Bei Gefahr sofort um Hilfe rufen

Von: anka
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Franz Schmitz (r.) und Peter Kulms (2. v. r.) vom „Kommissariat Vorbeugung” sowie Dieter Daßen (l.) sprachen mit den Kindern der Jugendfeuerwehr über „Gewalt”. Foto: Anne Karduck

Eschweiler. „Die Schritte kommen immer näher. Ich spüre, dass mich jemand hier im Dunkeln verfolgt. Niemand ist in Sicht, der mir helfen könnte. Noch ein paar Sekunden, dann hat er mich. Was soll ich nur tun?”

Diese und ähnliche Schilderungen können der Beginn eines grausamen Gewaltdeliktes sein, bei dem das Opfer, ein Kind oder ein Jugendlicher, dem Täter vollkommen unterlegen ist und nicht weiß, wie es sich wehren kann. Um dem entgegenzuwirken und neue Wege, die zu einem glücklichen Ende für das Opfer führen, zu zeigen, informiert die Polizei Kinder und Jugendliche in öffentlichen Institutionen.

Viele hilfreiche Tipps

Franz Schmitz und Peter Kulms vom „Kommissariat Vorbeugung” mit dem Bezirksbeamten für Bohl, Hastenrath und Röthgen Dieter Daßen gaben im Feuerwehrgerätehaus Bohl den 20 Kindern und Jugendlichen der Bohler Jugendfeuerwehr viele hilfreiche Tipps. Ralf Lenzing, Leiter der Jugendfeuerwehr Bohl, freute sich sehr über den Infoabend. Anlass des Besuches der Beamten war eine Gewalttat vor zwei Jahren, der Jugendliche der Feuerwehr zum Opfer fielen.

Mit einfachen Erklärungen und vielen Fallbeispielen klärte Schmitz die jungen Feuerwehrmänner auf, wie man Gewalt verhindern und vorbeugen kann. Dabei wurden gezielte Fragen der Jugendlichen beantwortet: „Was kann ich tun, wenn ich verfolgt werde?”, lautete eine Frage.

Und Schmitz hatte auch schon eine hilfreiche Antwort auf Lager: „Zunächst einmal ist es wichtig zu erkennen, dass irgendjemand etwas Böses will. Dann muss mir klar werden, dass ich in der ersten Minute noch viele verschiedene Möglichkeiten habe zu reagieren. Wenn ich aber erst nach einer gewissen Zeit etwas unternehme, wird das Angstgefühl immer extremer und am Ende bleibt mir noch nur eine Möglichkeit, nämlich die Wehr mit der körperlichen Gewalt.”

In einer solchen Situation komme es darauf an, sich Hilfe zu suchen, indem man laut schreie, Erwachsene anspreche oder so genannte Notinseln wie Geschäfte oder Mehrfamilienhäuser suche. Zudem sei es wichtig, die Hilfeschreie ernst zu äußern, damit die Notsituation erkannt werde. „Man muss die Leute aus ihrer Anonymität herausholen”, appellierte der Beamte, die Leute direkt anzusprechen. Um diesen Mut aufbringen zu können, müsse man im Alltag üben, indem man offen auf den Lehrer oder den Verkäufer zugehe.

„Ein vermiedener Kampf, ist ein gewonnener Kampf”, griff Schmitz ein asiatisches Sprichwort auf und machte damit deutlich, dass man möglichst ohne Gewalt aus der Sache herauskommen solle, da eigentlich „die laute Stimme unsere stärkste Waffe ist”. Ein Kampf, bei dem andere zuschauen und mauern, bedeute auch immer wieder, dass „das Opfer entscheidet, ob es aus dem Kreis herauskommt oder nicht”.

„Uns bereitet es immer mehr Sorgen, dass heutzutage das Opfer, obwohl es schon am Boden liegt, noch weiter getreten wird”, blickte Schmitz sorgenvoll in die Zukunft.
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