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Bertram: „Das geht dann voll zu Lasten der Kommunen“

Von: tob
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Eschweiler. Langzeitarbeitslose gehören seit Jahren zu den Verlierern auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Allein im Dezember hatte mehr als ein Drittel der Erwerbslosen seit über einem Jahr keine Arbeit. In der Indestadt waren im Dezember 2673 Menschen arbeitslos, darunter 1165 (das entspricht 43,6 Prozent) langzeitarbeitslos.

Diese recht hohe Zahl stagniert in Eschweiler seit einer Weile. Verbesserungen sind derzeit (noch) nicht in Sicht. Den Aufschrei vor einigen Monaten, dass die Mitarbeiter der Agentur für Arbeit angeblich zunächst die gut qualifizierten Bürger vermitteln, um ihre eigenen Zielvorgaben zu erfüllen, hat natürlich auch Bürgermeister Rudi Bertram mitbekommen. Er sagt dazu: „Wann das so ist, dann wäre das eine Unverschämtheit. Das geht dann voll zu Lasten der Kommunen.“

Kassen geplündert

Die Kassen würden in diesem Fall geplündert. Wer mehr als zwölf Monate ohne Arbeit ist gilt als langzeitarbeitslos. Über die Unterhaltskosten werden in diesen Fällen die Städte und Gemeinden finanziell belastet. Diskussionen darüber und Forderungen seitens der Kommunen, vom Bund entlastet zu werden, gibt es seit geraumer Zeit.

Sowohl mit Vertretern der Städteregion als auch des Jobcenters hat Rudi Bertram dieses Thema bereits erörtert und aufmerksam den Hinweis aus Nürnberg verfolgt, dass Fehler gemacht wurden und es organisatorische Veränderungen geben soll.

„Ich hoffe, dass die neue Bundesregierung in Sachen Langzeitarbeitslosigkeit einen Schwerpunkt setzt“, sagt Bertram.

Bislang sei nicht viel passiert, was sich in den stagnierenden Zahlen widerspiegele. Im November gab es in Eschweiler 1153 Langzeitarbeitslose, im Oktober waren es 1160. Ende des Jahres 2012 wichen die Zahlen kaum von denen 2013 ab.

Zumindest ist die Verkleinerung dieser Gruppe eines der großen Ziele, die sich die Bundesagentur für Arbeit für das Jahr 2014 auf die Fahne geschrieben hat.

Verbesserte Betreuung

„Wir müssen die Langzeitarbeitslosen befähigen, dass sie in Beschäftigung kommen, und dafür sorgen, dass sie in guter Arbeit bleiben“, verkündete Vorstandschef Frank-Jürgen Weise jetzt.

Die Bundesagentur setzt dabei vor allem auf eine verbesserte Betreuung bereits vermittelter Langzeitarbeitsloser. Jene, die schon länger nicht mehr einer regelmäßigen Arbeit nachgegangen sind, sollen von ihrem Jobcenter nach einer Vermittlung noch für Monate betreut werden. Allerdings ist dieses Modell derzeit noch auf einige wenige Jobcenter im Saarland und in Nordrhein-Westfalen beschränkt. Klar ist: Mit jedem Monat, den ein Jobsuchender vergeblich eine Stelle sucht, sinken seine Chancen auf eine Wiederanstellung. Bis zum Ende des ersten Quartals will sich Rudi Bertram die Entwicklung anschauen und dann das Thema Langzeitarbeitslosigkeit wieder vorantreiben.

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