Berufskolleg: Projektarbeiten sollen praxisnah sein

Von: ran
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„HöTech“-Berufsfachschüler mit dem Profilschwerpunkt „Automatisierungstechnik“ beschäftigten sich mit dem Thema „Wechselschaltung“. Foto: Andreas Röchter
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Die „HöTech“-Berufsfachschüler mit dem Profilschwerpunkt „Informationstechnik“ programmierten im Rahmen ihrer Projekttage Lego-Mindstorms-Roboter.

Eschweiler. Den Schülern die Gelegenheit zu geben, sich im Unterricht praxisnah mit Problemstellungen und -lösungen aus dem realen Berufsleben zu beschäftigen, gehört zum Kerngeschäft des Berufskollegs Eschweiler. Im Rahmen von zweitägigen Projektarbeiten widmeten sich nun 68 Berufsfachschüler der „HöTech“-Unterstufen anspruchsvollen Herausforderungen.

Während sich die Automatisierungstechniker mit der „Wechselschaltung“ zum Schalten einer Beleuchtung mit zwei unterschiedlichen Schaltstellen auseinandersetzten, programmierten die Informationstechniker Lego-Mindstorms-Roboter, die exemplarisch für Industrieroboter stehen, allerdings speziell für Schulen entwickelt wurden.

„In diesem Schultyp arbeiten ehemalige Haupt-, Real- und Gesamtschüler sowie Gymnasiasten gemeinsam auf die Fachhochschulreife hin“, erläutert Lehrer Uwe Scheunemann, der gemeinsam mit seinem Kollegen Arndt Buhmann den Profilschwerpunkt Automatisierungstechnik betreut. Nach einem erfolgreichen Abschluss des zweijährigen Bildungsgangs stehen den Schülern mehrere Wege offen.

„Die Zahl der Schüler, die sich die volle Fachhochschulreife bescheinigen lassen, mit der ein Studium an einer Fachhochschule möglich ist, nimmt zu“, hat Schulleiter Thomas Gurdon beobachtet. Wobei die Mehrzahl dieser Schüler vor dem Studium eine Ausbildung absolviert. „Informations- und Automatisierungstechnik sind Berufsfelder, in denen die Betriebe händeringend nach Fachkräften suchen. So ist nach einer gelungenen Ausbildung manchmal ein Studium gar nicht mehr notwendig, um beruflich erfolgreich zu sein“, so Thomas Gurdon.

Doch die zwei Jahre „HöTech“-Berufsfachschule können durchaus steinig sein. „Es gibt inzwischen kaum noch Schüler, die vor dem Besuch des Berufskollegs zu Hause jemals etwas in Sachen Elektrotechnik gebaut haben“, benennt Uwe Scheunemann ein Problem, das während der Projekttage zumindest verringert werden soll.

„Die Arbeit in Kleingruppen fördert sowohl die Selbstständigkeit als auch die Teamfähigkeit der Schüler, die durch den Umgang mit den Robotern und Schaltungen einen haptischen, das heißt tastenden und im wahrsten Sinne des Wortes begreifenden Zugang zur Materie erhalten“, unterstreicht Michael Joußen, der gemeinsam mit Florian Bauer für den Profilschwerpunkt Informationstechnik verantwortlich zeichnet.

„Die immer weiter voranschreitende Computerisierung führt bei allen Vorteilen auch dazu, dass grundlegende handwerkliche Fähigkeiten verloren gehen, die aber nach wie vor notwendig sind“, ergänzt Thomas Gurdon, der gemeinsam mit den Bildungsgangleitern bedauert, dass unter den 68 Teilnehmern der Projekttage einmal mehr nur zwei junge Frauen waren.

„Qualitativ sind Schülerinnen in den technischen Fächern häufig stark. Doch trotz guter Berufsaussichten scheuen sich viel zu viele Mädchen und Frauen, diesen Weg einzuschlagen“, bedauert der Schulleiter.

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