Berger Preuß kickt jetzt auf Kunstrasen

Von: Andreas Röchter
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Prüften den neuen Kunstrasenplatz auf Herz und Nieren: die Bambini des SC Berger Preuß (links) und von Falke Bergrath. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Es ist eine Erfolgsgeschichte, die vor 21 Monaten begann und am Samstag auf ihren vorläufigen Höhepunkt zusteuerte: Im Januar 2013 nahmen die Verantwortlichen des SV Nothberg und von Preußen Hastenrath erste vorsichtige Gespräche in Sachen Vereinsfusion in Angriff.

Seit dem 1. Juli 2014 existiert nun der SC 1912 Berger Preuß, in dem nicht nur drei Seniorenmannschaften auf Punktejagd gehen, sondern auch 135 Kinder und Jugendliche dem Ball nachjagen. Am Wochenende konnte der nächste wichtige Schritt unternommen werden. Auf der Sportanlage in Hastenrath erfolgte die Eröffnung und Einweihung des Kunstrasenplatzes.

Stefan Harter, Vorsitzender des SC Berger Preuß, freute sich, zahlreiche Gäste begrüßen zu dürfen, die diesem besonderen Anlass einen würdigen Rahmen gaben. Einer dieser Gäste war Bürgermeister Rudi Bertram, der zunächst Worte des Dankes in Richtung der Mitglieder des nun ehemaligen Traditionsvereins SV Nothberg fand. „Der Entschluss zur Vereinsfusion erforderte Mut und war für die Nothberger mit Sicherheit nicht einfach. Doch die Menschen beider Vereine haben zusammengefunden und eine stabile Basis für die Zukunft des neu entstandenen Vereins gelegt. Dies war auch für die Stadt Eschweiler ein guter und wichtiger Schritt“, so der Verwaltungschef.

Der Zuschuss seitens der Stadt in Höhe von 435.000 Euro sei „nicht ohne“, doch definitiv gut angelegtes Geld. „Denn dieses Geld wird nicht zuletzt Kindern zu Gute kommen.“ In dieser Hinsicht nahm Rudi Bertram die Verantwortlichen des SC Berger Preuß in die Pflicht: „Kümmert euch um eure Kinder und Jugendlichen, kooperiert weiterhin mit der Grundschule Bohl. Dies ist für das gesamte soziale Gefüge innerhalb der Stadt von großer Bedeutung“, so der Appell. Die Eschweiler Politik werde auch in Zukunft „trotz erdrückender Zahlen in Sachen Finanzen“ alles daransetzen, Sport und Kultur zu unterstützen. „Dabei darf nicht vergessen werden, dass ehrenamtlich tätige Politiker die Rahmenbedingungen für Projekte wie diesen Kunstrasenplatz hier schaffen“, schloss Rudi Bertram.

Kurz darauf schritt Pfarrer Hannokarl Weißhaupt zur Tat, den neuen Kunstrasenplatz einzusegnen. Auch in seiner kurzen Ansprache standen die jüngsten Mitmenschen im Mittelpunkt: „Dieser Platz soll für alle Kinder da sein. Vielleicht bald auch für Flüchtlingskinder, die nach Eschweiler kommen werden. Sie sollen hier spielen, damit sie sein können, was sie sind: Kinder!“ Axel Wirtz, Vorsitzender des Sportausschusses im NRW-Landtag und als Vorsitzender der SG Stolberg (Werth/Gressenich) quasi Nachbar der Berger Preußen, unterstrich, dass es wichtig sei, attraktive Sportanlagen zu schaffen. „Neue Ideen bringen neues Leben“, so der Kupferstädter. Auch im Sportausschuss der Stadt Stolberg habe er immer dafür gekämpft, dass sich die Vereine aufeinander zu bewegten. Die schwierigen Finanzbedingungen gäben den Kommunen jedoch immer weniger Spielraum bei den freiwilligen Leistungen. „Wobei zu überlegen wäre, ob die Förderung des Sports, der so wichtig ist für die Gesundheit und das soziale Gefüge, nicht zu einer Pflichtaufgabe gemacht werden sollte.“

Raphael Lamm, Vorsitzender des Fußballkreises Aachen, beglückwünschte alle an der Fusion sowie am Platzbau Beteiligten. „Ich bin begeistert, diese Anlage, die in Rekordzeit entstanden ist, zu sehen“, betonte er, bevor er gemeinsam mit Geschäftsführer Manfred Bünten und Helmut Brief, Vorsitzender des Kreisspielausschusses, den Verantwortlichen der Jugendabteilung des SC Berger Preuß Bälle überreichte. Darüber freute sich nicht zuletzt Jugendleiter Carsten Saus, der die Situation mit einem Abstecher in die lateinische Sprache auf den Punkt brachte: „Causa finita est!“ (frei übersetzt: Der Platz ist in trockenen Tüchern). Zu Beginn der Gespräche über eine mögliche Fusion sei von einem Kunstrasenplatz noch keine Rede gewesen. Die Intention sei nun, Kinder, die mit großer Freude Fußball spielten, auf der neuen Anlage zu begrüßen. Und zwar unabhängig vom Talent. „Unsere Wunschvorstellung ist, dass die Kinder und Jugendlichen, die für den SC Berger Preuß spielen, dem Verein erhalten bleiben. Zunächst als Spieler im Seniorenbereich, später dann vielleicht auch als Vorstandsmitglieder. Dies wäre für die momentan in der Verantwortung stehenden Vorstandsmitglieder ein größerer Lohn, als irgendwann einmal in der Bezirksliga zu spielen“, blickte Carsten Saus in die Zukunft. Wichtig sei, dass auf dieser Anlage begabte und weniger begabte Spieler gemeinsam spielten.

Ein großes Dankeschön sprach der Jugendleiter in die Richtung seines Stellvertreters Nils Lövenich aus, der ein hohes Engagement bei der Kooperation mit der Katholischen Grundschule Bohl an den Tag lege. Mit der Fertigstellung des Kunstrasenplatzes seien nun beste Voraussetzungen für das Projekt SC Berger Preuß geschaffen. „Dieser Verein lebt!“, ist Carsten Saus überzeugt.

Die zurückliegenden eindreiviertel Jahre Revue passieren ließ abschließend Stefan Harter. „Bereits mit der Zusammenlegung der Jugendabteilungen des SV Nothberg und Preußen Hastenraths im Sommer 2013 sendeten wir ein klares Signal, dass wir es mit dem Vorhaben einer Fusion ernst meinten“, so der Vorsitzende. Im Dezember des vergangenen Jahres habe dann der Stadtrat mit den Stimmen der SPD, der CDU und der UWG die Weichen für den Bau des Kunstrasenplatzes gestellt. Von größter Bedeutung sei aber gewesen, die Mitglieder beider Vereine ins Boot zu holen. „Diese haben das Vorhaben unterstützt und im März dieses Jahres mit ihren Stimmen die Fusion beider Vereine besiegelt“, so Stefan Harter.

Nach zahlreichen Eigenleistungen im Vorfeld habe am 11. Juni der Bau des Kunstrasenplatzes begonnen. Kopfzerbrechen habe aber der regenreiche Sommer bereitet, der zu der einen oder anderen Verzögerung geführt habe. „Doch am vorletzten Donnerstag erfolgte die Bauabnahme, der kurz darauf die erste Trainingseinheit der Bambini folgte“, ließ der Vorsitzende wissen. Zahlreiche helfende Hände hätten zum Erfolg beigetragen. „Was zum Beispiel Michael Harter in den vergangenen Monaten hier geleistet hat, ist einmalig“, so die lobenden Worte. Und so fiel das Zwischenfazit von Stefan Harter positiv aus: „Wir haben den Schritt gewagt, aus zwei Traditionsvereinen einen neuen Verein entstehen zu lassen. Und wir sind belohnt worden. Mit der nun entstandenen Infrastruktur hat der Verein eine Zukunft. Jetzt liegt es an uns, was wir aus diesen Möglichkeiten machen!“

Und dann fand der Kunstrasenplatz seine Bestimmung, als auf einer Platzhälfte die Bambini des SC Berger Preuß und des SV Falke Bergrath ihr Können demonstrierten, während sich auf der anderen Platzhälfte die F1-Junioren der Gastgeber und des FC Rhenania Lohn mächtig ins Zeug legten. Den Festtag beschlossen die Nothberger Fanfarentrompeter und die neuformierte Altherren-Mannschaft der Berger Preußen.

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