Eschweiler - Bertram zeichnet Ehrenamtler aus: Helden, die Großartiges leisten

Bertram zeichnet Ehrenamtler aus: Helden, die Großartiges leisten

Von: ran
Letzte Aktualisierung:
6727902.jpg
Gestaltete die Feierstunde musikalisch: Der Jugendchor „Lautstark“ der Pfarrgemeinde St. Severin Weisweiler begeisterte die Zuhörer. Foto: Andreas Röchter
6727893.jpg
Stellvertretend für zahlreiche Ehrenamtler: Maria Bartels (Mitte) wurde von Helen Weidenhaupt und Wolfgang Friebe geehrt. Foto: Andreas Röchter
6727876.jpg
Setzen ihre Kraft für das Allgemeinwohl ein: die am Donnerstagabend im Ratssaal ausgezeichneten Ehrenamtler. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Wie sähe unser aller Alltag ohne sie aus? Auf viele uns selbstverständlich erscheinende Annehmlichkeiten müssten wir verzichten? Oft stehen sie im Hintergrund und leisten ihre Arbeit im Stillen, während sich andere Personen im Rampenlicht sonnen. Ehrenamtler stellen einen der wichtigsten Grundpfeiler unserer Gesellschaft dar.

Sie leisten einen im wahrsten Sinne des Wortes unbezahlbaren Dienst. Doch einmal im Jahr stehen zumindest einige von ihnen im Mittelpunkt: am „Tag des Ehrenamtes“. Im Rahmen einer würdevollen Feierstunde wurden am Donnerstagabend im vollbesetzten Ratssaal des Rathauses neun Einzelpersonen und zwei Gruppen für ihre bewundernswerten Leistungen ausgezeichnet.

„Für mich und die Politik ist dies ein wichtiger Tag“, begrüßte Bürgermeister Rudi Bertram die zahlreichen Gäste der Feierstunde. „Zwischen 23 und 24 Millionen Menschen leisten in Deutschland ehrenamtliche Arbeit“, nannte er kurz darauf eine wahrlich beeindruckende Zahl. Viele dieser Ehranamtler leisteten ihre Arbeit im Verborgenen, so dass die Mehrheit dies gar nicht mitbekomme. „Ohne die ehrenamtlich tätigen Menschen würde das Gefüge innerhalb der Gesellschaft nicht mehr funktionieren“, unterstrich der Verwaltungschef die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements.

Doch genau dieses dürfe nicht ausgenutzt werden. „Es darf nicht sein, dass immer mehr Arbeit auf Ehrenamtler abgewälzt wird“, warnte Rudi Bertram. „Achten sie deshalb darauf, dass sie die Freude an ihrer Tätigkeit behalten und reiben sie sich nicht auf“, lautete sein Appell an die Ehrenamtler, denen er aus tiefstem Herzen für ihren Einsatz dankte. „Unsere Wertschätzung gilt natürlich auch allen Ehrenamtlern, die bisher noch nicht ausgezeichnet wurden“, schloss Rudi Bertram seine Ausführungen.

Mit Wolfgang Friebe, Geschäftsführer der Geschäftsstelle Aachen des Technischen Hilfswerks, hielt dann ein Hauptberufler, der sehr oft von Ehrenamtlern umgeben ist, die Festansprache: „Das Wahrnehmen eines Ehrenamtes ist eine freiwillige, gemeinwohlorientierte und unentgeltliche Tätigkeit, die auch als bürgerschaftliches Engagement bezeichnet wird“, zitierte er zunächst die „offizielle“ Definition.

Doch was steckt wirklich dahinter? Freiwilliges Engagement habe zahlreiche Facetten und umfasse unter anderem die Arbeit in Sport- und Musikvereinen, in der Kinder- und Jugendhilfe, im Umweltschutz, in der Arbeit mit älteren und behinderten Menschen sowie in integrativen Projekten. Eines sei dabei klar: „Ehrenamt macht Freude. Ehrenamt macht aber auch Freunde.

Ehrenamt macht auch glücklich, denn ganz konkret den Erfolg des eigenen Tuns zu sehen, befriedigt. Sie alle, die sie ehrenamtlich tätig sind, können mit Fug und Recht stolz sein“, so Wolfgang Friebe, der vor 42 Jahren in Eschweiler den Weg zum Technischen Hilfswerk fand und im zweiten Teil seiner Rede das Hauptaugenmerk auf den Bereich der „nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr“, also auf die Arbeit der Freiwilligen der Feuerwehr, des Deutschen Roten Kreuzes, des Malteser Hilfsdienstes, der Johanniter Unfallhilfe sowie des Technischen Hilfswerkes, legte.

„Es ist ein ganz besonderes Amt, in einer Gefahrensituation für den Nächsten da zu sein! Immer! Tag und Nacht! In der Arbeitszeit und außerhalb! Rund um die Uhr - auch an Weihnachten, Ostern und Pfingsten! Sie opfern für das Gemeinwohl ihre Freizeit. Sie stehen bereit, wenn sie gebraucht werden. Und sie wagen dabei ihr Leben. Sie sind Helden“, fand der Geschäftsführer zu Recht große Worte. Ohne die vielen ehrenamtlichen Kräfte in der Gefahrenabwehr sei das hohe Sicherheitsniveau in Deutschland nicht zu gewährleisten. „Ehrenamtler leisten Großartiges für den Einzelnen und die Gesellschaft! Sie werden gebraucht! Sie werden geschätzt! Ihre Tätigkeit ist aller Ehren wert!“, betonte Wolfgang Friebe abschließend, bevor er gemeinsam mit der stellvertretenden Bürgermeisterin Helen Weidenhaupt die Ehrungen vornahm.

Musikalisch gestaltet wurde die Feierstunde vom Jugendchor „Lautstark“ der Pfarrgemeinde St. Severin Weisweiler unter der Leitung von Elena Sibirtseva, der mit Gospeln und Weihnachtsliedern das Publikum glänzend unterhielt. Einen überraschenden Schlusspunkt setzte ein Artist des Chinesischen Staatszirkusses, der seine Zuschauer mit unfassbar anmutender Körperbeherrschung faszinierte.

Die Ausgezeichneten

Uwe Angermann (vorgeschlagen vom Sozialverband Deutschland), ist für den Ortsverband des Sozialverbands Deutschland als Schatzmeister und in vielen weiteren Bereichen unersetzlich. Unter anderem bietet er Hilfeleistungen bei Anträgen zur Schwerbehinderung an. Darüber hinaus ist er Mitglied im Behindertenbeirat der Stadt Eschweiler.

Rita Hömann (vorgeschlagen von der Behinderten-Sport-Gemeinschaft Eschweiler), engagiert sich seit 33 Jahren als aktives Mitglied und Schwimmerin in der Behinderten-Sportgemeinschaft. Sie ist seit mehr als 30 Jahren Planerin und Helferin bei allen Veranstaltungen der BSG, bei der sie seit 1996 auch als Übungsleiterin tätig ist.

Maria Bartels (vorgeschlagen von Renate Fluchs-Wullenkord), ist seit 1976 Mitglied und seit 1978 Helferin der katholischen Frauengemeinschaft Herz-Jesu. Im Mai 1986 in den Vorstand gewählt, hat sie seit Oktober 1992 das Amt der Vorsitzenden inne. Im Oktober 1989 trat sie als erste Frau den St. Longinus-Schützen in Eschweiler-Ost bei, fungiert dort inzwischen als 2. Geschäftsführerin und legt besonderen Wert auf die Jugendarbeit. Darüber hinaus ist sie seit der Gründung des Fördervereins der St. Longinus-Kapelle als 1. Kassiererin tätig und betreut seit 2004 die Besucher der Kapelle, mit denen sie betet, singt und denen sie über die Kapelle berichtet.

Claudia Evenschor (vorgeschlagen von Nadine Leonhardt), ist Gesamtprobenleiterin des Trommler- und Pfeiffercorps Kinzweiler, „immer dabei“, wenn es um die Organisation von Fahrten und Freizeitaktivitäten der Jugend des Vereins geht und gilt als „Motivatorin“ des gesamten Corps.

Rainer Joussen (vorgeschlagen von Nadine Leonhardt), ist als Vorsitzender des Fördervereins Festhalle Kinzweiler seit vielen Jahren für kulturelle Veranstaltungen in Kinzweiler verantwortlich. Er kümmert sich um die Erhaltung und Wartung der Festhalle. Ohne sein Engagement wäre der Erhalt der Festhalle nicht gewährleistet. Außerdem unterstützt er als zweiter Vorsitzender und aktiver Musiker das Trommler- und Pfeiffercorps Kinzweiler.

Ute Harter (vorgeschlagen von der Katholischen Kirchengemeinde Heilig Geist), ist seit 20 Jahren im Pfarrgemeinderat St. Wendelinus und seit 2010 im Pfarrgemeinderat Heilig-Geist Eschweiler-Süd aktiv, wo sie den monatlichen Kindertreff für Kinder ab 5 Jahren organisiert und als Mitleiterin der Kommunionsvorbereitung fungiert. Weitere Betätigungsfelder sind unter anderem das weihnachtliche Krippenspiel, die Hilfe bei Seniorennachmittagen sowie Geburtstags- und Weihnachtsbesuche bei den über 80-jährigen der Gemeinde.

Carlos da Mota (vorgeschlagen von der SPD-Ratsfraktion), war von 1994 bis 2004 Mitglied des Ausländerbeirats und ist seitdem Teil des Integrationsrats. In dieser Funktion stellt er seine Freizeit für die Beratung ausländischer Einwohner zur Verfügung und gehört zum Organisationsteam des jährlich stattfindenden Folklorefestes. Der „Wisswieler Jong“, wie er sich selbst bezeichnet, unterstützt die Evangelische Gemeinde Dürwiß-Weisweiler bei ihren Stadtteilfesten. Desweiteren ist er für die Mobile Jugendarbeit als Leiter der einmal im Monat stattfindenden „Soccer Night“ sowie als Mitglied des Organisationsteams des zweimal jährlich stattfindenden Jugendaustauschs zwischen Wattrelos und Eschweiler tätig.

Theo Wirtz (vorgeschlagen von der CDU Eschweiler), ist seit 1973 Mitglied des Malteser Hilfsdienstes und wurde 1987 zum stellvertretenden Stadtbeauftragten gewählt. 1993 übernahm er die Führung des Fernmeldezuges Weisweiler. Bis heute unterrichtet er in Betrieben, Schulen und Kindergärten sowohl junge Menschen als auch Erwachsene in Erster Hilfe. Im Jahr 2004 löste er Hermann Josef Haupt als Stadtbeauftragter ab und organisierte in dieser Funktion die Jubiläumsfeiern zum 50-jährigen Bestehen der Malteser in der Indestadt. Weitere Betätigungsfelder sind die Wallfahrten der Heimbach-Bruderschaft, die „Arbeitsgemeinschaft Ferienspiele“ der Evangelischen Kirchengemeinde Dürwiß-Weisweiler, des Ferienwerks Weisweiler sowie der Malteser, und seine Aktivitäten innerhalb der Siedlergemeinschaft „Heidesiedlung“ in Weisweiler, deren Vorsitzender er ist.

Erwin Emmerich (vorgeschlagen von den Mitgliedern des Technischen Hilfswerks), trat im Oktober 1978 in das Technische Hilfswerk ein und fungierte als Trupp-, Gruppen- und Zugführer. Durch seine Erfahrung ist er den jungen Helfern ein wertvoller Ratgeber. Seit 2002 ist er für die Öffentlichkeitsarbeit des Ortsvereins Eschweiler verantwortlich. Als „Netzwerker“ bildet er eine tragende Säule des Technischen Hilfswerks in Eschweiler. Seit mehr als drei Jahrzehnten fungiert er als 2. Vorsitzender der THW Helfervereinigung Eschweiler. Ohne ihn wäre das THW-Familienleben undenkbar.

Gruppe der „Ehrenamtlichen Ordnungshelfer“ der Stadt Eschweiler (vorgeschlagen von Edmund Müller), zu deren Tätigkeitsfeldern unter anderem die Verhütung und Beseitigung von Vandalismusschäden sowie Verunreinigungen durch Menschen und Tiere, die Mitwirkung bei der Vermeidung von Ruhestörungen und Lärmbelästigungen, die Einwirkung auf Hundehalter hinsichtlich der Einhaltung von Leinen- und Maulkorbpflicht sowie die Einwirkung auf Person, die unzulässiger Weise Tauben, Enten und damit in der Folge auch Ratten füttern, gehören. An der Feierstunde nahmen die Ordnungshelfer Bernhard Molitor, Norbert Wilhelm Laufenberg, Gerd Adolphs, Robert Ney, Bruno Plönnes, Ferdinand Remmert, Günter Mönch, Wilfried Grimmer, Günter Güßgen, Johann Schleip, Martin Adolphs, Josef Lindner, Franz Meuth, Bernhard Speck und Fred Siegers teil.

Helferkreis „Senioren“ des Gemeindezentrums St. Michael (vorgeschlagen durch die Katholische Pfarrgemeinde St. Peter und Paul), der seit der Gründung der Pfarrgemeinde St. Michael, also seit rund 40 Jahren, kontinuierlich als Bezugspartner für die Senioren im Stadtteil West tätig ist. Die Mitglieder des Helferkreises sorgen für Geselligkeit und das leibliche Wohl bei Seniorennachmittagen und gestaltet Messen und Andachten, sowie besondere Nachmittage zu Weihnachten und Karneval. Die Helferinnen sind wichtige Ansprechpartner für die Senioren und teilen mit diesen Trauer und Freude. Zum Helferkreis gehören Gisela Grün, Greta Weißkirchen, Marianne Müller, Katharina Glasmacher, Eleonore Jumpertz, Christel Bauer, Anneliese Seeger und Ute Bleylevens.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert