Besuch in der Donnerberg-Kaserne in Eschweiler

Von: Anja Klingbeil
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So sieht es also im Inneren einer Panzerhaubitze aus. Wirklich viel Platz ist das ja nicht. Foto: Anja Klingbeil

Eschweiler. Ganz schön groß so eine „Panzerhaubitze 2000”. Mehrere Tonnen wiegt das Fahrzeug, von dem aktuell drei in Kundus für die Bundeswehr im Einsatz sind. Eins steht in der Donnerberg-Kaserne in Eschweiler. In dieses durften unsere Leser auch mal einsteigen.

„Bitte nehmen Sie Platz”, sagt Oberstabsfeldwebel Matthias Hanke. Das lässt sich Günter Thoma nicht zweimal sagen. Mit beherztem Schritt geht es in das Innere des Panzers.

„Wir sind für sie da”

26 Leser, wie Günter Thoma, sind zum Auftakt unserer Aktion „7 mal Sommer” mit dabei. Sie wagen einen Blick hinter die Kulissen einer der „größten und schönsten Kasernen in unserer Region” , wie Jürgen Werner, Kommandant der Donnerberg-Kaserne, stolz sagt.

Offen präsentiert sich die Einrichtung. „Wir sind schließlich für sie da. Und da sollen sie auch wissen, was wir hier so anstellen”, betont Werner. Die Bundeswehr sei nämlich kein Selbstzweck. „Deshalb sind wir immer froh, wenn Gruppen kommen, und sich für unsere Arbeit interessieren.

Nach einer kurzen Einführung über die Aufgaben der Bundeswehr, die Technische Schule und Landsysteme und Fachschule des Heeres für Technik, die in Eschweiler angesiedelt sind, geht es für die Leser, aufgeteilt in drei Gruppen, über die Kaserne - in Bereiche, die man sonst eben nicht sieht.

Ohne Höhenangst

Wie etwa den Leopold A6. Oberstabsfeldwebel Christian Schöneborn erklärt die technischen Finessen dieses Kampfpanzers. „Da kann man übrigens auch nix kaputt machen, der ist stabil”, sagt Schöneborn und lacht.

Das meint der Mann wörtlich: So geht es für die ganz Mutigen über die Leiter hinauf auf das Dach des riesigen Fahrzeugs. Das ist vom Boden mindestens drei Meter entfernt. Also für Menschen mit Höhenangst nicht zu empfehlen.

Oben angekommen, ist Sigward Pien kaum mehr zu halten. Flugs steigt der 81-Jährige gleich mal durch die oberste Luke hinab ins Innere der riesigen Kampfmaschine. Was man da sieht? „Das, was der Kommandant auch sieht, wenn er drin sitzt.”

Da der Leopold nur ein kleines Guckloch besitzt, ist das allerdings nicht viel. Den Rest übernimmt die moderne Technik. „Aber es ist fantastisch, sich das mal anzusehen”, sagt Pien, als er durch die runde Öffnung wieder aus dem Panzer herausschaut.

Wenn der Leopold fährt, ist es nicht so gemütlich, oben auf dem Dach zu stehen. Klar, auch diese tonnenschwere Technik wackelt, wenn es durchs Gelände geht. Dafür gibt es ein paar Meter weiter in dem riesigen Hangar auf Donnerberg einen Simulator.

Hier lässt sich ganz genau nachstellen, wie sich das Fahrzeug verhält, wenn es in voller Fahrt ist. Schöneborn gibt Gas, als alle Platz genommen haben. Rauf und runter, hin und her dreht sich die riesige Apperatur. „Es geht noch schneller, aber das lasse ich jetzt mal lieber”, scherzt der Oberstabsfeldwebel.

Simon Cülter, der sich gemeinsam mit seiner Mama Sandra ganz fasziniert von all dem großen Gerät zeigt, darf während die Simulationsmaschine ihre Runden dreht, sogar mal den Schaltknüppel bedienen. „Ich kann mir schon vorstellen, das mal beruflich zu machen”, sagt er voller Überzeugung.

Walter Moulen ist auch sichtlich begeister: „Ist ein wenig so wie auf der Annakirmes, wenn man mit dem Karussell fährt”, erklärt der 72-Jährige.

Eine der wenigen Frauen, die an diesem Nachmittag mit dabei ist, ist Marianne Goebbels. Ihr war diese holprige Fahrt aber gar nicht so geheuer: „Im ersten Moment habe ich mich schon ein wenig erschrocken, als es losging.” Atemberaubend

Die 58-Jährige ist ein wenig weiß um die Nasenspitze. Ihr Mann hingegen strahlt über das ganze Gesicht. „Es ist so toll, sich in dieser Einrichtung alles anzusehen”, erzählt der 64-Jährige.

Er und seine Ehefrau Marianne wohnen quasi nur einen Steinwurf entfernt vom Donnerberg. „Ich habe in den 60er Jahren meinen Wehrdienst hier absolviert. Seit dem hat sich eine Menge verändert. Das ist schon beeindruckend”, sagt Goebbels.

Auch Martin Wagner findet den Blick hinter die Kulissen einfach nur „atemberaubend”. „Die Leser-Aktion ist wirklich sehr gut. Und es wird alles gut erklärt”, lobt der 79-Jährige.

Dieter Thoma ist derweil wieder aus der Panzerhaubitze 2000 ausgestiegen. „Ein wenig eng ist es da drin ja schon”, konstatiert er. Aber total aufregend. „Das ist einfach ein Erlebnis, das wir nicht so schnell vergessen werden!”
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