Benefizkonzert des Lions-Clubs: Von Klassik bis hin zum Jazz

Von: vr
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Klassische Interpretationen, mehrstimmige Fanfarensignale und jazzige Töne prägten den Auftritt von Man-Chun Wie, Yu-Han Chie, Lora Georgieva und Vasil Chakarov (von links). Foto: Volker Rüttgers

Eschweiler. Sie gehörte ob ihrer Lautstärke wahrlich nicht zu seinen favorisierten Instrumenten: die Trompete und Wolfgang Amadeus Mozart wurden zeitlebens keine Freunde. Wäre das Musikgenie jedoch am Sonntag beim Benefizkonzert zum Frühlingsauftakt des Lions-Clubs Eschweiler-Ascvilare zugegen gewesen, hätte er sich vielleicht mit dem Blasinstrument ausgesöhnt, denn was die jungen Musiker dort zu Gehör brachten, war ebenso abwechslungsreich und feinstimmig wie anspruchsvoll.

Lora Georgieva, Yu-Han Chen, Vasil Chakarov und Man-Chun Wie bildeten das Trompeten-Quartett, das sämtliche Register der musikalischen Vielfalt zog. Vom klassischen Intrada-Trio eines Thorvald Hansen und Samuel Scheidts „Canzon Cornetto“ über Williams‘ „Bolero“, Vassily Brandts stimmungsvollen „Country Pictures“ bis zur „Fanfare for St. Edmunsbury“ von Benjamin Britten, bei der gleichzeitig drei verschiedene Fanfarensignalstile gespielt wurden, reichte das Repertoire der Musikstudenten aus Aachen.

Andächtiges Lauschen

Mit dem „Blue Rondo à la Turk“ von Dave Brubeck wagten sich die beiden gebürtigen Bulgaren und die beiden aus Taiwan kommenden Musiker an ein recht kompliziertes Neunachtel- und Viervierteltaktschema, für das sie neben dem begeisterten Publikum im Ratssaal auch Anerkennung ihrer Professorin Anna Freeman erhielten. Zum andächtigen Lauschen des Auditoriums streuten sich mehr und mehr wippende Füße und im Takt zuckende Beine ein, als das Quartett bekannte Spirituals von Jean-Francois Michel und das jazzige „I got Rhythm“ von George Gershwin sowie Leroy Andersons für das Boston Pops Orchestra komponierte „Bugler‘s Holiday“ spielte.

Einen warmen und sanfteren Kontrast zum teilweise scharfen Trompetensound bescherte Clara Reichwein am Horn. Von Katharina Dolke am Flügel begleitet, begab sich die 19-jährige Limburgerin mit Mozarts Hornkonzert N. 3 in Es-Dur in die Klassik und verweilte auch dort. Beethovens Sonate für Horn und Klavier, Opus 17, Paul Hindemiths Sonate für Horn und Klavier in F, 1. Satz, und Franz Strauss‘ Nocturno Opus 7 für Horn und Klavier standen auf dem niveauvollen Programm der angehenden Bachelor of Music. Dabei bestach Clara Reichwein mit ihrem feinen Gefühl für die klassischen Melodielinien im Duett mit dem Klavier und umhüllte den Zuhörer mit den sanften Klängen ihres Horns.

Konzerttradition

Sehr hohes Tempo schlug schließlich noch ein Eschweiler Musiker an und absolvierte einen überzeugenden Auftritt: Aaron Fehr, 16 Jahre jung, blies seine Trompete bei Oskar Böhmes „Russischen Tanz Opus 32“ in atemberaubender Geschwindigkeit. Dass diese ihm eben nicht den buchstäblichen Atem raubte, bewies der Schüler im Verlaufe des Benefizkonzerts ein weiteres Mal mit seiner Darbietung des „Concert Etude“ von Alexander Goedicke, am Klavier von Junko Shioda begleitet. „Wir führen unsere Konzerttradition fort, um auch Eschweiler Künstler zu fördern“, hatte Lions-Club-Präsidentin Elisabeth Pütz zu Beginn des musikalischen Sonntagnachmittags im Ratssaal versprochen und mit dem begeisternden Auftritt Fehrs Wort gehalten.

Zwei Stunden Klassik, Jazz und Spiritual, präsentiert von außergewöhnlichen Musikern, das war ein Frühlingsauftakt ganz nach dem Geschmack der indestädtischen Musikfreunde.

„Das Benefiz-Konzert ist fester Bestandteil des Kulturlebens unserer Stadt“, betonte Bürgermeister Rudi Bertram als Schirmherr dieser Veranstaltung. Und auch Wolfgang Amadeus Mozart hätte bei der Trompeten-Interpretation seines Adagio und Allegro aus der Sinfonie Nr. 4 seine Freude gehabt, ganz bestimmt.

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