Eschweiler - Beim Wahlsieg fließen sogar ein paar Freudentränen

Beim Wahlsieg fließen sogar ein paar Freudentränen

Von: Valerie Barsig
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Eschweiler. Sie seien alle total überrascht gewesen, und auch ein paar Freudentränen habe es gegeben, erzählt Ferdi Küsek von der Internationalen Liste. Zunächst hatte es am Wahlabend am Sonntag noch so ausgesehen, als würde der langjährige Vorsitzende Ilker Zaman mit der Internationale sozialdemokratischen Liste das Rennen machen.

Dann kam die Überraschung: „Wir haben mit Pauken und Trompeten gewonnen“, sagt Küsek. Die Internationale Liste bekam 51,9 Prozent der Stimmen.

Nora Hamidi hat die neue Liste ins Leben gerufen. Vorher war sie im Integrationsrat um Ilker Zaman, eigentlich wollte sie sogar aufhören. Sie habe zwar privat vielen Menschen mit Migrationshintergrund geholfen, im Rat selbst habe sie sich aber nicht so sehr einbringen können, erzählt die junge Frau. „Über die Zeit habe ich dann aber gelernt, dass man auch etwas Eigenes machen könnte.“

Sie holte die Schwestern Fatiha Mirhom und Fatima Zayat mit ins Boot, die Treffen für Frauen und Mädchen mit Integrationshintergrund organisieren, um diese zu stärken und Kontakte zu knüpfen. Mit der Zeit sammelte Hamidi 14 Mitglieder um sich, die nun zur Internationalen Liste gehören. Besonders wichtig für sie: „Wir decken so zehn Nationen ab, die in Eschweiler vertreten sind.“ Im Wahlkampf hätten sie alles gegeben, den Sieg erklärt sie sich dadurch, dass sie eine Liste zum Anfassen gegründet habe.

„Wir waren in den Eschweiler Moscheen, bei den Buddhisten und sind auch von Tür zu Tür gegangen“, erzählt sie. Vielen Migranten habe man erst einmal erklären müssen, wie und wen sie da wählen, und dass es überhaupt eine Vertretung für sie bei der Stadt gebe.

Ziele des zukünftigen Rates gehen von Gleichbehandlung über Seniorenförderung bis zu interkultureller Zusammenarbeit. Die Schwestern Fatiha und Fatima wollen einen Anfang mit ihren Frauentreffen machen, die Zwei planen, einen Verein zu gründen und so eine Schnittstelle zwischen ihrer Arbeit und dem zukünftigen Integrationsrat zu schaffen. Nora Hamidi möchte jeden der Mitglieder je nach Kompetenz einsetzen, um den Rat noch viel bekannter zu machen. Einen Erfolg kann sie sich bereits auf die Fahnen schreiben: Die Wahlbeteiligung am Sonntag für den Integrationsrat ist gewachsen: Waren es bei der letzten Wahl noch sieben Prozent Wahlbeteiligung, kamen nun 15,61 Prozent zusammen. „Am Wahltag haben wir die Leute auf der Straße angesprochen, ob sie wählen waren“, erzählt Ferdi Küsek. Hamidi ergänzt: „Für die, die weit weg wohnen, haben wir sogar Taxi zum Wahllokal gespielt.“

Für alle Mitglieder der Internationalen Liste wird es noch einmal spannend, wenn der neue Ratsvorsitzende im Oktober gewählt wird. Vorgeschlagen und Favoritin der Liste ist Nora Hamidi. Bis dahin steht aber auch noch Arbeit an, denn die Mitglieder müssen sich bei den Parteien im Rathaus noch bekannter machen und wollen sich eng mit der Verwaltung verzahnen, um gute Arbeit leisten zu können. Nach 20 Jahren Ilker Zaman sei es Zeit für frischen Wind gewesen, darin sind sich die Mitglieder der Internationalen Liste einig. Trotzdem wollen sie sich bei den Mitgliedern der Internationalen sozialdemokratischen Liste auch Rat holen und hoffen auf eine gute Zusammenarbeit.

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