird die Schicht auf die Nachtstunden verschoben. Konstante Arbeitszeiten gibt es im Bezirksdienst nicht. Und die Aufgaben sind besonders vielfältig. Zudem arbeitet man größtenteils eigenständig.

Jeder der Bezirksbeamten bringt darum viel Berufserfahrung mit. Bereits im Alter von 16 Jahren kam Matthias Mertens zur Polizei – das war damals noch mit Mittlerer Reife möglich. Sein Fachabitur legte er in der Polizeischule ab. Er war nach seiner Ausbildung als Streifenpolizist und in der Hundertschaft tätig. Seine Einsatzgebiete waren Köln, aber auch der Erftkreis. „Wer dort als Polizist gearbeitet hat, der weiß, dass Verstärkung etwas länger braucht und Landwirte lebende Körper bewegen können“, berichtet er mit einem Lachen. In der ehemaligen Polizeischule Linnich bildete er später den Nachwuchs aus. Den Wunsch, in den Bezirksdienst zu wechseln, hegte er schon länger. An der Inde fühlt er sich wohl, auch wenn er privat in Herzogenrath lebt.

Eschweiler ist in sechs Bezirke gegliedert. Sie umfassen jeweils etwa 10.000 Einwohner, manche auch weniger. In der Innenstadt zum Beispiel sind die Aufgaben umfassender als in anderen Bereichen. „In der Innenstadt befinden sich mehrere Schulen, Geschäfte, der Hauptbahnhof – da kommt schon einiges zusammen“, sagt Robioneck.

Nicht alles dürfen die Bezirksbeamten alleine erledigen. In einem Streifenwagen sitzen sie meist mit einem Kollegen aus einem anderen Bezirk. Auch mit anderen Behörden stehen die Bezirksbeamten in ständigem Kontakt. Der Leiter der Wache betont aus diesem Grund immer wieder, dass die Zusammenarbeit mit der Stadt gut funktioniere.

In einem Punkt lässt die Kommune aber nicht locker: Sie fordert nach wie vor eine Wache in Eschweiler, die rund um die Uhr besetzt ist, wie das vor einigen Jahren noch üblich war. Im Moment deutet jedoch nichts darauf hin, dass die bestehende Regelung geändert wird. Aus Kostengründen. Desto wichtiger ist es Wolfgang Robioneck, dass Beamte vor Ort sind. Und dass die Polizisten durch ihre Anwesenheit ein Gefühl der Sicherheit vermitteln. „Wir wissen natürlich, wie viele Straftaten wir aufgedeckt haben, aber wir wissen nicht, wie viele Straftaten wir vermeiden, weil wir Streife fahren und uns an verschiedenen Stellen immer wieder sehen lassen“, sagt Robioneck.

Institution im Ort

Matthias Mertens weiß, dass er in Ost, Weisweiler, Nothberg und Hücheln in große Fußstapfen tritt. Hubert Specks verrichtete schließlich 14 Jahre lang seinen Dienst in dem Bezirk. „Er war sowas wie eine Institution“, weiß Mertens. Er hofft, dass er bei den Menschen in seinem Bezirk bald auch das Vertrauen in gleichem Maße genießt. Aber nun hat er dafür Zeit: Die Bezirksbeamten wechseln nur in Ausnahmefällen.

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