Eschweiler - Benefiz-Frühlingskonzert: Junge Künstler begeistern im Ratssaal

Benefiz-Frühlingskonzert: Junge Künstler begeistern im Ratssaal

Von: Andreas Röchter
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Großartig waren die Darbietungen von Julian Walter-Nußberger und Milena Knauß. Foto: Andreas Röchter
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Für den gelungenen Auftakt zum Konzertnachmittag hatten Klara Keuthen und Ortrun Elgiti gesorgt. Foto: Andreas Röchter
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Fantastische Leistungen am Klavier boten Ning Shu Xu... Foto: Andreas Röchter
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... ebenso wie Christine Neumann. Foto: Andreas Röchter
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Annika Jelic eifert den beiden vielversprechend nach. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Inspirierend, brillant, voller Elan, frisch, wie ein Spaziergang an einem Frühlingsmorgen und technisch geradezu atemberaubend - die vier Jungmusiker Ning Shu Xu, Christine Neumann (beide Klavier), Milena Knauß (Gesang) und Julian Walter-Nußberger (Gitarre) ließen das Benefizkonzert des Fördervereins des Lions-Clubs Eschweiler-Ascvilare zu einem Hochgenuss und echten Erlebnis werden.

Dabei präsentierte das Quartett am frühen Sonntagabend im vollbesetzten Ratssaal, in den rund zweieinhalb Stunden des Konzerts, das unter der Überschrift „Frühlingsauftakt“ stand, eine Bandbreite klassischer und moderner Musik, die von den klarstrukturierten kompositorischen Meisterwerken Frederic Chopins, über die dem Interpreten alles abverlangenden Werke des „Musikerneuerers“ György Ligetti bis hin zu den „Tango Nuevo-Klängen“ eines Astor Piazzolla reichte.

Musik, die doppelt hilft

„Das Frühjahrskonzert des Fördervereins des Lions-Clubs Eschweiler-Ascvilare ist seit Jahren fest im Kulturkalender der Stadt Eschweiler verankert. Mit ihrer Teilnahme geben sie den Verantwortlichen des Fördervereins die Gelegenheit, einerseits junge Musiker in ihrer Entwicklung zu unterstützen, andererseits aber auch Kinder und Jugendliche der Indestadt zu fördern“, dankte Präsidentin Margret Genius den Konzertgästen und unterstrich dabei ausdrücklich das Lions-Motto „we serve“ („wir helfen“).

Ein Gedanke, dem sich Bürgermeister Rudi Bertram, der einmal mehr als Schirmherr des Benefizkonzerts fungierte, vorbehaltlos anschloss: „Die Mitglieder des Lions-Clubs helfen den Bürgern unserer Stadt im Großen wie im Kleinen“, betonte der Verwaltungschef.

Dann stand die Musik im Mittelpunkt! Und es ist Tradition, dass sich beim Lions-Konzert auch junge Talente der Musikschule Eschweiler einem großen Publikum präsentieren dürfen. Das Flötistinnen-Duo Klara Keuthen und Ortrun Elgiti ließ unterstützt von ihrer Dozentin Miao-Yi Ke-Rehbach unter anderem „Die güldene Sonne“ auch in den Herzen der Zuhörer aufgehen, während Annika Jelic am Klavier glänzte, in dem sie Robert Schumanns „Wilden Reiter“ losschickte und Scott Joplins „The Entertainer“ alle Ehre machte.

Technisch höchst anspruchsvoll

Eine fantastische Leistung bot kurz darauf Ning Shu Xu, die für die auf Grund eines Lehrgangs verhinderte Anke Pan kurzfristig eingesprungen war. Die 1994 in China geborene Pianistin begann im Alter von fünf Jahren in ihrem Heimatland mit dem Klavierspielen und studiert seit 2012 bei Professor Ilja Scheps an der Hochschule für Musik und Tanz Köln, Abteilung Aachen. Sie startete in ihr Programm mit der „Polonaise As-Dur, Op. 61“, dem letzten großen Klavierwerk Frederic Chopins, das der große Komponist in den Jahren 1845 und 1846, bereits von einer letztlich tödlichen Krankheit gezeichnet, entwickelte.

Voller Energie, aber mit leichter Hand interpretierte Ning Shu Xu die improvisatorischen Abschnitte des Stückes voller Fantasie. Ihr ganzes Können offenbarte sich, als die junge Chinesin anschließend die Etude Nummer vier „Fanfares“ von György Ligetti hören ließ. „Ein Werk, das zu den technisch anspruchvollsten Stücken der Klavierliteratur zu zählen ist“, hatte Wilfried Pinhammer, der für die Zusammenstellung des hochklassigen Programms verantwortlich zeichnete und als Moderator durch das Konzert führte, dem staunenden Publikum zu Recht „Großes“ versprochen.

Mit einem vollkommenen Gegensatz, der romantischen „Fantasie h-moll“ von Alexander Skrjabin, lud die Pianistin zum Abschluss ihrer Darbietung ihre Zuhörer dann auch noch zum Träumen ein.

Mitreißende Leidenschaft

Ebenfalls als herausragende Pianistin überzeugte Christine Neumann durch ihre geradezu mitreißende Leidenschaft. Die aus Velbert stammende Studentin der Hochschule für Musik und Tanz Köln, die im zurückliegenden Jahr den ersten Preis des „Lions-Jugendmusikwettbewerbs“ auf Bundesebene gewann und beim „Europaforum“ der Lions in Istanbul unter die besten Sechs kam, legte ihre ganze Kraft in die Vorträge von Frederic Chopins „Scherzo Nummer zwei, b-moll“ und Claude Debussys wundervoller „L´isle joyeuse“ hinein, um mit dem beschwingten und mitreißenden „Valse de Faust“ von Franz Liszt und Charles Gounod ihr Publikum zu stürmischem Beifall herauszufordern.

Ein Hauch von Buenos Aires

Ein gänzlich anderes Szenario bot sich den Konzertgästen, als Sopranistin Milena Knauß, feinfühlig unterstützt durch den Gitarristen Julian Walter-Nußberger, eine kraftvolle Symbiose von Musik und Lyrik einging. Die Siegerin des Wettbewerbs „Concorso Corale Internationale“ im italienischen Riva del Garda trug zunächst von Mauro Giuliani, einem italienischen Komponisten und Gitarrenvirtuosen des frühen 19. Jahrhunderts, vertonte Gedichte Johann Wolfgang von Goethes und Friedrich von Matthissons vor, die die „Sehnsucht nach dem Glück“ zum Thema haben.

Dann nahm die Schülerin von Professorin Claudia Kunz-Eisenlohr ihre Zuhörer mit auf die Reise in die temperamentvolle Hemisphäre der spanischen Sprache. Über Enrique Granados´ „Tornadillos al estile antiquo“ führte der Weg in die Gassen der argentinischen Metropole Buenos Aires, wo der „Tango Nuevo“ Astor Piazzollas, der Milena Knauß sogar schauspielerische Qualitäten abverlangte, widerhallt.

Publikum applaudiert stehend

Stehend dargebrachter Applaus, rhythmisches Klatschen und „Bravo“-Rufe aus dem Publikum spiegelten die Begeisterung der Konzertgäste wieder, nachdem der letzte Takt verklungen war. „Ning Shu Xu, Christine Neumann, Milena Knauß und Julian Walter-Nußberger haben ihr großes Talent eindrucksvoll unter Beweis gestellt“, sprach Margret Genius den Musikern ein Kompliment aus. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Außer: Auf Wiedersehen im nächsten Jahr!

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