Bereicherung für das Leben in der Gemeinde

Von: ran
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Beschenkten das Publikum und sich mit einem bemerkenswerten Konzert: die Sängerinnen und Sänger des Vokalensembles der Evangelischen Kantorei Eschweiler. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Vor zehn Jahren starteten sechs Sänger mit Kantor Gerhard Behrens das Projekt „Vokalensemble“ der Evangelischen Kantorei Eschweiler. Ein Jahrzehnt später ist der Chor gewachsen. Und zwar sowohl an Stimmenzahl als auch in Sachen Qualität. Am Samstag machten die Ensemblemitglieder ihrem Publikum und sich selbst ein außergewöhnliches Geburtstagsgeschenk.

Unter der Überschrift „Meine Seele preist Dich“ präsentierten acht Sängerinnen und fünf Sänger des Chors einen Querschnitt ihres musikalischen Repertoires mit geistlichen und weltlichen Chorsätzen, deren Bandbreite vom 16. bis ins 20. Jahrhundert reichte.

International beachtet

Unterstützt wurde das Vokalensemble dabei von den Flötistinnen von „Seldom Sene“. Das international beachtete Quintett, in dem mit Stephanie Brandt eine gebürtige Eschweilerin spielt, versetzte das Publikum in der gut besuchten Dreieinigkeitskirche einerseits mit der Feinheit und Qualität seines Spiels, andererseits mit seinen Flöteninstrumenten aus der Renaissancezeit in Erstaunen.

Es war ein ruhiges, teilweise fast meditativ anmutendes Konzert, das die Sänger des Vokalensembles und die Flötistinnen von „Seldom Sene“ ihrem Publikum darbrachten. Ein zweistündiges Angebot, sich auf die für „moderne Ohren“ durchaus ungewöhnlichen Klänge einzulassen, sich von ihnen treiben zu lassen und mit ihnen eins zu werden.

Das Quintett mit Ruth Dyson, Eva Gemeinhardt, Hester Groenleer, Maria Martinez Ayerza und Stephanie Brandt startete mit den lateinischen Motetten „O Sacrum Convivium“ und „O nata lux de lumine“ des englischen Reformationskomponisten Thomas Tallis in das Jubiläumskonzert. Das Vokalensemble folgte mit Johann Eccards „Übers Gebirg Maria geht“ und ließ dabei in Sachen Harmonie keine Wünsche offen.

Gemeinsam nahmen sich dann alle Protagonisten dem deutschen Magnificat „Meine Seele erhebt den Herren“ von Heinrich Schütz an. Nach den eher getragenen Klängen zu Beginn des Konzerts sorgten die heiteren Töne von „Hark, all ye lovely saints above“ von Thomas Weelkes sowie „Sing we and chant it“ und „Now is the month of maying“ von Thomas Morley für Abwechslung.

Dass sich Mittelalter und Moderne durchaus großartig ergänzen, bewiesen „Seldom Sene“ mit dem Titel „Lelia Doura“, den die griechische Komponistin Aspasia Nasoupoulou im vergangenen Jahr für das Quintett schrieb. Dabei handelt es sich ursprünglich um ein galizisches Liebesgedicht einer Troubadourin des 12. Jahrhunderts. „Aspasia Nasoupoulou lebt seit langem in Amsterdam, wo auch wir unsere Basis haben.

Sie hat die Fähigkeit, Worte in Musik umzuwandeln, so dass es auch uns Instrumentalisten möglich ist, mit unserer Musik Geschichten zu erzählen“, erklärte Stephanie Brandt, für die das Konzert auch eine Reise in die Vergangenheit war. „Ich glaube, in dieser Kirche habe ich erstmals gespielt, als ich neun Jahre alt war“, blickte sie zurück.

Nach der Pause ließ das Vokalensemble zunächst Felix Mendelssohn-Bartholdys „Die Nachtigall“ hören, bevor es mit der „Quantitativa“ von Einojuhani Rauutavaara humorvoll wurde. Ein „garstiges Lied“ präsentierten dann die Solisten Yvonne Debald und Markus Paulmann mit der „Irish ballad“ von Tom Lehrer, in der eine junge Frau nach und nach die Mitglieder ihrer Familie „um die Ecke“ bringt. „Ich habe den Refrain so umgearbeitet, dass alle Zuhörer zu Komplizen werden“, ließ Gerhard Behrens wissen. Der Aufforderung, den Refrain mitzusingen, kamen die Gäste gerne und lautstark nach.

Den Schlussteil des Konzerts leitete das Vokalensemble mit Gottfried Wolters „O, du stille Zeit“ ein, bevor Kompositionen von Johann Sebastian Bach den Abend würdig zu Ende gingen ließen. „Seldom Sene“ präsentierte die „Fantasia BWV 562“ und „Fuge BWV 546“, das Vokalensemble folgte mit dem Choral „Du heilige Brunst, süßer Trost“ aus der Motette „Der Geist hilft unserer Schwachheit auf“.

Lautstarker und langanhaltender Beifall belohnte Sänger und Instrumentalisten vollkommen zu Recht und unterstrich die von Pfarrer Dieter Sommer vor dem Konzert gesprochenen Worte: „Das Vokalensemble hat uns zehn Jahre lang viel Freude bereitet und unsere Gemeinde bereichert. Macht bitte weiter so!“

Für das Vokalensemble sangen: Sopran: Margeth Böhland, Elisabeth Raasch, Helen Paulmann, Yvonne Debald, Marion Swiechota; Alt: Cornelia Schmidt, Cornelia Schwarz-Miseré, Rosi Scholten-Behrens; Tenor: Markus Paulmann, Wilfried Schultheis; Bass: Bernhard Pruß, Ulrich Sonntag, Helmut Stöckmann.

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