Eschweiler - Berufswahl: Neigung wichtiger als Verdienst

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Berufswahl: Neigung wichtiger als Verdienst

Von: ran
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Wegweiser für eine erfolgreiche Suche nach dem „richtigen“ Studienfach: Martin Krükel, Studienberater an der RWTH Aachen, informierte in der Bischöflichen Liebfrauenschule. Foto: Röchter

Eschweiler. Nach zwölf langen und womöglich harten Jahren ist es endlich geschafft. Das Abiturzeugnis liegt in den Händen des nun ehemaligen Schülers! Und nun? Wie geht‘s weiter? Die Angebote sind vielfältig: Berufsausbildung, freiwilliges Jahr, Praktika, Sprachreisen oder ein Studium lauten nur einige der zahlreichen Möglichkeiten.

Fällt die Entscheidung zu Gunsten eines Studiums aus, kommt Martin Krükel ins Spiel. Der Studienberater der RWTH Aachen war am Dienstagabend zu Gast in der Bischöflichen Liebfrauenschule, um Schülern ab Jahrgangsstufe 9 sowie deren Eltern einige Ratschläge in Sachen „Studienfachsuche“ zu geben und damit den Reigen der Veranstaltungen zur Berufsinformation, die noch bis zum 5. November angeboten werden, zu eröffnen.

Doch was spricht eigentlich generell für die Aufnahme eines Studiums? Nicht zuletzt eine einleuchtende Tatsache: Je höher die Qualifikation, je geringer ist die Gefahr, in die Arbeitslosigkeit zu geraten. „Liegt die Arbeitslosenquote momentan insgesamt bei gut acht Prozent, beträgt sie bei Personen, die ein Studium abgeschlossen haben, nur 2,5 Prozent“, nannte Martin Krükel Zahlen.

Doch klar müsse auch sein, dass der Schritt in ein Studium der Eintritt in eine zunächst unbekannte Welt mit Begriffen wie Numerus Clausus und Bafög sei. „Deshalb ist eine frühzeitige Auseinandersetzung mit dem Thema ratsam!“, unterstrich der Referent.

Die insgesamt 9800 (!) Studiengänge, die alleine in Deutschland zur Auswahl stünden, stellten eine außerordentliche Vielfalt dar, in der man sich jedoch auch verrennen könne.

So stünden unter anderem ein Duales Studium mit integrierter Berufsausbildung, der Weg zu einer Fachhochschule mit kleiner strukturierten Lerngruppen und einem höheren praxisbezogenen Studienanteil oder eben ein wissenschafts- und grundlagenorientiertes Studium an einer Universität zur Diskussion.

Analyse der Persönlichkeit

„Wichtig ist, die eigenen Begabungen, Neigungen und Interessen in den Vordergrund zu stellen. Faktoren wie Verdienst, Prestige und die Entwicklung am Arbeitsmarkt sind dagegen eher weniger hilfreich. Aus einem vor allem sprachbegabten Menschen macht in der Regel auch ein Studium keinen Ingenieur“, gab Martin Krükel zu bedenken.

„Eine Analyse der eigenen Persönlichkeit ist unerlässlich, fällt allerdings vielen Menschen sehr schwer“, berichtete der Studienberater aus beruflicher Erfahrung. „Bemühen sie sich, in ihrer Biographie einen roten Faden in Sachen Interessen zu finden und malen sie sich ihren perfekten Alltag der Zukunft aus. Welche Ziele und Träume haben sie?“, gab er seinen jungen Zuhörern Ratschläge mit auf den Weg.

Eine 100-prozentige Sicherheit, auf Anhieb den richtigen Studiengang zu finden, gebe es allerdings nicht. „Dafür ist das Thema zu komplex!“

Deshalb sei es ratsam, den Praxistest zu absolvieren: „Hochschulen bieten zahlreiche Projekte an. Besuchen sie Vorlesungen an der Universität und nehmen sie an Übungen teil. Dies ist ohne Anmeldung und Kosten möglich. Schnuppern sie die Atmosphäre einer Hochschule und kommen sie mit Studenten ins Gespräch. So erhalten sie Informationen aus erster Hand. Und nutzen sie die individuellen Beratungsangebote, die unter anderem die Studienberatung der RWTH Aachen anbietet“, erklärte Martin Krükel.

Sein abschließender Rat: „Werden sie selbst aktiv. Informieren sie sich frühzeitig. Zum Beispiel auf der Internetseite www.hochschulkompass.de, auf der alle Studiengänge samt Inhalt und Prüfungsordnungen aufgelistet sind.

Schauen sie sich den Ort und das Umfeld an, in dem die von ihnen ins Visier genommene Universität oder Fachhochschule liegt. Fächern sie ihre Bewerbungen breit, um im Notfall mehrere Eisen im Feuer zu haben. Und lassen sie sich bei der Suche nach ihrem Studienfach in erster Linie von ihren Interessen leiten!“

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