Eschweiler/Stolberg - Bethlehem Gesundheitszentrum: Sorge um geplante Krankenhausreform

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Bethlehem Gesundheitszentrum: Sorge um geplante Krankenhausreform

Von: Annika Kasties
Letzte Aktualisierung:
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Krankenhäuser in Not: Elmar Wagenbach, Ulrich Schornstein, Joachim Griebel und Dirk Offermann (v. l.) sorgen sich um die Zukunft der Gesundheitsversorgung in Deutschland, sollte das neue Krankenhausstrukturgesetz Anfang 2016 in Kraft treten. Foto: A. Kasties

Eschweiler/Stolberg. Die Gesundheit als höchstes Gut – was auf jeder Geburtstagskarte in bunten Lettern als Wunsch für das kommende Lebensjahr steht, droht in Deutschland zunehmend in Gefahr zu geraten. So sehen es zumindest die Vertreter des Bethlehem Gesundheitszentrums Stolberg sowie des St.-Antonius-Hospitals Eschweiler.

Dass dem Gesetzesgeber die Gesundheit seiner Bürger am Herzen liege, das lasse sich zumindest nicht aus dem geplanten Krankenhausstrukturgesetz ablesen. „Das ist kein Qualitätsprogramm, sondern ein reines Kürzungsprogramm“, wettert Elmar Wagenbach, Geschäftsführender Vorstand des St.-Antonius-Hospitals Eschweiler.

Der Entwurf von Gesundheitsminister Hermann Gröhe sehe Belastungen und Kürzungen vor, anstatt die Finanzierung des Personals in den Krankenhäusern zu sichern. Insbesondere die geplanten Zu- und Abschläge bei der Vergütung für Krankenhäuser für eine gute beziehungsweise schlechte medizinische Versorgung lassen bei Wagenbach die Alarmglocken klingeln. Bisher habe er noch keinen Beweis dafür gesehen, dass mit weniger Geld mehr Qualität gesichert werden könne.

Auch für Dirk Offermann, Geschäftsführer des Bethlehem Krankenhauses, hören sich die Pläne der Bundesregierung wie ein „schlechter Scherz“ an. Er kritisiert vor allem die Streichung des Versorgungszuschlags. Nach Berechnungen der Deutschen Krankenhausgesellschaft reiße dies allein ein Loch von 500 Millionen Euro pro Jahr in die Kassen der Krankenhäuser.

In Stolberg müsste das Bethlehem Gesundheitszentrum mit einem Minus von 400.000 Euro rechnen, im Eschweiler St.-Antonius-Hospital rechnet man mit 500.000 Euro. Schon heute bestehe keine auskömmliche Refinanzierung der steigenden Personalkosten, betont Offermann. Auch bei den investiven Mitteln seien die Krankenhäuser hoffnungslos unterfinanziert. „Wir werden absichtlich knapp gehalten“, stimmt Joachim Griebel von der Mitarbeitervertretung des St.-Antonius-Hospitals zu.

Natürlich sei ein Gesetz zur Reform des Gesundheitswesens nötig, betont Ulrich Schornstein. Doch die Pläne des Bundes griffen zu kurz. Er befürchtet das im Wettbewerb der Kliniken um gute Leistungen das Wohle des Patienten auf der Strecke bleiben könne.

Schornstein sieht die Gefahr, dass Krankenhäuser ihre Patienten aus Angst vor finanziellen Abschlägen in zwei Kategorien einteilen könnten: in „gute“ Patienten mit geringem Risiko und „schlechte“ Patienten mit einem hohen Risiko. Dann werde das große Schachern um die Rosinen im Käsekuchen beginnen. „Das geht an jeder Menschlichkeit vorbei“, betont Schornstein und ergänzt: „In so einem System wollen wir nicht arbeiten.“

Mit der Botschaft „Krankenhausreform – So nicht!“ beteiligen sich die beiden Krankenhäuser deshalb auch aktiv am zentralen Aktionstag der Deutschen Krankenhausgesellschaft gegen die geplante Reform. Eine Delegation von elf Mitarbeitern des Bethlehem Gesundheitszentrum und des St.-Antonius-Hospitals wird am Mittwoch zur zentralen Demonstrationsveranstaltung in Berlin fahren.

In Eschweiler werden Mitarbeiter des St.-Antonius-Hospitals ihren Protest in einer „aktiven Mittagspause“ zum Ausdruck bringen. Bilder von der Aktion sollen nach Berlin geschickt werden. Die Hoffnungen in die gemeinsame Protestaktion sind groß. „Wir erwarten, dass die absoluten Kürzungskomponenten zurückgenommen werden“, betont Elmar Wagenbach.

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