Benyamin Nuss begeistert beim Konzert des Lions-Clubs Ascvilare

Von: ran
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Erstklassige Darbietung: Professor Ludwig Nuss und Sohn Jonathan.
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Glänzte mit dem Fagott: Severin Graff.
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Vom Eschweiler Ratsaal zu Konzerten in Japan: Benyamin Nuss. Fotos.

Eschweiler. Der Titel war Programm: Unter der Überschrift „Wanderung zwischen den Welten“ stand das Benefizkonzert, das der Lions-Club Eschweiler Ascvilare am frühen Sonntagabend im vollbesetzten Ratssaal des Rathauses präsentierte. Dabei gelang Professor Ludwig Nuss und seinen Söhnen Jonathan (beide Posaune) sowie Benyamin (Klavier) der Spagat, Barock und Impressionismus mit Balladen und Jazzstandards der Moderne zu einem harmonischen Klangteppich zu verknüpfen.

Nicht selten ging nach Abschluss eines Stückes ein staunendes und bewunderndes Raunen durch das Publikum, bevor lautstarker Applaus einsetzte. „Musik ist zutiefst menschlich, sie berührt und bewegt. Nicht zufällig ist die Vorstellung des Himmels häufig mit Musik verbunden“, begrüßte Anette Hagemann als Präsidentin des Lions-Clubs Eschweiler-Ascvilare die zahlreichen erwartungsfrohen Zuhörer, um kurz darauf ein Anliegen aller „Lions“ zu unterstreichen.

„Wir fördern junge Musiker, angefangen von der Aktion Jedem Kind ein Instrument´ bis hin zu Wettbewerben auf Hochschulniveau. Ein Instrument beherrschen zu lernen, erfordert Fleiß, Beharrlichkeit, Durchhaltevermögen, Geduld, Teamfähigkeit und Rücksichtsnahme. Eigenschaften, die in vielen Bereichen des Lebens von Bedeutung sind.“

Und diesen Worten wurde wenig später Leben eingehaucht, als mit Severin Graff (Fagott), Kayleigh Ahlbach (Violine) und Jonas Nobis (Trompete) drei Schüler des Städtischen Gymnasiums unterstützt durch Musiklehrer Peter Schulz ihr musikalisches Talent eindrucksvoll unter Beweis stellten.

Anspruchsvolle Werke

Wohin unzählige Übungsstunden gepaart mit Talent führen können, präsentierten dann der 20-jährige Jonathan Nuss und sein drei Jahre älterer Bruder Benyamin. Letztgenannter interpretierte zunächst als Klaviersolist äußerst feinfühlig Claude Debussy, bevor er mühelos einen kompletten Stilwechsel vollführte, um mit seinem Vater Ludwig, der seit 2002 unter anderem als 1. Posaunist und Posaunensolist der WDR-Big-Band Köln fungiert, den weltbekannten Jazzstandard „Stella By Starlight“ zu intonieren. Im Duett mit Bruder Jonathan durften sich die Zuhörer vor der Pause dann über das 1988 von Derek Bourgeois geschriebene „Trombone Concerto op.114 a“ freuen. „Relativ einfach gestrickt, harmonisch, aber dennoch anspruchsvoll“, beschrieb Jonathan Nuss das Werk, dass in tiefste Tonebenen führt, den Gegensatz zwischen Klavier und Posaune unterstreicht, aber auch überwindet.

Von Bach zu Jazz

Geradezu mitreißend dann der Auftakt nach der Pause mit Mily Balakirews „Islamey, eine orientalische Fantasie“, deren Spannungsbogen Benyamin virtuos nachzeichnete. Das rasante, überaus schwierige Stück gilt als der „Mount Everest“ für Pianisten – Benyamin bezwang ihn souverän.

Der Herausforderung, die von Johann Sebastian Bach eigentlich für das Klavier komponierte „Zweistimmige Invention“ als Posaunenduett darzubringen, stellten sich dann Jonathan und Ludwig Nuss erfolgreich. Nach einem weiteren Ausflug in die Welt des Jazz mit den Standards „My Funny Valentine“ und „The Autumn Leaves“ ließen es sich die drei Virtuosen zum Abschluss nicht nehmen, zwei Kompositionen von Ludwig Nuss vorzustellen. Das Stück „Green, Green, Green and White Dots“ entstand in Neuseeland. „Viel grünes Land, und die weißen Punkte sind Schafe“, schmunzelte der Posaunist, der zusammen mit seinen Söhnen als Schlusspunkt die musikalische Frage „What Now?!“ stellte.

Diese Frage dürfte auch Wilfried Pinhammer umtreiben. Das Ehrenmitglied des Lions-Clubs Eschweiler-Ascvilare stellt seit Jahren das Programm des Benefizkonzertes zusammen und hat die Messlatte für die Zukunft einmal mehr hoch gelegt. Doch auch im kommenden Jahr dürfte sie übersprungen werden. Man darf gespannt sein!

Gespannt sein darf man auh auf den weiteren musikalischen Werdegang von Ludwig Benyamin und Jonathan Nuss. Vor allem Benyamin ist immer häufiger gefragt: Am Sonntag reiste er von einem Gastspiel in Stade via Hamburg an die Inde – gestern früh flog er von Düsseldorf aus zu Konzerten nach Japan.

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