Bei Urban Stark ist nichts einfach „nur so“ gemeint

Von: ran
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Geht mit und in seinen Kunstwerken auf die Suche nach existenziellen Fragen: Urban Stark stellt unter der Überschrift „Metamorphose“ in der Städtischen Kunstsammlung im Eschweiler Talbahnhof aus. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Es sind vor allem Gedanken über die politischen, gesellschaftlichen und nicht zuletzt wirtschaftlichen Verhältnisse der Gegenwart, die den seit 2003 selbstständigen Künstler Urban Stark zu seinen Werken, Objekten, Fotografien und Installationen inspirieren.

„Gerade momentan kann ich also aus einem unglaublich großen Fundus schöpfen“, betont der 1962 in Tönisvorst geborene Wahlbelgier nachdenklich. Dabei gelte es, „die Balance zu wahren und nicht zu plakativ zu agieren, andererseits aber natürlich auch nicht alles zu verstecken“. Einen Ausschnitt der Arbeiten Urban Starks präsentieren die Verantwortlichen des Eschweiler Kunstvereins unter der Überschrift „Metamorphose“ noch bis Sonntag, 8. November, in der Städtischen Kunstsammlung im Talbahnhof.

Zur Vernissage begrüßte die Vorsitzende Nadine Müllers am Sonntagvormittag nun zahlreiche Kunstinteressierte, die nach einleitenden Worten der stellvertretenden Bürgermeisterin Helen Weidenhaupt sowie des Kunsthistorikers Stefan Skowron, der in die Ausstellung einführte, bereit waren, sich auf die Werke Urban Starks einzulassen.

„Im Mittelpunkt dieser Ausstellung steht der kritische Blick des Künstlers auf die gegenwärtigen Zustände. Dabei ist beim Begriff ‚Metamorphose‘, der übersetzt ‚Verwandlung‘ bedeutet, Vorsicht geboten, denn dieses eigentlich elegante Wort ist hier keinesfalls lieblich gemeint“, begann Stefan Skowron seinen Vortrag. Urban Stark interpretiere die Wortschöpfung zeitkritisch und stelle unter anderem eine Wirtschaftsordnung dar, die mehr und mehr in unser aller Leben eingreife. Dabei zeige der Protagonist nichts, weil es „nur“ sehenswert sei.

„Nichts ist bei Urban Stark ‚nur so‘ gemeint. Der Künstler verbindet Dinge, so dass Lebendigkeit und Hinterlassenschaft eins werden. Bei ihm fließen Geschichte und Geschichten ineinander. Zwei Elemente, die sich gegenseitig beeinflussen, wenn nicht gar bedingen“, erklärte der Kunsthistoriker, der darüber hinaus unterstrich, dass die in der Ausstellung gezeigten Objekte eine Bildsprache besäßen, die Konflikte nicht nur inszeniere.

„Urban Starks Ideen erschöpfen sich nicht in überzeichneten Bildern. Sie sind hintergründig und stellen existenzielle Fragen. Daraus entstehen Werke von gesellschaftlicher Relevanz, die uns dazu inspirieren, über uns selbst und unser Leben nachzudenken!“, stellte Stefan Skowron fest. Der Betrachter der Ausstellung werde zum Beschenkten. „Wer aufmerksam schaut, der verwandelt sich vom Konsumenten zum echten Kritiker. Und die Kritik ist eine Grundfunktion der denkenden Vernunft!“, schloss der Kunsthistoriker.

Die Verantwortlichen des Eschweiler Kunstvereins präsentieren die Ausstellung der Kunstwerke Urban Starks unter der Überschrift „Metamorphose“ noch bis Sonntag, 8. November, in der Städtischen Kunstsammlung im Talbahnhof, Raiffeisen-Platz 1-3. Die Ausstellung ist freitags von 16 bis 18 Uhr, samstags zwischen 11 und 13 Uhr sowie sonntags von 11 bis 13 Uhr und 16 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung geöffnet.

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