Berufskolleg Eschweiler: Die Sportler können zurück in die Halle

Von: Ines Kubat und Katharina Menne
Letzte Aktualisierung:
12725654.jpg
Auch die Waschmaschinen mussten natürlich raus. Eine Liste von 51 Punkten musste abgearbeitet werden, bevor die Halle wieder Turnern, Handballern & co. „gehört“. Foto: Rudolf Müller
12725639.jpg
Die Betten sind alle verschwunden. Ab dem 24. August soll die Sporthalle des Berufskollegs den Sportlern wieder zur Verfügung stehen. Foto: Rudolf Müller

Eschweiler. „Seit Jahren haben wir jede Woche in der Halle des Eschweiler Berufskollegs trainiert“, sagt Peter Bonn, Mitglied der Eschweiler Sportgemeinschaft (ESG). Doch seit Oktober vergangenen Jahres hat in der Turnhalle an der August-Thyssen-Straße kein Sport mehr stattgefunden. Denn die Halle war bis Mai eine Flüchtlingsunterkunft der Städteregion.

Dass sie für die Geflüchteten zur Verfügung gestellt wurde, sei auch vollkommen richtig gewesen, sagt Bonn, um direkt dem Vorwurf vorzubeugen, seine Kritik habe etwas mit den Flüchtlingen zu tun. Nein, was er moniere, sei die Tatsache, dass die Flüchtlinge schon im Mai ausgezogen seien, die Halle in Trägerschaft der Städteregion aber noch nicht wieder an die Vereine übergeben worden ist – im Gegensatz zu anderen Sportstätten, die in städtischer Hand liegen.

Notwendige Sanierungsarbeiten

Städteregions-Sprecher Detlef Funken gibt auf Nachfrage unserer Zeitung zu bedenken, dass die Flüchtlinge nach seinen Informationen bereits im Februar aus den erwähnten städtischen Hallen ausgezogen seien, die Stadt also bereits drei Monate vorher mit den notwendigen Sanierungsarbeiten beginnen konnte.

Solche Arbeiten seien auch in der Turnhalle des Eschweiler Berufskollegs nötig, sagt er. Ganze 51 Punkte stünden auf der To-do-Liste für die Instandsetzung: angefangen bei Bodenpflege und Reinigung, über Maler- und Lackiererarbeiten bis hin zur Sanierung der Sanitäranlagen. Außerdem müsse die aufwendig installierte Brandmeldeanlage zurückgebaut und die Nottreppe abgebaut werden. Einblick in die Liste gewährt er jedoch nicht. Auch über die Gesamtkosten für die verschiedenen Maßnahmen schweigt er sich aus.

Warum das nun aber so lange dauert, heizte zumindest im Verein in den vergangenen Wochen die Gerüchteküche an: Dass viele Reparaturen noch gar nicht stattgefunden hätten, sagen die einen; dass es am Geld hapern könnte, mutmaßen andere.

„Ich werde sehr häufig von Mitgliedern angesprochen, die wissen wollen, wann wir wieder in die Halle können“, sagt Günter Koch. Seit Oktober sind die Turner übergangsweise in Weisweiler und Röhe untergebracht. Doch diese Flächen seien für die größeren Gruppen zu klein, findet Peter Bonn: „Die Weisweiler Halle ist halb so groß wie unsere in Eschweiler“.

Tatsächlich musste man sich wegen des kleineren Platzes arrangieren, gibt der Vereinsvorsitzende Koch zu. Dennoch sagt er: „Ich bin sehr froh über die Unterstützung der Stadt Eschweiler. Das hat wunderbar funktioniert.“ Gleichwohl habe die Umquartierung Spuren hinterlassen, viele Mitglieder hätten sich vom Verein abgewandt: „Wir haben knapp 80 Mitglieder weniger als vorher.“

Koch ist deshalb froh, dass er zu Beginn der Woche endlich die Information bekam, wann der Verein in die alte Turnhalle zurückkehren kann. Vorher hatte er jedoch seit Oktober nichts gehört.„Der Informationsfluss lief nicht gerade optimal“, sagt er. Noch nicht einmal im Mai, als die Flüchtlinge umquartiert wurden, wurde er benachrichtigt: „Das habe ich erst aus der Zeitung erfahren“.

Zum 24. August soll die Halle endlich wieder für den Vereinssport freigegeben werden. Und das sei vollkommen planmäßig, sagt Funken: „Teure Posten verursachen längere bürokratische Mechanismen. Doch auch für Kleinigkeiten vergeht viel Zeit, weil vieles aufeinander aufbaut.“ Und Funken weist Schwächen in der Kommunikation von sich: „Wir haben von Anfang an kommuniziert, dass mit Beginn des neuen Schuljahrs die Halle wieder genutzt werden kann.“

Doch woran liegt es dann, dass die ESG Turnen bis heute keine offiziellen Informationen bekommen hat? Funken hat dafür eine Erklärung: Sie hätten zwar den Verein über den Hallen-Fortschritt informiert – allerdings nicht die Turner unter dem Vorsitz von Günter Koch, sondern die Handballer: „Wir wussten nicht, dass sich die ESG aufgespalten hat und jede einzelne Gruppe eigene Ansprechpartner hat“, erläutert Detlef Funken.

Dass die Handballer tatsächlich von der Städteregion über den geplanten Termin informiert wurden, bestätigt deren Vorsitzender Michael Weber. „Anfang voriger Woche habe ich eine E-Mail erhalten. Darin teilte man uns mit, dass zum neuen Schuljahr unser Sport-Betrieb in der Turnhalle aufgenommen werden könne“. Die Handballer wissen demnach nun Bescheid, allerdings erst seit vergangener Woche und nicht von Beginn an, wie es von offizieller Seite heißt.

Die Städteregion gibt allen Vereinen unter Telefon 0241/51983745 Auskunft über den aktuellen Stand der Arbeiten.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert