Beim Eschweiler Waldtag gibt’s eine Menge zu staunen

Von: Rudolf Müller
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Sind immer noch in der Waldarbeit gefragt: Kaltblüter rücken Holz weit schonender als schwere Maschinen. Foto: Rudolf Müller
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Ganz schön samtig-weich, so ein Luchs. Ein Wolpertinger, wie ihn Hermann Carl zeigt, ist da schon etwas widerborstiger.

Eschweiler. So richtig verlassen kann man sich selbst auf Petrus nicht mehr. Hatten die Meteorologen ihm am Samstag noch das Versprechen auf einen mehr oder minder sonnigen, trockenen Sonntag abgerungen, so überlegte er es sich in letzter Minute anders und ließ es am Mittag über Eschweilers Stadtwald kräftig regnen.

Was aber kaum jemanden davon abhalten konnte, eben diesen Wald zu besuchen. Auch wenn das mit einigem Aufwand verbunden war: Die wenigen Waldparkplätze waren schnell überfüllt und die Straßenränder illegalerweise zugeparkt. Wer ein paar hundert zusätzliche Wandermeter nicht scheute, der nutzte den Shuttlebus, der den ganzen Tag über zwischen Bushof und Stadtwald verkehrte.

Und Aberhunderte von Besuchern Richtung Forsthaus kutschierte. Denn hier, am Forsthaus Bohler Heide, begann die überaus informative, attraktive und für die zahlreich gekommenen Kinder teils auch vergnügliche Rundtour, die Förster Marco Lacks und sein Team zum 6. Eschweiler Waldtag auf die Beine gestellt hatten.

Frischer Saft, fairer Kaffee

Schon am Vormittag nutzten zahlreiche Besucher die Gelegenheit, sich aus erster Hand über vieles dessen, was mit dem Wald zu tun hat, zu informieren. Auch Bürgermeister Rudi Bertram war im Sonntags-Jogginganzug von Bergrath zur Bohler Heide hoch gesprintet, um das bunte Angebot in Augenschein zu nehmen.

Und das begann mit einem Gaumernkitzel: Gleich die erste von 30 Stationen auf dem Weg zwischen Forsthaus und Restaurant“Waldschänke“ am Killewittchen war der Honigprobierstand der Eschweiler Bienenfreunde. Hier konnte, wer wollte, sich auch im Kerzendrehen üben. Gleich nebenan schallten Gitarrenklänge aus einer Jurte: Pfadfinder des DPSG-Stammes Hohensteiner warben mit einem Einblick in ihr Lagerleben für das Pfadfinderdasein.

Ähnliches praktizierte auch die Deutsche Waldjugend ein paar Meter weiter. Stets dicht umlagert war die mobile Saftpresse des Vereine Bildung für Nachhaltige Entwicklung e.V. (BiNE). Hier verwandelten unterem anderem Planungsamtsmitarbeiter Eberhard Büttgen, unter anderem zuständig für das Klimaschutzkonzept, unter Grünen-Stadtverordneter Dietmar Widell Tonnen schmackhafter Äpfel in noch schmackhafteren Apfelsaft.

Ein hartes Stück Arbeit – aber es lohnte sich. Wer von Apfelsaft nicht so angetan war, der fand gleich nebenan den Stand der Mobilen Jugendarbeit. Deren Team bot Fairtrade-Kaffee an – in eigens dafür bestellten Bechern mit dem Aufdruck „Fairtrade-Stadt Eschweiler“.

Auf reges Interesse stieß auch Robert Keidels Präsentation altertümlich Jagdbogen. Ebenso wie die Arbeit von Forstamtsmitarbeitern, die hier ein mobiles Sägewerk betrieben.

„Hingucker“ – nicht nur für Kinder – waren auch die beiden Kaltblüter, mit denen eine Forstbetriebsfirma das Holzrücken auf traditionelle, bodenschonende Art und Weise demonstrierte. Weil vieles aber nicht ohne schweres Gerät geht, führte Marco Lacks‘ Team auch den nagelneuen Forsttraktor vor, der den Forstmitarbeitern die Arbeit erleichtert.

Und ebenfalls nicht nur bei Kindern zählte die „Rollende Waldschule“ von Hermann Carl zu den Hauptattraktionen des abwechslungsreichen Angebots, die mit Dutzenden von Tierpräparaten angereist war – Wolf, Luchs und Wolpertinger inklusive. Auch wenn es Erstere im Eschweiler Stadtwald eigentlich nicht gibt. Und Letztere überhaupt nicht.

Sich hoch hinaus wagen konnten die Kinder nicht nur auf der Hüpfburg, die am Killewitchen für Spaß und Unterhaltung sorgte, sondern auch im Wald selbst: Mitarbeiter der Baumpflegefirma Sequoia ließen sie angeseilt in die Bäume klettern – ein tolles Erlebnis für die Kleinen. die gleich nebenan bei der Awa unter Beweis stellen konnten, dass sie Müll (von dem im Wald ja leider immer wieder reichlich zu finden ist) sauber zu trennen in der Lage sind.

Geschichtsverein, Scharwachbläser, BUND, Naturfreunde, Deutscher Falkenorden, Stiftung Rheinische Kulturlandschaft, Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und und und... es war eine ganze Menge, was den Besuchern da am Sonntag anschaulich geboten wurde. Eine runde Sache.

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